Nach der Enthauptung von Lehrer in Paris: Eine gemeinsame Hinwendung an Pfarrer Jacques

Pfarrer Jacques Hamel
Foto: via CNA

Nach der Enthauptung eines Lehrers einer Pariser Schule auf offener Straße haben sich Vertreter mehrerer Religionen in Frankreich bei einem Denkmal für den ermordeten Pfarrer Jacques Hamel versammelt.

Der katholische Erzbischof von Rouen, Dominique Lebrun, traf sich am 18. Oktober gemeinsam mit Vertretern muslimischer, jüdischer und anderer christlicher Gemeinden an der Gedenkstätte nahe der Kirche Saint-Étienne-du-Rouvray, wo Hamel 2016 von Islamisten ermordet wurde.

Sie legten einen Kranz zu Ehren von Samuel Paty nieder, der am 16. Oktober in Conflans-Sainte-Honorine, einem Vorort von Paris, von einem 18-jährigen Tschetschenen ermordet wurde. Anschließend legten die religiösen Führer eine Schweigeminute ein.

Die Mitglieder des interreligiösen Komitees von Rouen erklärten in einer gemeinsamen Erklärung, dass sie sich versammelt hätten, "um ihre Bestürzung und schärfste Verurteilung des Mordes zum Ausdruck zu bringen".

"Gott kann nicht verlangen zu töten", sagten sie und spielten damit auf Berichte an, wonach der Täter, Abdullakh Abuyedovich Anzorov, den Geschichtslehrer geköpft habe, weil der Lehrer seiner Klasse eine Karikatur des islamischen Propheten Mohammed gezeigt hatte.

Augenzeugen sagten, dass Anzorov "Allahu akbar" - arabisch für "Gott ist groß" - schrie, als er Paty in der Nähe der Mittelschule, an der er unterrichtete, ermordete. Der 18-jährige russische Staatsangehörige tschetschenischer Herkunft wurde kurz nach dem Mord von der Polizei erschossen.

Die Vertreter der Religionsgemeinschaften teilten mit, dass "jeder gemäß seiner Tradition" sich dafür einsetzen werde, die Jugend so zu erziehen, dass sie sich für Dialog statt Gewalt einsetzen. So werde "eine wahre Brüderlichkeit" aufgebaut.

In einer separaten Erklärung am 17. Oktober übermittelte Lebrun – der Pater Jacques Bischof war – der Familie von Samuel Paty das Beileid der Katholiken in der Diözese Rouen aus.

"Mögen der Mörder und diejenigen, die den Fanatismus nähren, Licht in einer authentischen Begegnung mit Gott finden. Gott will niemals den Tod, auch nicht den der Gottlosen. Er will, dass sich die Menschheit vom Bösen abwendet, um ihre Berufung zur Liebe wieder zu entdecken", sagte der Bischof in einer Erklärung, die er zusammen mit zwei anderen katholischen Amtsträgern unterzeichnete.

Weitere französische Bischöfe schlossen sich Lebrun an. Bischof Éric Aumonier von Versailles, der Diözese, zu der Conflans-Sainte-Honorine gehört, sagte am 16. Oktober, dass der Mord "uns erschüttert, wie alle Bürger, die den Werten der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verbunden sind".

"Wir tragen ihn in unseren Gebeten, mit seiner Familie, seinen Kollegen, seinen Schülern und all jenen, die durch diese schreckliche Tat zutiefst verletzt sind", so Aumonier in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Versailler Weihbischof Bruno Valentin.

Hamel wurde von Anhängern des Islamischen Staates überfallen, als er am 26. Juli 2016 die heilige Messe zelebrierte. Die Islamisten ermordeten den Priester, bevor Sicherheitskräfte sie neutralisieren konnten. Die Diözese Rouen begann im selben Jahr mit einer Voruntersuchung zur Heiligsprechung des Priesters, nachdem Papst Franziskus auf die traditionelle fünfjährige Wartezeit verzichtet und Pater Jacques mehrmals als Märtyrer bezeichnet hatte.

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