Paderborner Priesterkreis fordert Kardinal Marx zu Rücktritt vom DBK-Vorsitz auf

Kardinal Reinhard Marx im Pressesaal des Vatikans am 15. Feburar 2017.
Foto: CNA/Daniel Ibanez
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Aus Anlaß der jüngsten Äußerungen von Kardinal Reinhard Marx über den Begriff "christliches Abendland" hat der Priesterkreis "Communio veritatis" in einer öffentlichen Erklärung dessen Rücktritt vom Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz gefordert. 

"Wir werfen Ihnen vor, Ihr geistliches Amt zu missbrauchen, indem Sie die Sakramente der Kirche offenkundig als Ihren Privatbesitz ansehen, den Sie beliebig auf dem Altar des Zeitgeistes opfern", so die auf das "Fest der Taufe des Herrn 2019" datierte Erklärung gegenüber Kardinal Marx.

Auf die Frage, warum sich der Priesterkreis in einem solchen Ton mit einer solchen Forderung öffentlich an den Kardinal wendet, antwortete Pastor Frank Unterhalt gegenüber CNA Deutsch: 

"Da die Aussage von Kardinal Marx, daß er den Begriff christliches Abendland für ausgrenzend halte, von uns als extrem polemisch wahrgenommen wurde, mußten wir deutlich antworten."

Kardinal Marx hatte laut Medienberichten bei einer Veranstaltung in Berlin den Begriff "christliches Abendland" als "ausgrenzend" bezeichnet und gesagt, dass er davon "nicht viel halte". In ihrer Erklärung schreiben die Priester von "Communio veritatis" an den Kardinal wörtlich:

"Wir weisen die Instrumentalisierung unserer Religion zurück! Sie benutzen diese in verfälschender Verweltlichung zur Verbreitung der linksliberalen politischen Ideologie des Mainstreams".

Der Katechismus seit "nicht Name einer Insel in der Südsee, sondern die verbindliche Auslegung der Lehre der Kirche", so die Erklärung weiter.

Eine Antwort habe man bislang nicht erhalten, so die Unterzeichner gegenüber CNA Deutsch. Es gebe jedoch "eine stetig wachsende Zahl zustimmender und dankbarer Mails".

Hintergrund: Priesterkreis "Communio veritatis"

Der Priesterkreis "Communio veritatis", unter dem Patronat des heiligen Johannes Paul II., ist nach eigenen Angaben ein Zusammenschluss "von Priestern des Erzbistums Paderborn, der jedoch in anderen Bistümern und international viele Freunde und Befürworter hat". Gegründet wurde er von zehn Geistlichen am 22. Februar 2018 - am Fest Kathedra Petri - um sich in der aktuellen Kirchenkrise zu stärken, so Pastor Unterhalt in einem Interview mit der "Tagespost" im März 2018.

Wieviele Priester derzeit der Gruppe angehören, dazu mache man keine Angaben, so der Kreis am heutigen 14. Januar 2019 gegenüber CNA Deutsch. 

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