Nach neuer Gewalt im Irak mit 45 Toten: Papst Franziskus betet für Opfer und Angehörige

Ein Demonstrant schwenkt die irakische Flagge in Bagdad am 29. November 2019
Foto: AFP via Getty Images
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Die andauernde Gewalt im Irak ist erschütternd und der Tot von 45 Demonstranten im Zuge der aktuellen Unruhen macht ihn traurig: Das hat Papst Franziskus am heutigen Sonntag in seiner Ansprache zum Gebet des Angelus gesagt.

"Mit Sorge verfolge ich die Situation im Irak", sagte der Pontifex am Ersten Advent, dem 1. Dezember 2019, und fuhr fort: "Mit Trauer habe ich erfahren, dass hart auf die Proteste der vergangenen Tage reagiert wurde, was  Dutzende Opfer gefordert hat."

"Ich bete für die Toten und Verwundeten; ich bin ihren Familien und dem gesamten irakischen Volk nahe und rufe Frieden und Eintracht von Gott herbei."

Bereits bei der Generalaudienz am 30. Oktober – vor einem Monat – hat Papst für Frieden im Irak betet.

Seitdem ist die Lage weiter eskaliert. Am 28. November erschossen irakische Sicherheitskräfte mindestens 45 Demonstranten. Am darauffolgenden Tag kündigte Premierminister Adel Abdul-Mahdi seinen Rücktritt an.

Angesichts der neuen Gewalt hat auch der chaldäische Patriarch, Kardinal Louis Raphael Sako, zum Gebet aufgerufen und die Christen im Land zu drei Tagen des Fastens aufgerufen (CNA Deutsch berichtete).

Wieviele Tote die seit zwei Monaten andauernden Unruhen gefordert haben, ist unklar. Von mindestens 400 Getöteten gehen westliche Agenturen aus.

Aktivisten und Beobachter bezeichnen die Proteste mittlerweile als "Oktoberrevolution" oder "Tishreen Revolution" beziehungsweise "Irakische Intifada 2019".

Die ersten Toten gab es mit Auftakt der Proteste am 1. Oktober. Tausende weitere Menschen wurden verletzt, seit Polizei und Sicherheitskräfte mit zunehmender Härte gegen die Demonstranten vorgehen, die in mehreren Städten im vorwiegend schiitischen Süden des Landes gegen die Regierung und Korruption protestieren.

Überblick: Religion im Irak

Im Irak sind offiziellen Schätzungen zufolge 97 Prozent der Bevölkerung muslimischen Glaubens; davon sind etwa zwei Drittel Schiiten und ein Drittel Sunniten. Der Islam ist Staatsreligion. Christen – die seit etwa 40 nach Christus im Land präsent sind - machen heute aktuellen Schätzungen zufolge nur noch ca. 1 Prozent der Bevölkerung aus. Im Jahr 1950 sollen es noch zwischen 10 und 12 Prozent der Bevölkerung gewesen sein.

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