Kardinal Woelki: Mitgefühl für Opfer der Silvesternacht – Warnung vor Hetze und Rassismus

Würde des Menschen von "marodierenden Männerhorden" schändlich missachtet – Dennoch darf es keine Vorverurteilung, Rassismus und Diskriminierung geben

Kardinal Woelki im Gespräch bei "Mamica": Ein Projekt zur gesellschaftlichen und sozialen Integration von schwangeren Roma-Frauen und Roma-Müttern mit kleinen Kindern der Caritas
Foto: Erzbistum Köln
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Es gehe um die Menschenwürde: Wie das "Domradio", der Sender seines Erzbistums berichtet, hat der Erzbischof von Köln die Verbrechen der Silvesternacht vor der Kathedrale und dem Hauptbahnhof in seinem wöchentlichen "Wort des Bischofs" verurteilt.

Die Gewalttäter müssten selbstverständlich zur vollen Verantwortung gezogen werden, gleich, welcher Herkunft sie seien oder ob die Gewalttaten von Hintermännern organisiert wurden.  

Die Würde des Menschen sei von "marodierenden Männerhorden" schändlich missachtet worden. Dennoch dürfe es aber auch keine Vorverurteilung, Rassismus und Diskriminierung in der nun geführten Debatte geben, betonte Kardinal Woelki, wie Domradio berichtet. Es gehe um die Menschenwürde in doppelter Hinsicht.  

Tatsächlich hat die beispiellose Serie von Vebrechen in zahlreichen deutschen Städten in der Silvesternacht, aber auch das Versagen mancher Medien und der Politik in der Reaktion eine breite, zum Teil hitzige gesellschaftliche Debatte ausgelöst

Als Ortsbischof der wohl am schlimmsten betroffenen Stadt der Silvester-Verbrechen hat Kardinal Woelki hatte, wie CNA Deutsche Ausgabe berichtete, fünf Tage nach dem Fiasko in der Messe am Dreikönigstag deutlich die Vorfälle verurteilt und erklärt, dass Gott sich gegen solche Ausschreitungen entgegen stelle. Christen müssten die Würde der Frauen verteidigen.

Im ökumenischen Gottesdienst für die Karnevalisten am Donnerstag hatte der Erzbischof dann gesagt, Köln sei eine weltoffene und tolerante Stadt, in der jeder seinen Platz habe. Für die "Vorfälle haben wir (...) keinen Platz und kein Verständnis."