Kein Krieg mit Iran: US-Bischöfe plädieren für Frieden und Dialog

Eine Drohne vom Typ Northrop Grumman RQ-4 Global Hawk
Foto: viper-zero/Shutterstock.
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Angesichts eskalierender Spannungen zwischen den USA und dem Iran hat sich Militärbischof Timothy Broglio an den US-Außenminister mit einem Appell für Frieden und Dialog gewandt.

Die USA müssen einen Krieg mit dem Iran vermeiden und stattdessen Gespräche mit der Führung des Iran fortsetzen, so der Vorsitzende des Ausschusses der US-Bischöfe für internationale Gerechtigkeit und Frieden in einem Brief an Mike Pompeo.

"Es ist meine aufrichtige Hoffnung, dass die Vereinigten Staaten einen dauerhaften Dialog mit Verbündeten, Weltmächten und dem Iran einleiten, um die gegenwärtige Situation zu deeskalieren, die sowohl für die Region als auch für die Welt eine Gefahr darstellt", schreibt Erzbischof Timothy Broglio dem US-Außenminister.

Die USA beschuldigen den Iran, hinter den Explosionen zu stecken, die vergangene Woche zwei Öltanker im Golf von Oman erschütterten. Der Iran bestreitet den Vorwurf.

Das Washingtoner Verteidigungsministerium kündigte am 17. Juni an, dass es als Reaktion auf das "feindliche Verhalten" des Iran weitere 1.000 Soldaten in das Gebiet entsenden würde.

Am selben Tag drohte der iranische Präsident Präsident Hassan Rohani an, sein Land werde sich nicht an die Auflagen des Atomabkommens halten, wenn die Vertragspartner der 4+1-Gruppe ihrerseits alle Zusagen erfüllten. Die 4+1 Gruppe setzt sich zusammen aus Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Russland und China.

Konkret drohte Rohani, die Urananreicherung wieder über die vereinbarte Obergrenze von 3, 67 Prozent anzuheben.

Das Nuklearabkommen war sowohl von der US-Bischofskonferenz als auch vom Heiligen Stuhl begrüßt worden. Unter der Regierung Trump hatten sich die USA jedoch aus dem Atomabkommen zurückgezogen und Sanktionen gegen den Iran verhängt.

Dies habe zu einer Verschärfung der Lage und der Rhetorik beider Länder beigetragen, schreibt Erzbischof Broglio an den US-Außenminister.

Auch das Verhältnis der USA zu westlichen Verbündeten und anderen Weltmächten sei durch diesen Schritt belastet worden, so der Militärbischof weiter.

"In Ermangelung eines echten diplomatischen Dialogs erhöhen militärische Einsätze und Drohgebärden auf beiden Seiten das Risiko einer Konfrontation."

"Die Kirche setzt sich konsequent für Dialog und Engagement als Mittel zur Lösung politischer Krisen ein", führt Broglio fort und erinnert daran, dass der Einsatz militärischer Gewalt nur als letztes Mittel zulässig ist.

Ein weiterer Krieg in der Krisenregion, wo Konflikte bereits in Syrien, Irak und dem Jemen Menschenleben kosten, werde wohl kaum Frieden bringen, warnt Broglio den Außenminister.

"Es bedarf eines anderen Ansatzes.“

Seit Broglios Brief haben sich die Spannungen verschärft.

 

In den frühen Morgenstunden des 20. Juni wurde eine US-amerikanische Drohne von iranischen Streitkräften über der Straße von Hormuz abgeschossen.

Der Iran behauptet, dass die Drohne ihren Luftraum verletzt habe, während die USA behaupten, sie sei zu diesem Zeitpunkt über internationalen Gewässern gewesen.

Nachdem die Drohne abgeschossen worden war, sagte der iranische Oberbefehlshaber Hossein Salami: "Der Iran sucht keinen Krieg mit irgendeinem Land, aber wir sind voll und ganz bereit, den Iran zu verteidigen.... unsere Grenzen sind unsere rote Linie."

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