Kirche der Elfenbeinküste fordert Barmherzigkeit angesichts massiv überfüllter Gefängnisse

St Paul, Domkirche des Erzbistums Abidjan (Elfenbeinküste).
Foto: Zenman / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)

Wenn in einer Haftanstalt für 2.000 Personen mehr als dreimal so viele Menschen eingepfercht sind, steht die Gesundheit und Würde der Häftlinge auf dem Spiel. In Cote d'Ivoire bemüht sich die Katholische Kirche deshalb mit einer Reihe von Maßnahmen um eine Verbesserung der Umstände.

So begeht die Kirche der Elfenbeinküste alljährlich am Fest der Barmherzigkeit den "Tag der Gefangenen". Dieser geht auf eine Initiative der Bischofskommission für Gerechtigkeit, Frieden und Umwelt und des Büros für Gefängnisseelsorge zurück.
Die zentrale Feier fand am vergangenen Sonntag, dem 11. April, im Rahmen eines Gottesdienstes unter dem Vorsitz von Erzbischof Joseph Yapo von Gagnoa in der Pfarrei der Heiligen Petrus und Paulus und Paul in der Gemeinde Divo in der Erzdiözese Gagnoa statt.

Im Namen von Bischof Bruno Essoh Yedo von Bondoukou, der als Präsident die Kommission „Gerechtigkeit und Frieden leitet, würdigte Pfarrer Charles Olidjo Siwa, Generalsekretär der Kommission und Kaplan für die Seelsorge in Gefängnissen, die Bemühungen der Behörden gegenüber den Inhaftierten aus, äußerte jedoch auch die Besorgnis der Kirche im Hinblick auf die die Überbelegung der Gefängnisse.

"Die Kirche ermutigt die Behörden, den Haftanstalten, im Hinblick auf die größtenteils herrschende besorgniserregende Überfüllung ein ganz besonderes Augenmerk zu widmen."

Wie das Presseorgan der Päpstlichen Missionswerke mitteilte, sagte Bischof Yedo, dass im "Abidjan Pre-Trial and Correctional Custody Center", dessen eigentliche Kapazität 2.000 Insassen beträgt, heute mehr als 7.000 Insassen untergebracht seien.

"Dies untergräbt ernsthaft die Würde der menschlichen Person, die jederzeit und bei jeder Gelegenheit gewahrt werden muss", heißt es deshalb auch in der Botschaft zum Tag der Gefangenen.

"Die Kirche bittet die Behörden um einen Akt der Gnade und Barmherzigkeit gegenüber Menschen, die sich in Untersuchungshaft befinden und von der Begnadigung des Präsidenten profitieren könnten“, lautet der Vorschlag der Kommission der katholischen Bischöfe, die in ihrer Botschaft feststellt, dass "fast allen unseren Untersuchungshaft- und Justizvollzugsanstalten eine Struktur für Berufsausbildung und berufliche Fortbildung fehlt, die den Insassen nach ihrer Freilassung bei der sozialen Wiedereingliederung helfen könnten".
Am Ende des Gottesdienstes besuchte eine Delegation unter der Leitung von Pfarrer Siwa besuchte die Häftlinge des Gefängnisses in Divo um diesen die Nähe der katholischen Kirche zum Ausdruck zu bringen. Dabei verteilten die Vertreter der katholischen Kirche Lebensmittel und Hygieneartikel an die Gefangenen. Diese Solidaritätsaktion wird in allen insgesamt 34 Gefängnisse der Elfenbeinküste anlässlich des Tages der Gefangenen durchgeführt.

Für das Pastoraljahr 2020-2021 wurde laut "Fides" außerdem eine Kampagne zur Sammlung von Lebensmitteln angekündigt, mit der ein Betrag zur Überwindung des Lebensmitteldefizits in den Gefängnissen des Landes geleistet werden soll.

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