Papst Franziskus: Das Christentum ist von Gott auserwählt, und nicht nur eine Ethik

Papst Franziskus feiert die Frühmesse in der Kapelle des Domus Sanctae Marthae im Vatikan.
Foto: Vatican Media

Das Christentum als Volk Gottes hat "den Geruch, ein auserwähltes Volk zu sein": Das hat Papst Franziskus am heutigen Donnerstag in der heiligen Messe gesagt und dabei betont, dass das Christentum "nicht nur eine Ethik" sei.

Franziskus verknüpfte damit am 7. Mai in der Kapelle des Domus Sanctae Marthae im Vatikan auch eine deutliche Warnung vor dem "Gefühl, eine Elite zu sein", nur moralisierende Entscheider und Besserwisser zu sein.

"Wenn mich jemand fragen würde, was die gefährlichste Abweichung der Christen heute sei, dann würde ich ohne Zweifel sagen, dass es die fehlende Erinnerung an die Zugehörigkeit zu einem Volk ist."

"Wenn diese fehlt, dann verfallen wir in Dogmatismus. Dann spielen nur noch Moralismen, ethische Anwandlungen und elitäre Bewegungen eine Rolle, weil das Volk fehlt", so der Papst wörtlich.

Mit dieser Warnung knüpfte Franziskus an ähnliche Aussagen der vergangenen Tage an, die an seinen historischen Brief an alle Katholiken in Deutschland zum sogenannten "Synodalen Weg" erinnern. 

In der im Internet übertragenen Predigt in der Kapelle seiner Residenz warnte der Papst heute erneut vor  abgehobenem Denken und ideologisch motiviertem Handeln.

"Wir sind ein Volk aus Sündern, weil wir das alle sind, aber das sich in der Regel nicht irrt, das den Sinn dafür hat, ein auserwähltes Volk zu sein, das hinter einem Versprechen hergeht und das ein Bündnis geschlossen hat, auch wenn es dieses vielleicht nicht respektiert, aber es weiß darum."

Von Gott auserwählt, aber nicht ideologisch

In seiner Auslegung der Lesungen zum Tage erklärte der Pontifex, dass "das Christentum mehr als nur eine Lehre ist. Es ist eine Geschichte, die diese Lehre trägt, die die Verheißung Gottes ist, der Bund Gottes, von Gott auserwählt zu sein".

"Das Christentum ist die Zugehörigkeit zu einem Volk, das von Gott frei gewählt wurde, und wenn wir dieses Bewusstsein der Zugehörigkeit zu einem Volk nicht haben, werden wir ideologische Christen sein", warnte Franziskus.

Gebet für die Künstler

Zum Auftakt der Messe erwähnte der Papst einen Brief, den er erhalten habe. "Ich habe einen Brief von einer Gruppe von Künstlern bekommen, die uns für das Gebet danken, das wir für sie geleistet haben. Ich möchte den Herrn bitten, sie zu segnen, denn die Künstler machen einem begreiflich, was Schönheit ist, und ohne das Schöne kann das Evangelium nicht verstanden werden: Lasst uns noch einmal für die Künstler beten", so der Pontifex. 

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