Olympische Läuferin, die verletzter Konkurrentin half, verläßt sich auf Gott

Abbey D'Agostino
Foto: Mit Genehmigung der Universität Dartmouth (USA).
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Was echte Sportlichkeit ist, das hat eine olympische Läuferin der Welt bei den Wettkämpfen in Rio diese Woche gezeigt. Und ihre Freude am Sport verdankt sie ihrem Glauben an Gott, betont sie.

Abbey D’Agostino wuchs in einer katholischen Familie auf. Im Interview mit Podcaster Julia Hanlon sprach sie über ihr Verhältnis zum Laufsport, ihre Verletzungen und ihr Gebetsleben. Das Gespräch wurde Ende 2015 im "Running on Om"-Podcast veröffentlicht. Dabei erzählte sie Hanlon, sie habe realisiert, dass sie dieses Rennen nicht aus eigener Kraft renne. "Und ich glaube, dass ich meine Ängste vor Gott zugeben konnte: Das erlaubte mir erst, den Frieden zu spüren, und zu dem fühlte ich mich hingezogen, ich wollte einen Gott kennenlernen, der in meinem ganzen Leben so wirkte."

"Und so entzündete ich auch die schiere Freude am Sport wieder in mir", sagte die heute 24 Jahre alte D'Agostino.

Beim 5.000-Meter-Lauf am vergangenen Dienstag prallten D'Agostino und die Neuseeländerin Nikki Hamblin aufeinander. Beide stürzten zu Boden.

Nachdem sie wieder aufgestanden war, lief D'Agostino nicht gleich weiter, sondern wandte sich der ebenfalls gestürzten Hamblin zu, um ihr zu helfen. Dann bemerkte D'Agostino, die unter starken Schmerzen litt, dass sie nicht weiterlaufen konnte. Hamblin blieb einige Augenblicke bei ihr, um ihr aufzuhelfen.

"Victory is in the quality of the competition, not the final score." Sparkle fingers to competitors Abbey D'Agostino and...

Posted by Girls on the Run-Chicago on Wednesday, August 17, 2016

Beide beendeten schließlich das Rennen, doch D'Agostino humpelte sichtlich auf den letzten fünf Runden. An der Ziellinie umarmten einander die beiden Läuferinnen. D'Agostino verließ die Arena in einem Rollstuhl.

Obwohl sich die beiden Läuferinnen nicht für das Finale qualifiziert hatten, entschieden die Wettkampfrichter, dass sie aufgrund ihres fairen, sportlichen Verhaltens doch antreten durften. Doch wie sich herausstellte, konnte D'Agostino nicht mitlaufen: Sie hatte einen Kreuzbandriss. In einer Stellungnahme teilte sie am Mittwoch mit: "Obwohl meine Handlungen zu dem Zeitpunkt rein instinktiv waren, kann ich es mir nur so erklären, dass Gott mich darauf vorbereitet hat, in diesem Moment so zu reagieren. Die ganze Zeit, die ich hier in Rio bin, hat Gott mir klar gemacht, dass es um mehr ging als meine Wettkampf-Leistung – und in dem Moment, in dem ich Nikki aufstehen sah, wußte ich: Das ist es."

Wie ihr Gottvertrauen dabei hilft, mit der Aufregung vor einem Wettkampf umzugehen – darüber sprach D'Agostino mit Podcasterin Hanlon. "Wie auch immer das Rennen ausgehen mag: Ich werde es akzeptieren", sage sie sich selbst. "Ich war so dankbar und einfach hingezogen zu dem, was sich für mich wie eine echte Manifestation des Wirken Gottes in meinem Leben war."

Frühere Verletzungen hätten sie gezwungen, sagte sie Hanlon, "mehr auf Gott zu vertrauen als ich je für möglich gehalten hätte".

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"Theoretisch habe ich gewußt, dass ich auf Gott vertrauen muss und mich ihm ganz hingeben, wenn ich den Frieden und die Freude und Zufriedenheit empfinden will, die er anbietet. Aber es zu erleben ist etwas ganz anderes, und sich in einer Situation wieder zu finden, in der freigelegt wird, an was Du glaubst."

"Die Schwere der Sportverletzungen legte frei, was in meinem Herzen ist", sagte sie.

Die Einsamkeit und der Verlust des Selbstbewußtseins nach den Verletzungen habe sie mit der Frage konfrontiert, ob sie sich wirklich auf Gott verlasse, und sich wirklich darum bemühe, Gott die Kontrolle zu geben und ihn durch den Sport zu rühmen und feiern.

Die Athletin sprach über ihr geistliches Leben. Sie nutze ihre Gebetszeit um zu betrachten, "was Gott in meinem Leben bewirkt hat". Sie hört Anbetungsmusik, liest die Schrift, und führt ein Tagebuch. Das schenke ihr Demut und Dankbarkeit, so dass sie ihren Platz vor Gott anerkenne.

Wenn sie läuft, denke sie, dass ihr Gottvertrauen und die Gegenwart des Heiligen Geistes entweder bewußt oder unbewußt antreibe.

In aller Öffentlichkeit über ihren Glauben so zu sprechen, falle ihr nicht leicht, räumte sie ein. "Ich will mich nicht als Missionarin fühlen und den Leuten das aufzwängen. Aber gleichzeitig ist es authentisch, wenn ich dann doch darüber rede", sagte sie. So ihre eigene Stimme zu finden und mit dieser zu sprechen, auch in den Sozialen Medien: Das, sei ein großes Abenteuer im vergangenen Jahr gewesen.

Ihre Sorge sei, dass Menschen den Eindruck haben könnten, sie wolle andere zum Glauben bekehren dabei. "Darum geht es nicht. Gottes Wahrheit steht für sich selbst. Die muss nicht verkauft werden".

Doch sei es schwer, den eigenen Glauben so vorzuleben, dass es begeistert, ermutigt und doch sanft sei. "So habe ich ihn selber empfangen."

In einem Interview mit  GaryCohenRunning.com, dass im Dezember 2013 geführt wurde, beantwortete D’Agostino die hypothetische Frage, was sie tun würde, wenn sie eine Zeitmaschine hätte. "Ich würde gerne Mutter Theresa treffen. Das wär's", sagte sie. "Es wäre etwas Besonderes, mit ihr zu sprechen."