Polnischer Präsident Duda nach Treffen mit Papst Franziskus: "Danke für das Gebet"

Polens Präsident Andrzej Duda im EWTN-Interview mit Alan Holdren am 25. September 2020.
Foto: Anthony Johnson / EWTN News
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Papst Franziskus hat sich mit dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda getroffen. Bei dem Treffen im Vatikan sprach der Pontifex mit Duda über den Krieg in Polens Nachbarland Ukraine und die Situation der vielen Flüchtlinge, die aus dem Kriegsgebiet nach Polen fliehen. Später legte Duda noch einen Blumenkranz am Grab von Papst Johannes Paul II. nieder.

Papst Franziskus hatte wiederholt die die Hilfsbereitschaft und Solidarität der Polen gelobt.

Die meisten Flüchtlinge aus der Ukraine fliehen nach Polen. Nach Angaben des polnischen Grenzschutzes sind seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar schon jetzt etwa 2,3 Millionen Menschen nach Polen geflohen.

Präsident Duda: "Ich danke dem Papst"

Nach dem privaten Treffen des Präsidenten mit dem Papst traf Duda anschließend noch mit dem Staatssekretär des Vatikan, Kardinal Pietro zusammen. Gemeinsam mit seiner Ehefrau legte Andrzej Duda am Grab seines polnischen Landsmannes, des heiligen Papstes Johannes Paul II., einen Blumenkranz nieder.

Auf Twitter sagte der polnische Präsident am Freitagmittag über das Treffen mit dem Papst:

"Das Gespräch mit @Pontifex war extrem wichtig. Ich dankte für meinen geistlichen Schutz, für das Gebet für uns und für die Ukraine, für die Verurteilung des Krieges. Ich habe dem Heiligen Vater die Situation in unserem Land im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise und die Hilfe der Polen beschrieben."

Wie mehrere Medien berichteten, hatte der Unterstaatssekretär im polnischen Außenministerium, Pawel Jablonski, vor wenigen Wochen den Papst die bisherigen Äußerungen von Papst Franziskus zum Krieg Russlands gegen die Ukraine kritisiert: "Der Versuch einer Symmetrisierung, der Hinweis darauf, dass der Frieden wichtig ist, ohne sich darauf zu konzentrieren, wer den Krieg begonnen hat, das ist leider wirklich eine sehr große Enttäuschung", wird Jablonski zitiert. Die Regierung von Polen arbeite mit der vatikanischen Diplomatie zusammen, "um das zu ändern".

Die Mission der polnischen "First Lady"

Die Beraterin Dudas, Grażyna Ignaczak-Bandych, teilte auf Twitter mit, dass Agata Kornhauser–Duda, die Ehefrau des Präsidenten, in Rom unter anderem das Kinderkrankenhaus Bambino Gesu besuchen werde. Dort werden auch junge Krebspatienten behandelt, die aus der Ukraine evakuiert wurden.

Später wird die polnische "First Lady" mit der Tochter des italienischen Staatspräsidenten, Laura Mattarella, zusammentreffen. Dieses Treffen sei Teil der Bemühungen, "eine Koalition von Frauen zur Unterstützung von Menschen aufzubauen, die vor dem Krieg fliehen, insbesondere von kranken Kindern und Menschen mit Behinderungen", so Ignaczak-Bandych.

Großes Lob von Papst Franziskus für die Polen

Bereits Anfang März hatte Papst Franziskus Polen öffentlich für seine Hilfsbereitschaft und Solidarität gelobt. In seiner Generalaudienz am 2. März 2022 sagte der Pontifex die Pilger aus Polen gerichtet:

"Ich grüße alle Polen ganz herzlich. Sie waren die ersten, die die Ukrainer unterstützt haben, indem Sie ihre Grenzen, Ihre Herzen und die Türen Ihrer Häuser geöffnet haben für die vom Krieg fliehenden Ukrainer. Sie bieten diesen Menschen großzügig alles an, was sie brauchen, um in Würde zu leben, trotz der dramatischen Situation. Ich bin Ihnen zutiefst dankbar, und ich segne Sie von ganzem Herzen!"

Aktuell befindet sich zudem der polnische Kurienkardinal Konrad Krajewski auf Friedensmission im Auftrag des Papstes im polnisch-ukrainischen Grenzgebiet. Zuletzt hatte Krajewski, der Päpstliche Almosenmeister, persönlich die von Papst Franziskus gespendeten und gesegneten Hilfsgüter mit in die ukrainische Stadt Lviv gebracht, wo sie einem medizinischen Zentrum für hilfsbedürfte Mütter und ihre Kinder zugute kommen sollen.

Polnische Bischofskonferenz: Papst Franziskus distanziert sich von deutschem "Synodalen Weg"

Am Montag wurde bereits der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanisław Gądecki, zu einer Audienz bei Papst Franziskus empfangen. Wie CNA Deutsch berichtete, sei der Pontifex bei dieser Gelegenheit auch über die Probleme informiert worden, "die sich für die Weltkirche aus den Fragen ergeben, die, wie der Papst sagte, durch den sogenannten deutschen 'Synodalen Weg' aufgeworfen werden".

Die polnisch-sprachige Ausgabe der "Vatican News" interviewte Erzbischof Gądecki anschließend und paraphrasierte dabei im begleitenden Bericht seine Aussage wie folgt: "Während des Treffens mit dem Heiligen Vater sprach Erzbischof Stanislaw Gądecki auch den sogenannten deutschen 'Synodalen Weg' an, zu dem, wie er bemerkte, der Papst selbst eine große Distanz habe, da er darin eine Hinwendung zur Protestantisierung der Kirche sehe, die von den Protestanten selbst oft abgelehnt wird."

Laut einer Meldung des Portals "katholisch.de" dementierte der Vatikan am 29. März nicht diese Aussagen, sondern teilte mit, dass der Inhalt des Gesprächs vertraulich gewesen sei. Die Haltung des Papstes zu dem deutschen Prozess sei weiterhin die in seinem Brief an die deutschen Katholiken im Jahr 2019 beschriebene. Darin hatte Franzikus unter anderem vor Spaltung und Häresien gewarnt, seine Kritik an den deutschen Bischöfen des Jahres 2015 bekräftigt – und erneut zur Evangelisierung aufgerufen, wie CNA Deutsch berichtete

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