Razzia bei Zanchetta: Behörden durchsuchen Räumlichkeiten des bezichtigten Bischofs

Papst Franziskus bei einer Begegnung mit Bischof Gustavo Zanchetta
Foto: Vatican Media

Es geht um Vorwürfe sexueller Gewalt gegen junge Männer, der Misswirtschaft und des finanziellen Betrugs: Argentinische Ermittler haben die Räumlichkeiten der Diözese Orán durchsucht, wo Gustavo Oscar Zanchetta von 2013 bis 2017 Bischof war.

Zanchetta steht seit längerer Zeit unter Verdacht, sich sexueller Übergriffe gegen Seminaristen und junge Priester schuldig gemacht zu haben – im Juni zeigten ihn zwei Seminaristen wegen Missbrauchs an.

Im Mittelpunkt der Razzia am 7. November standen Vorwürfe finanziellen Betrugs, berichtete "El Oranense".

Neben den Vorwürfen der Misswirtschaft von Kirchengeldern, die von den Gläubigen in der Diözese gespendet wurden, soll Zanchetta über eine Million argentinische Pesos (umgerechnet rund 15.000 Euro) von der Provinz Salta erhalten haben, um ein Pfarrhaus zu renovieren – sowie für Vorträge im Priesterseminar, die jedoch nie stattgefunden haben.

Vier Monate nach dem plötzlichen Rücktritt Zanchettas als Bischof von Orán ernannte ihn Papst Franziskus zum "Assessor" der Güterverwaltung des Heiligen Stuhls: Ein Posten, den es zuvor nicht gegeben hatte.

Papst Franziskus, der Zanchetta seit vielen Jahren kennt, ernannte ihn auch 2013 – im ersten Jahr seines Pontifikates – zum Bischof von Orán. Nach Angaben argentinischer Quellen wurden zwei Jahre später, im Jahr 2015, erstmals Vorwürfe wegen unangemessenen sexuellen Verhaltens gegen ihn erhoben.

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