Mosambik: Keine Nachricht von verschwundenen Ordensfrauen

Von islamischen Angreifern zerstörte Kirche in Mocímboa da Praia
Foto: Kirche in Not

Das Schicksal zweier Ordensfrauen und weiterer Katholiken in der von Islamisten eroberten Hafenstadt ist weiter ungewiß: Von den beiden Schwestern der Ordensgemeinschaft von St. Joseph von Chambéry und rund 60 weiteren Personen im Kloster von Mocímboa da Praia fehlt jedes Lebenszeichen.

Das teilte Pater Kwiriwi Fonseca, Sprecher der Diözese Pemba, gegenüber dem Hilfswerk "Kirche in Not" mit.

Zum Zeitpunkt des Überfalls der Rebellen, die nach eigenen Angaben dem "Islamischen Staat" angehören,  befanden sich die Schwestern in ihrem Kloster. Dort hielten sich offenbar rund 60 weitere Gläubige auf – "die meisten ältere Menschen und kleine Kinder". Kurz nach dem Angriff riss der Kontakt zu Schwester Inés Ramos und Schwester Eliane da Costa ab. Beide Ordensfrauen stammen aus Brasilien, so Pater Fonseca. 

Niemand wisse, was passiert ist, räumte der Priester ein: "Da wir keine Nachricht haben, wissen wir nicht, ob sie verschwunden sind, ob sie gestorben sind, oder ob sie entführt wurden. Wir wissen gar nichts".

Die humanitäre Krise in Cabo Delgado im Norden Mosambiks ist nach den Terroranschlägen in der Region angesichts der Zahl der Toten und Vertriebenen sowie aufgrund der fehlenden Möglichkeiten, den Vertriebenen Zuflucht zu bieten, weiter eskaliert.

Laut einem Priester des Erzbistums Nampula herrscht in der Region seit drei Jahren Krieg. Pater Cantífula de Castro, ein leitender Mitarbeiter von "Radio Encontro", sagte gegenüber "Kirche in Not", dass in seinem Bistum etwa fünftausend Vertriebene eingetroffen sind.

"Die meisten sind junge Frauen und Kinder, die humanitäre Hilfe benötigen. Ihnen mangelt es an einer Unterkunft, Nahrung, Kleidung und sogar an Material für die Vorbeugung von Covid-19."

Die Lage sei furchtbar: "Schätzungen zufolge gibt es etwas mehr als tausend Tote, niedergebrannte Häuser, verlassene Dörfer, im Busch lebende Menschen und andere, die mit leeren Händen an sichereren Orten Zuflucht suchen", so der Priester in einer Videobotschaft.

Seit Oktober 2017 ist die Provinz Cabo Delgado Schauplatz von Angriffen bewaffneter islamischer Gruppen.

Regierungstruppen haben versucht, den Hafen zurückzuerobern, der nach Angaben des "Wall Street Journal" auch der logistische Ausgangspunkt für ein Multimilliarden-Dollar-Erdgasprojekt ist.

Die seit 2017 eskalierenden Angriffe der radikal-muslimischen Terroristen haben nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mindestens 700 Menschenleben gekostet und mindestens 200.000 Personen zu Binnenvertriebenen gemacht.

Hintergrund


Mosambik wurde im 16. Jahrhundert von portugiesischen Franziskanern missioniert.

Heute leben in Mosambik nach offiziellen Angaben knapp 30 Millionen Menschen, von denen rund ein Drittel katholischen Glaubens sind: In den 12 Diözesen der ehemaligen portugiesischen Kolonie leben rund 8 Millionen Katholiken. Zudem gibt es zahlreiche protestantische Gruppen. Vor allem im Norden leben viele der knapp 18 Prozent der Muslime im Land.

Papst Franziskus besucht die Nation im Südosten Afrikas im vergangenen September.

Das könnte Sie auch interessieren: 

;