Papst Franziskus betet für Opfer des Taifuns, erinnert an ermordeten Pfarrer Malgesini

Papst Franziskus Predigt im Petersdom am 15. November 2020.
Foto: Vatican Media

Für die Opfer des Taifuns "Vamco" auf den Philippinen hat Papst Franziskus am heutigen Sonntag gebetet.

"Ich wende mich mit meinem Gebet an die Menschen auf den Philippinen, die unter den Zerstörungen und vor allem unter den Überschwemmungen leiden, die durch einen starken Taifun verursacht wurden".

Er bekunde seine Solidarität mit den ärmsten Familien, die diesen Katastrophen ausgesetzt sind, und seine Unterstützung für diejenigen, die sich für sie einsetzen.

Der Tropensturm hat Dutzenden Menschen das Leben gekostet, über 400.000 Personen mussten ihre Häuser verlassen. Bislang ist von mindestens 50 Toten die Rede.

In seiner Ansprache zum Angelus hat Papst Franziskus am 15. November über das Gleichnis von den Talenten aus dem Matthäus-Evangelium gesprochen. 

"Das Gleichnis erzählt von einem reichen Mann, der weggehen muss und, eine lange Abwesenheit voraussehend, seine ganze Habe drei seiner Diener anvertraut: dem ersten vertraut er fünf Talente an, dem zweiten zwei, dem dritten eins".

Jesus stelle fest, dass die Verteilung "nach den Fähigkeiten eines jeden" erfolgt, so der Pontifex.

"Das ist es, was der Herr mit uns allen tut: Er kennt uns gut, er weiß, dass wir nicht gleich sind, und will niemanden zum Nachteil des anderen privilegieren, sondern vertraut jedem ein seinen Fähigkeiten entsprechendes Kapital an."

Während die beiden ersten Diener das Geld gut investieren, vergräbt der dritte das Geld – und wird dafür bestraft. 

Er verteidige seine Faulheit, indem er seinen Meister beschuldige, "streng" zu sein. Der Meister  nennt ihn daraufhin einen "bösen und faulen" Diener, so der Pontifex. "Er lässt ihm sein Talent wegnehmen und ihn aus seinem Haus werfen."

Mit anderen Worten: "Am Ende unserer Existenz wird Gott in persönlichem Urteil diejenigen mit dem Paradies, mit dem ewigen Leben belohnen, die ihre recht Gaben genutzt haben", warnte der Papst. 

"Aber Vorsicht!  Lasst uns nicht über andere urteilen, prüfen wir vielmehr uns selbst. Und vergessen wir nicht, dass Gott selbst die größten Sünder retten kann."

Auch die Jungfrau Maria empfing Jesus von Gott, aber "sie behielt ihn nicht für sich selbst, sondern schenkte ihn der Welt, ihrem Volk", fuhr Franziskus fort.

"Von ihr lernen wir die Furcht vor dem Herrn, aber nicht die Angst. Vor allem lernen wir die fürsorgliche Liebe, füreinander da zu sein, damit der Herr uns bei seiner Wiederkunft dabei antrifft, wie wir seine Gaben fruchtbar machen", erklärte der Papst.

In seiner Predigt zum Welttag der Armen widmete sich der Papst ebenfalls der Auslegung des Evangeliums vom Tage und rief Franziskus zum Einsatz für die Bedürftigen auf.

"Den Armen etwas zu geben, garantiert uns eine ewige Rendite und ermöglicht uns schon jetzt, reicher an Liebe zu werden."

Als Vorbild würdigte der Pontifex den in Norditalien getöteten Pater Roberto Malgesini. Der 51-Jährige war in Como von einem illegalen Migranten aus Tunesien auf offener Straße erstochen worden.

"Die Täuschung der Welt, wonach Erfolg, Macht und Geld dem Leben Sinn verleihen, wird vergehen, während die Liebe, das, was wir gegeben haben, sich als wahrer Reichtum erweisen wird", predigte der Pontifex.

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