Nicaragua: Gesundheitszustand des von der Diktatur entführten Bischofs verschlechtert sich

Bischof Rolando Álvarez
Foto: Diözese Matagalpa

Die nicaraguanische Zeitung La Prensa hat berichtet, dass sich der Gesundheitszustand von Rolando Álvarez, dem Bischof von Matagalpa, verschlechtert. Bischof Álvarez war von der nicaraguanischen Diktatur unter Führung von Daniel Ortega und seiner Frau Rosario Murillo Mitte August entführt worden.

In einer Meldung vom 19. September unter Berufung auf Quellen, die mit der Bischofskonferenz in Verbindung stehen, wies die Zeitung darauf hin, dass sich die Herzprobleme von Bischof Rolando Álvarez verschlimmert hätten.

"Wir haben nicht viele Informationen. Eigentlich wissen wir das, was alle wissen. Bischof Rolando ist zu Hause, mit seinen Gesundheitsproblemen. Schon vor seiner Festnahme hat er regelmäßig den Arzt aufgesucht, da er Herzprobleme hat und diese ganze Situation hat es verschlimmert", sagten die Quellen, die darum baten, aus Sicherheitsgürnden anonym zu bleiben.

Bischof Rolando Álvarez wurde seit Anfang August von der Ortega-Polizei in seinem Haus festgehalten. Am 19. August wurde er dann entführt und nach Managua gebracht, wo er nun unter Hausarrest steht.

Bisher gibt es laut Angaben von La Prensa weder ein Gerichtsverfahren noch eine formelle Anklage gegen ihn.

Am 15. September verabschiedete das Europäische Parlament mit 538 Stimmen bei 16 Gegenstimmen eine Resolution, in der die sofortige Freilassung des Bischofs gefordert wurde.

Am Tag seiner Festnahme wurden auch andere Priester und Seminaristen festgenommen, die derzeit im Foltergefängnis El Chipote inhaftiert sind.

Dabei handelt es sich um die Priester Ramiro Tijerino, José Luis Diaz, Sadiel Eugarrios und Raúl González sowie um die Seminaristen Darvin Leyva und Melquín Sequeira aus der Diözese Matagalpa. Auch ein Kameramann aus dieser Diözese, Sergio Cárdenas, befindet sich in Haft.

Pfarrer Oscar Benavidez, der dem Bistum Siuna angehört, wird ebenfalls in El Chipote gefangengehalten. 

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