Nicaragua: Trotz Protestverbote ein Gottesdienst für Gerechtigkeit und Freiheit

Die Neue Kathedrale von Managua
Foto: Wikimedia (CC0)
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Am vergangenen Sonntag, den 21. Oktober, fand  in der Kathedrale von Managua eine Protestkundgebung statt, bei der die Teilnehmer Gerechtigkeit und Freiheit forderten.

Das berichtet die Agentur "Fides".

Bei der Eucharistiefeier, an der auch zahlreiche Jugendliche teilnahmen, wurden Fotos von politischen Gefangenen gezeigt, deren Angehörige um Freilassung baten.

Pater Rodolfo Lopez, der den Gottesdienst in der Kathedrale zelebrierte, betete besonders für politische Gefangene und erinnerte daran, dass das nicaraguanische Volk seit sechs Monaten Gerechtigkeit fordert und die Proteste den Regierungstruppen gewaltsam unterdrückt wurden, wobei zwischen 320 und 500 Menschen starben.

Am Ende der Messe begannen alle Anwesenden, die Namen der politischen Gefangenen nacheinander zu aufzurufen und betonten: "Es waren Studenten, keine Kriminellen".

Die Anwesenden ließen sich von Gerüchten nicht einschüchtern, wonach außerhalb der Kathedrale die Polizei die Demonstranten aufhalten wollte, sowie es am vergangenen Sonntag geschehen war, als 38 Personen wegen Demonstrationen gegen die Regierung festgenommen wurden, so "Fides".

Die Festgenommenen wurden zwar am darauf folgenden Tag freigelassen, doch wie die Interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH) berichtet, sind immer noch über 300 Menschen in den Gefängnissen inhaftiert, weil sie an Protesten gegen die Regierung teilgenommen haben.

In den vergangenen drei Wochen hat das Militär in Nicaragua die Unterdrückung der Protestmärsche verschärft und jegliche öffentliche Demonstration in den Straßen der Hauptstadt verhindert.

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