Nigerianischer Erzbischof fordert Ende der Entführungen

Nigerianische Flagge
Foto: railway fx/Shutterstock

Die Entführungen katholischer Priester und weiterer Personen in Nigeria müssen ein Ende nehmen. Das hat Erzbischof Ignatius Kaigama von Abuja jetzt gefordert, wie die Catholic News Agency (CNA) berichtet.

Der Bischof äußerte sich beim Besuch einer Kirche, deren Pfarrer entführt und erst wenige Wochen vor Weihnachten freigelassen wurde. Kaigama hatte wiederholt zum Gebet für die sichere Freilassung von Pater Matthew Dajo und für andere, die ebenfalls gefangen gehalten werden, aufgerufen.

"Wir danken Gott, dass es ihm trotz seiner Qualen in den Händen seiner Entführer im Großen und Ganzen gut geht, abgesehen von dem psychologischen Trauma, unter dem er immer noch leidet", sagte der Erzbischof der Kirchengemeinde in einer Predigt am 10. Januar in der St. Anthony's Catholic Church in der Stadt Yangogi im Federal Capital Territory von Nigeria.

Am 22. November wurde der Pfarrer der Gemeinde, Pater Dajo, von bewaffneten Männern während eines nächtlichen Angriffs auf die Stadt entführt. Bewaffnete stürmten die Gemeinde und schossen immer wieder mit ihren Waffen um sich. Sie kletterten über den Zaun und entführten den Priester aus seinem Schlafzimmer. Er wurde 10 Tage lang gefangen gehalten.

Kaigama lobte die Gemeinde für ihre "Glaubensstärke" und dafür, dass sie "im Gebet ausharrten in der Überzeugung, dass er freigelassen werden würde", so die nigerianische Zeitung Vanguard.

Der Erzbischof sagte zu Dajo: "Sie haben nicht zugelassen, dass der traurige Vorfall Sie demoralisiert, da Sie Ihre geistlichen und pastoralen Aktivitäten zur Überraschung der Täter eines solchen Übels fortgesetzt haben."

Entführungen von Katholiken schaden letztlich den Armen, sagte der Erzbischof und verwies auf die geistliche und karitative Arbeit der Kirche.


"Was auch immer das Motiv der Entführer sein mag, Geld oder bloße Einschüchterung, es sollte denjenigen, die solche schändlichen Aktivitäten betreiben, klar sein, dass die katholische Kirche den Armen durch große Opfer eine Frohe Botschaft bringt", sagte Kaigama.

"Sie ergänzt die Bemühungen der Regierung durch ihre selbstlosen sozialen, erzieherischen und medizinischen Dienste für die Bedürftigen, also ist die Belästigung der Kirche eine Belästigung der Bedürftigen", sagte der Erzbischof. "Was immer die katholische Kirche hat und tut, ist zum Wohle aller, unabhängig von religiösen, ethnischen oder politischen Unterschieden."

Seine Äußerungen kommen nach einer weiteren großen Entführung, bei der 344 Schüler aus der Government Science Secondary School in der Stadt Kankara im nordwestlichen nigerianischen Bundesstaat Katsina entführt wurden. Die Jungen wurden sechs Tage lang im riesigen Rugu-Wald festgehalten, bevor sie am 17. Dezember von Sicherheitskräften befreit wurden, berichtet Reuters.

Am 15. Dezember übernahm die militante islamistische Gruppe Boko Haram die Verantwortung für die Entführung, aber Experten bezweifeln deren Beteiligung.

Im Namen aller Entführungsopfer sagte Kaigama: "Wir beten für die Freilassung aller, die noch in Gefangenschaft sind, und für die Bekehrung der Verantwortlichen dieser unmenschlichen Tat... Möge Christus sich den Schuldigen solch böser Taten wie Entführung, Vergewaltigung, Tötung usw. offenbaren und ihnen einen Sinneswandel schenken."

Auch andere Geistliche waren in den vergangenen zwei Monaten Opfer von Entführungen.

Am 27. Dezember wurden in der Erzdiözese Owerri im Südwesten Nigerias Weihbischof Moses Chikwe und sein Fahrer entführt und ein paar Tage später unverletzt und ohne Zahlung von Lösegeld freigelassen.

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