Nach Angriff auf Kapitol: Papst Franziskus bittet Jungfrau Maria um Fürsprache für USA

Papst Franziskus bringt der Muttergottes - in Gestalt Unserer lieben Frau von Lujan - am 8. Mai 2013 einen Blumenstrauss
Foto: Stephen Driscoll / CNA Deutsch

Papst Franziskus hat am Sonntag für die Vereinigten Staaten von Amerika gebetet. Der Pontifex bat die Unbefleckte Jungfrau Maria um Hilfe bei der Förderung einer "Kultur der Begegnung" nach der jüngsten Gewalt in Washington

"Ich richte einen herzlichen Gruß an das Volk der Vereinigten Staaten von Amerika, das durch diesen jüngst erfolgten Angriff auf den Kongress-Sitz erschüttert ist. Ich bete für diejenigen, die ihr Leben verloren haben, fünf an der Zahl", sagte Papst Franziskus nach seiner Angelus-Ansprache am 10. Januar.

"Ich bekräftige, dass Gewalt immer selbstzerstörerisch ist. Mit Gewalt ist nichts gewonnen, und so viel ist verloren. Ich fordere die US-Autoritäten und die ganze Bevölkerung auf, ein hohes Verantwortungsbewusstsein zu bewahren, um die Geister zu beruhigen, die nationale Versöhnung zu fördern und die demokratischen Werte zu schützen, die in der amerikanischen Gesellschaft verwurzelt sind", so der Papst.

Beim Mittagsgebet, das live aus der Bibliothek des Apostolischen Palastes im Vatikan übertragen wurde, betete Papst Franziskus um die Fürsprache Marias. Die Gottesmutter wurde im Jahr 1846 zur Schutzpatronin der USA erklärt.

"Möge die Unbefleckte Jungfrau, Patronin der Vereinigten Staaten von Amerika, helfen, die Kultur der Begegnung lebendig zu halten, die Kultur der Fürsorge".

Diese Kultur sei der wesentliche Weg, das Gemeinwohl gemeinsam aufzubauen", sagte der Papst, der auch in einem Videoclip, das am gestrigen 9. Januar veröffentlicht wurde, erklärte, dass er "erstaunt" über die Bilder aus Washington war – schließlich sie die USA ein so "diszipliniert" demokratisches Volk.

"Etwas funktioniert nicht", so Franziskus weiter in dem Clip, der auf der Website des italienischen Nachrichtensenders "TgCom24" veröffentlicht wurde. Mit "Menschen, die einen Weg gegen die Gemeinschaft gehen, gegen die Demokratie, gegen das Gemeinwohl." Eine solche Bewegung müsse verurteilt werden, betonte der Papst.

Der Clip wurde als Vorschau auf ein längeres Papst-Interview des Vatikan-Journalisten Fabio Marchese Ragona veröffentlicht, der für den italienischen Fernsehsender Mediaset arbeitet. Das Gespräch soll heute Abend ausgestrahlt werden, gefolgt von einem von Mediaset produzierten Film über das Leben von Jorge Mario Bergoglio, von seiner Jugend in Argentinien bis zu seiner Wahl als Papst Franziskus im Jahr 2013.

In seiner Katechese zur Taufe Jesu schilderte der Pontifex, warum der Sohn Gottes sich taufen ließ, obwohl er selber ohne Sünde war: "Weil er bei den Sündern sein will: Deshalb reiht er sich unter die Sünder ein, vollzieht die gleiche Geste wie alle anderen auch".

In der Taufe offenbare sich auch Gott, so der Papst weiter. "Der Himmel reißt auf und die Dreifaltigkeit wird offenbart. Der Heilige Geist kommt in Gestalt einer Taube herab und der Vater sagt zu Jesus: 'Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden'. Gott offenbart sich, wenn sich die Barmherzigkeit zeigt, denn sie ist sein wahres Gesicht".

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