Kardinal: Hätte Osterfeier abgesagt, wenn Terror-Warnung weitergegeben worden wäre

Kardinal Malcolm Ranjith am 13. Januar 2015.
Foto: Alan Holdren / CNA Deutsch
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Der Erzbischof von Colombo hat die Entlassung der Beamten gefordert, die Hinweise auf unmittelbar bevorstehende Bombenanschläge durch Islamisten an Ostern ignorierten.

"Es ist ein absolut inakzeptables Verhalten dieser führenden Regierungsvertreter, einschließlich einiger Ministerialbeamter", sagte Kardinal Malcom Ranjith am 23. April als Reaktion auf Berichte, dass Behörden und Regierungsvertreter in den Stunden vor den Anschlägen vom 21. April schwerwiegende Warnungen islamistischer Terror-Aktionen nicht weitergaben.

Unter anderem gab es Hinweise, dass katholische Kirchen im Visier der Dschihadisten waren.

Mehrere Berichte erheben den schweren Vorwurf, dass sowohl die indische Regierung wie auch weitere Nachrichtenquellen direkt vor Anschlägen auf Kirchen warnten. Diese wurden jedoch ignoriert.

Sri Lankas Regierung hat eine Prüfung dieser Berichte zugesagt.

"Solche Regierungsbeamte sollten sofort entlassen und aus ihren Positionen entfernt werden", so Kardinal Ranjith.

Der Kardinal fügte hinzu, wenn er gewarnt worden wäre, dass katholische Kirchen am Ostersonntag bombardiert werden könnten, hätte er die Ostermessen abgesagt, "denn für mich ist das Wichtigste das menschliche Leben. Die Menschen sind unser eigentlicher Schatz."

Er hätte das gleiche in der Weihnachtswoche gemacht, betonte Ranjith gegenüber Radio Canada.

Tausende Katholiken nahmen an den Ostersonntagsmessen am Antonius-Heiligtum in Colombo und in der St.-Sebastians-Kirche in Negombo teil, als zeitgleich in beiden um 8:45 Uhr am Ostermorgen Selbstmordattentäter ihre Sprengsätze zündeten , ebenso wie in der protestantischen Zionkirche in Batticaolo, an der Ostküste Sri Lankas.

Am selben Morgen wurden drei Hotels bombardiert, ebenso wie andere Orte im ganzen Land.

Mindestens 359 Menschen sind tot.

Der Islamische Staat sich zu den Angriffen bekannt.

Sicherheitskräfte haben mehr als 60 Personen verhaftet oder verhört.

Präsident Maithripala Sirisena hat Hemasari Ferando, einen der Verteidigungsminister des Landes, aufgefordert, zusammen mit Polizeiinspektor Pujith Jayasundara zurückzutreten. Beide werden beschuldigt, Nachrichtenberichte falsch gehandhabt zu haben.

Ranjith sagte gegenüber "EWTN News Nightly", dass die örtliche katholische Gemeinde durch die Massaker am Ostersonntag enorm gelitten hat.

"Wir haben in beiden Kirchen so viele wertvolle Leben verloren.... eine riesige Anzahl von Menschen", sagte Kardinal Ranjith gegenüber "EWTN News Nightly" am 22. April.

Der Erzbischof sagte, dass er zur Heiligtum des heiligen Antonius eilte, sobald er von dem Angriff am Sonntagmorgen hörte. Die Polizei erlaubte ihm jedoch nicht, die Kirche zu betreten, weil sie vermuteten, dass weitere Sprengsätze in der Kirche sein könnten.

"Von außen sah ich eine Menge Verwüstung außerhalb der Kirche", sagte Ranjith. "Als ich so viele Leichen sah, war ich völlig erschüttert und fassungslos."

Papst Franziskus erneuerte seine Gebete für die Opfer in Sri Lanka und bat während seiner Ansprache zum österlichen Gebet zur Himmelsköngin, dem Regina Coeli, um internationale Unterstützung.

Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original.

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