Papst Franziskus nimmt Rücktritt von Kardinal Robert Sarah an

Kardinal Robert Sarah
Foto: CNA/Paul Badde

Papst Franziskus hat am Samstag den Rücktritt von Kardinal Robert Sarah als Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung angenommen.

Sarah, der im Juni 2020 75 Jahre alt wurde, war der dienstälteste afrikanische Prälat im Vatikan und wurde im November 2014 von Papst Franziskus zum Leiter der Liturgieabteilung ernannt.

Zuvor hatte er als Präsident des Päpstlichen Rates Cor Unum und als Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker gedient.

Der Kardinal aus Guinea hat eine Trilogie von Büchern geschrieben, die in der katholischen Welt viel gelesen werden: "Gott oder nichts" (2015), "Die Macht der Stille" (2016) und "Der Tag ist weit fortgeschritten" (2019).

Sarah erklärte in einem Tweet am 20. Februar, dass Papst Franziskus seinen Rücktritt nach seinem 75. Geburtstag angenommen habe.

"Ich bin in den Händen Gottes. Der einzige Fels ist Christus. Wir werden uns sehr bald in Rom und anderswo treffen", schrieb er auf Twitter.

Während seiner Amtszeit bei der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung machte sich Kardinal Sarah einen Namen für unverblümte Stellungnahmen zur Kirche und der Welt.

In der deutschsprachigen Ausgabe seines Buches "Herr, bleibe bei uns" veröffentlichte der Prälat ein eigenes Gebet für Deutschland

Im Jahr 2016 ermutigte er Priester, die heilige Messe "ad orientem", also mit dem Volk auf Gott gerichtet, feiern sollten. Nach gewaltiger Aufregung über diesen Gedanken in Kreisen der Kirche erklärte ein Sprecher des Vatikans, dass diese Anweisung "falsch interpretiert" wurde.

Während der ersten Synode über die Familie im Jahr 2014 wandte sich Kardinal Sarah gegen das, was er als Bemühungen der Medien bezeichnete, "die Kirche zu drängen, ihre Lehre" über homosexuelle Partnerschaften zu ändern.

Auf der Familiensynode 2015 sagte er, dass Bedrohungen für die Institution der Ehe und der Familie behaupten, "was der Nazi-Faschismus und der Kommunismus im 20. Jahrhundert waren, sind heute die westlichen Ideologien der Homosexualität und Abtreibung und der islamische Fanatismus."

Für mutigen Widerstand gelobt

Kardinal Sarah wurde im Konklave 2013, das Papst Franziskus wählte, als papabile, also als Kandidat für das Papstamt, gehandelt.

Geboren 1945 in Französisch-Guinea, wurde Sarah 1969 zum Priester für die Diözese Conakry geweiht, nach Studienzeiten in der Elfenbeinküste, Guinea, Frankreich, Senegal, Rom und Jerusalem.

Sarah wurde 1979, im Alter von 34 Jahren, zum Erzbischof von Conakry ernannt, ein Amt, das er bis 2001 innehatte, auch während der Diktatur von Ahmed Sékou Touré.

Der afrikanische Kleriker wurde für seinen Widerstand gegen Sékou Tourés marxistische Diktatur gelobt und dafür, dass er die Einheit der Kirche als unabhängige Institution aufrechterhielt, während katholische Geistliche und Laien verfolgt wurden.

Im Jahr 2001 holte Papst Johannes Paul II. Sarah in den Vatikan: Er machte ihn zum Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker.

Im Oktober 2010 wurde er zum Präsidenten des Päpstlichen Rates Cor Unum ernannt, und einen Monat später wurde er zum Kardinal. 2014 wurde er zum Präfekten der Kongregation für den Gottesdienst ernannt.

Während der Coronavirus-Pandemie im April 2020 sagte Sarah in einem Interview mit der französischen Zeitschrift "Valeurs actuelles", dass den Kranken und Sterbenden der sakramentale Beistand eines Priesters nicht verweigert werden dürfe.

Er sagte: "Priester müssen alles tun, um den Gläubigen nahe zu sein. Sie müssen alles tun, was in ihrer Macht steht, um den Sterbenden beizustehen, ohne die Aufgabe der Pfleger und der zivilen Behörden zu erschweren."

"Aber niemand", so fuhr er fort, "hat das Recht, einem kranken oder sterbenden Menschen den geistlichen Beistand eines Priesters vorzuenthalten. Das ist ein absolutes und unveräußerliches Recht."

Im Mai letzten Jahres bestand Sarah darauf, dass er zu Unrecht zu den Unterzeichnern eines umstrittenen offenen Briefes gehörte, in dem behauptet wurde, dass Kräfte die Pandemie ausnutzen könnten, um eine "Eine-Welt-Regierung" einzuführen. 

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