Papst Franziskus warnt vor dem "Gift der Verbitterung" in der Coronavirus-Krise

Papst Franziskus bei der Feier der Frühmesse am 23. März 2020 in der Kapelle seiner Residenz im Vatikan.
Foto: Vatican Media

Papst Franziskus hat am heutigen Dienstag vor dem Gift der Verbitterung und Klagerei gewarnt.

Zum Auftakt der Frühmesse in der Kapelle des Domus Sanctae Marthae betete der Pontifex für die Mediziner und Seelsorger, die sich im Dienst an den an COVID-19 mit dem Coronavirus angesteckt haben – und selbst daran gestorben sind.

"Beten wir für ihre Familien. Ich danke Gott für das heldenhafte Beispiel, das sie uns bei der Heilung der Kranken geben".

Über die Krankheit im Herzen predigte der Papst mit Blick auf das Tagesevangelium nach Johannes.

Der Kranke in Johannes 5, 1-16 sei "krank im Herzen", so Franziskus. 

"Jesus fragte den Kranken, ob er geheilt werden wolle, und die Antwort ist interessant: er sagt nicht ja - er beschwert sich!"

Der Mann beklage sich, dass ihm die anderen immer zuvorkommen, so der Papst.

"Doch in Wahrheit ist er krank in seinem Herzen, in seiner Seele. Sein Pessimismus, seine Trauer und seine Trägheit haben ihn krank gemacht: er beklagt sich über die anderen, tut aber selber nichts, um geheilt zu werden."

Eine solche Verbitterung – eine Einstellung voller Pessimismus, Trauer und Traurigkeit – sei auch heute bei Christen festzustellen, fuhr Franziskus fort.

"Die Verbitterung ist ein Gift, ein Nebel, der die Seele umhüllt und sie abstumpfen lässt", sagte der Papst.

Verbitterung ist, fuhr Franziskus fort, "auch eine Droge, denn wenn man sie einmal gekostet hat, dann kommt man auf den Geschmack, will immer mehr davon. Und dann endet man als 'verbitterter Süchtiger': einer, der süchtig ist nach dieser Verbitterung."  

Denken wir daran, wenn wir Gefahr laufen sollten, dieser Verbitterung, dieser "unscheinbaren Sünde", zu erliegen: Es ist eine Sünde, mit der der Teufel unser geistliches Leben und auch unser menschliches Leben zerstören kann. Möge der Herr uns helfen, zu verstehen, wie hässlich, wie böse diese Sünde ist." 

Nach der heiligen Messe setzte der Papst das Allerheiligste Altarsakrament auf und spendete anschließend den eucharistischen Segen. 

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