Papst ernennt italienischen Journalisten und Laien zum Leiter der Kommunikationsbehörde

Der neue Leiter des Dikasteriums für Kommunikation, Paolo Ruffini
Foto: Gemeinfrei
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Zum ersten Mal übernimmt ein Laie die Leitung einer Behörde der Kurie: Papst Franziskus hat Paolo Ruffini zum Chef der Kommunikationsbehörde des Vatikans ernannt.

Der 1956 im sizilianischen Palermo geborene, seit über 30 Jahren verheiratete Ruffini studierte Jura in Rom und arbeitet seit 1979 als Journalist, unter anderem für Zeitungen in Neapel und Rom sowie den Rundfunksender "Rai". 

Der Italiener steht vor einer gewaltigen Herausforderung, was die Kommunikationsarbeit des Vatikans betrifft. Er übernimmt die Zügel der Behörde von Monsignore Lucio Ruiz, der das Dikasterium seit dem Lettergate-Fiasko kommissarisch geleitet hat.

Der Fake-News-Skandal nahm seinen Lauf im März 2018, als aufflog, dass der damalige Leiter, Monsignore Dario Vigano, nicht nur von Papst emeritus Benedikt ein Empfehlungsschreiben für eine Reihe von Bändchen über "die Theologie von Papst Franziskus" angefordert hatte.

(Vigano hat unter anderem auch den Auftragsfilm "Papst Franziskus – ein Mann seines Wortes" von Wim Wenders bestellt.)

Als Benedikt die Aufforderung freundlich ablehnte und zudem im gleichen Brief einen der Autoren kritisch hinterfragte, unterschlug Vigano dies nicht nur, sondern stellte in der Öffentlichkeit den Brief als "Empfehlung" hin, schreckte dabei nicht einmal davor zurück, eine gestellte Photographie des Briefes retuschiert zu veröffentlichen.

Als der Skandal aufflog, nahm Papst Franziskus den Rücktritt Viganos an, der seitdem weiterhin als "Berater" in der Behörde fungiert.

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