Kolumbianischer Bischof segnet ganze Stadt gegen Gewalt

Buenaventura im Januar 2016
Foto: nikitich viktoriya/Shutterstock.
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In der Hoffnung, in seiner eigenen Stadt der extremen Gewalt, der Entführungen und Morde zu begegnen, wird Bischof Ruben Dario Jaramillo Montoya von Buenaventura am morgigen Samstag die ganze Stadt segnen.

Buenaventura ist der wichtigste Hafen Kolumbiens am Pazifik und damit auch ein wichtiger Knotenpunkt im internationalen Drogenhandel.

Weite Teile der Stadt werden nach Angaben von Menschenrechtlern kontrolliert durch paramilitärische Gruppen, die die Bevölkerung erpressen und mit gnadenloser Gewalt vorgehen.

Bischof Jaramillo hatte ursprünglich geplant, die Stadt von einem Hubschrauber aus zu segnen.

Einige Medien berichteten bereits, der Bischof werde vom Hubschrauber aus einen Exorzismus ausüben.

Gegenüber der spanischsprachigen Schwester-Agentur von CNA Deutsch, ACI Prensa, bestätigte der Bischof zwar am 10. Juli, dass er am Samstag die Stadt segnen werde. Einen Exorzismus vom Hubschrauber aus werde es jedoch nicht geben, so der Oberhirte.

Wir werden eine Prozession von Fahrzeugen, mit einem Feuerwehr-Auto und einer Statue des heiligen Buonaventura bilden. Damit fahren wir dann an alle Orte, die besonders einen Segen brauchen, in die schwierigsten Viertel, in denen in den vergangenen Jahren Menschen umgebracht wurden“.

So werde aus diesen Orten des Todes wieder ein Ort des Lebens, so der Bischof weiter.

An jedem Ort, an dem die Prozession Halt macht, wird der Bischof ein Gebet sprechen. Anschließend singen die Gläubigen gemeinsam und hören dem Zeugnis Betroffener zu. “Wir werden für die Oper beten und dann einen Segen sprechen“, sagte er.

“Wo Blut geflossen ist, wo Blut vergossen wurde, werden wir jetzt Weihwasser als Zeichen der Reinigung und Sühne einsetzen“, so der Bischof.

Wie die Agentur „Fides“ im vergangenen Monat berichtete, gab es allein im Jahr 2019 bisher 54 gewaltsame Todesfälle; viele weitere Menschen verschwanden, wurden jedoch nicht der Polizei gemeldet, aus Angst vor Repressalien.

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