Papst Franziskus lädt Kinderärzte ein, Kultur und Gesellschaft mitzugestalten

Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 14. März 2018
Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch
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Papst Franziskus hat im Vatikan eine Gruppe italienischer Kinderärzte empfangen und die Mediziner ermutigt, "Förderer einer Kultur der Solidarität und integrativen Gesundheit" zu sein.

"In unserer Zeit werden die Behandlungen und Vorsorgeuntersuchungen immer öfter zum Vorrecht derjenigen, die einen bestimmten Lebensstandard genießen und es sich daher leisten können", sagte er Mitgliedern des italienischen Kinderarztverbandes.

Der Papst traf sich mit der Gruppe, die seit rund 40 Jahren im Land tätig ist und über 5.500 Familien-Kinderärzte unterstützt.

"Ich ermutige Sie, sich dafür einzusetzen, dass diese Ungleichheit nicht zu den vielen anderen hinzukommt, die bereits die Schwächsten treffen", so Franziskus.

Papst Franziskus würdigte Bandbreite an Fähigkeiten und Ausbildungen, die für die Betreuung von Kindern von der Geburt bis zum Jugendalter erforderlich ist, und lobte die Anwesenden für ihr Engagement, stets auf dem neuesten Stand der medizinischen Entwicklungen zu bleiben und gleichzeitig "eine Kultur zu fördern, die besser in der Lage ist, die Gesundheit der Menschen, insbesondere der Kleinen, zu schützen".

"In unserer Zeit, in der die vielen Annehmlichkeiten und technologischen und sozialen Entwicklungen mit immer stärkeren Auswirkungen auf die natürliche Dynamik des menschlichen Körpers bezahlt werden, wird es dringend notwendig, ein ernsthaftes Programm der Gesundheitserziehung und des Lebensstils umzusetzen, das den Körper respektiert, so dass der Fortschritt nicht auf Kosten der Person geht", sagte er.

Der Papst ermutigte die Ärzte, häufig die Abschnitte in der Heiligen Schrift zu lesen, in denen Jesus den Kranken begegnet und sie heilt. Diese seien eine ständige Quelle der Inspiration.

"Aufgrund des Glaubens, den ihr empfangen habt, seid ihr immer berufen, Jesus, die Quelle der Nähe und Zärtlichkeit, als ein Modell der Menschlichkeit und der Hingabe an andere zu betrachten", sagte der Papst.

Franziskus erinnerte die Ärzte daran, immer auf die Person zu achten, der sie begegnen, sei es der Elternteil, der ihnen die Gesundheit eines Kindes anvertraut, sei es der Patient, der betreut wird.

Vor allem Kinder, sagte der Papst, "haben starke Antennen und begreifen schnell, ob wir ihnen wohlgesinnt sind oder ob wir abgelenkt sind, denn vielleicht wünschen wir uns, dass wir die Schicht bereits beendet hätten, wollen schneller arbeiten oder einen Patienten finden, der weniger schreit".

Zuwendung, betonte der Pontifex, sei besonders wichtig und beeinflusse alle Aspekte der Behandlung positiv, bis hin zur Wirksamkeit von Medikamenten.

Kinderärzte können eine Rolle bei der Gestaltung der Kultur spielen, und ihre Arbeit "stellt eine echte Mission dar, die sowohl den Geist als auch das Herz einbezieht", sagte Papst Franziskus.

In ihrem Beruf, so der Pontifex, legen katholische Kinderärzte "ein christliches Zeugnis ab, weil Sie versuchen, die Werte des Evangeliums und Ihr Gefühl der Zugehörigkeit zur Kirche zu leben", sagte der Papst, "aber auch für die Weite Ihres Blicks, für die Fähigkeit, sich den sozialen Kontext und das Gesundheitssystem vorzustellen, das für die Zukunft am besten geeignet ist, und für Ihren Wunsch, mit Demut und Kompetenz im Dienst jeder Person zu stehen, die Ihnen anvertraut ist."

Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original.

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