Präsident von Kolumbien: "Es gibt kein Recht auf Abtreibung"

Der kolumbianische Präsident Iván Duque
Foto: Flickr International Labour Organization ILO (CC BY-NC-ND 2.0)

Der kolumbianische Präsident Iván Duque hat bei einem interreligiösen Treffen darauf hingewiesen, dass "es kein Recht auf Abtreibung gibt". Außerdem erklärte er, dass "eine wahrhaft fortschrittliche Gesellschaft jene ist, die das Leben schützt".

Während der Gedenkfeier zum Tag der Religionsfreiheit, die am Mittwoch in der Casa de Nariño (der offiziellen Residenz des Präsidenten in Bogotá) stattfand, wies Duque darauf hin, dass "wir die Legalität und die rechtlichen Regelungen respektieren, aber das bedeutet nicht, dass wir aufhören, zu verteidigen, dass das Leben mit der Empfängnis beginnt".

"Es bedeutet nicht, dass wir in unserer Überzeugungskraft nachgeben, auf dass die Gesellschaft versteht, dass Abtreibung keine Verhütungsmethode ist (…), dass der Abbruch einer Schwangerschaft ein Angriff auf das Leben selbst ist, weil es kein Recht auf Abtreibung gibt. Es existiert nicht; es kann nicht sein, einem Wesen, das die Erwartung hat, Teil der Gesellschaft zu werden, das Leben zu entreißen", fügte er hinzu.

Am 21. Februar 2022 hatte das Verfassungsgericht Kolumbiens die Abtreibung bis zur 24. Schwangerschaftswoche entkriminalisiert. Seitdem wurden jedoch mehrere Anträge auf Nichtigkeit des Urteils gestellt.

Vertreter verschiedener Bereiche der Gesellschaft und Parlamentarier, die sich für das Leben einsetzen, haben ihrerseits damit begonnen, Unterschriften zu sammeln, um per Referendum drei Artikel der Verfassung zu ändern, die den Schutz des Lebens ab der Empfängnis und das Verbot der Abtreibung ermöglichen.

In seiner Rede dankte der Präsident den religiösen Organisationen für ihre Arbeit zugunsten der Gesellschaft und wies darauf hin, dass es nur wenige gebe, die "das Leben missachten", aber "sie versuchen, ihre Ausdrucksweise quasi zu einem allgemeinen Kriterium zu machen."

Duque wird das Amt des kolumbianischen Präsidenten am kommenden 7. August abgeben. Sein Nachfolger wird Gustavo Petro von der Linken.

"Eine fortschrittliche Gesellschaft ist keine Gesellschaft, die das Leben verachtet. Eine wahrhaft fortschrittliche Gesellschaft ist eine Gesellschaft, die das Leben schützt, das Leben wertschätzt und dieses Bewusstsein verbreitet, damit das Leben durch unsere Handlungen, bei unserem menschlichen Eingreifen, immer verteidigt wird", so Iván Duque.

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