Oberster Gerichtshof Pakistans verkündet Wiederaufnahme des Falls Asia Bibi

Asia Bibi
Foto: o.A.
Facebook Twitter Google+ Pinterest Addthis

Der Oberrichter des Obersten Gerichtshofs Pakistans, Mian Saqib Nisar, hat angekündigt, dass er den Prozess um die Freilassung von Asia Bibi, der katholischen Mutter, die aufgrund des Blasphemiegesetzes in Pakistan verurteilt worden war und seit mehr als acht Jahren eingekerkert ist, wieder aufnehmen wird.

Nasir teilte dies Saif-ul-Malook, dem Anwalt Bibis, mit. Laut der Agentur EFE sagte der Richter zu ihm: "Bereiten Sie sich vor. Ich werde ihren Fall regeln, und ich selbst werde den Vorsitz bei Gericht übernehmen."

Beide führten am 21. April eine Anhörung durch, in der Malook darum bat, den Personenschutz wiederherzustellen, der ihm am 20. Februar auf Anordnung des Richters bei der Bundes- und Provinzregierungen entzogen worden war.

Nasir hatte angeordnet, dass der Schutz von Personen "ohne Titel" aufgehoben werden sollte.

Malook erklärte, der Richter "habe dem stattgegeben und dem Polizeichefs (der Provinz) von Punjab angeordnet, meine Sicherheit sofort wiederherzustellen."

An diesem Tag erinnerte Nasir Malook an die Situation Asia Bibis und sagte zu ihm: "Bereiten Sie sich vor. Ich werde ihren Fall regeln, und ich werde selbst den Vorsitz führen.

Der Anwalt kommentierte auf UCA News, dass "Bibis Familie und alle, die ihre Situation kennen, sich über die Nachricht freuen, dass ihr Berufungsverfahren bald stattfinden wird."

Im März wurde Asia Bibi von ihrem Ehemann Ashiq und ihrer Tochter Fisham im Gefängnis von Multan besucht. Die beiden gaben ihr einen Rosenkranz, den ihnen Papst Franziskus während ihrer Privataudienz im Februar überreicht hatte.

Laut Angaben der Päpstlichen Stiftung "Kirche in Not" hatte Asia Bibi damals gesagt: "Es ist das erste Mal in neun Jahren, dass sie mir erlauben, einen religiösen Gegenstand in der Zelle zu behalten."

Im Jahre 2009 war Asia Bibi aufgrund des Verbrechens der Gotteslästerung verurteilt worden. Nachdem sie aus einem Brunnen getrunken hatte, behauptete eine Gruppe muslimischer Frauen, das Wasser sei nun verunreinigt, da sie Christin sei.

Bibi antwortete auf die Beleidigungen gegen ihren Glauben: "Ich glaube an meine Religion und an Jesus Christus, der am Kreuz für die Sünden der Menschheit gestorben ist. Was hat der Prophet Mohammed getan, um die Menschheit zu retten?"

Nachdem Asia Bibi zum Tode verurteilt worden war, begann ein Kampf vor Gericht, um sie zu retten. Doch die hauptsächlichen Verteidiger, die sich für ihre Freilassung eingesetzt hatten - der katholische Politiker und Minister für Minderheiten Shabahz Bhatti, sowie der Gouverneur der Provinz Punjab, Salman Taseer - wurden ermordet.

Im Oktober 2016 wurde der endgültige Prozess um die Freilassung von Asia Bibi ohne Angabe eines Datums verschoben, nachdem einer der Richter zurückgetreten war.

Im November 2017 protestierten mehr als dreitausend Muslime mehrere Tage lang in den Straßen von Islamabad, der Hauptstadt Pakistans, um von der Regierung die Hinrichtung der katholischen Mutter zu fordern.

Diese Richtlinie ist von der Scharia - dem religiösen Gesetz des Islam - inspiriert, um jegliche Beleidigung Allahs, Mohammeds oder des Korans in Wort oder Werk zu bestrafen - auch mit dem Tod.

 

Das könnte Sie auch interessieren: