Schweizerischer Katholischer Frauenbund: "Abtreibung ist kein Verbrechen"

Schwangere Frau
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Der Schweizerische Katholische Frauenbund (SKF) hat am Dienstag erklärt: "Abtreibung ist kein Verbrechen." Konkret reagierte der 120.000 Mitglieder starke Verband auf die jüngsten Äußerungen von Papst Franziskus, wonach das Vornehmen einer Abtreibung wie das "Anheuern eines Auftragskillers" sei.

Dies stelle, so der Frauenbund, "eine Diffamierung von Frauen dar, die eine Abtreibung vornehmen lassen. Der SKF macht sich für das Recht auf Selbstbestimmung stark. Dazu gehört das Recht auf sichere und legale Schwangerschaftsabbrüche."

"Jede Frau, die sich trotz Notlage für die Mutterschaft entscheidet, die ein ungeplantes Kind zur Welt bringt, aber auch jede Frau, die einen Schwangerschaftsunterbruch vornimmt, hat Anspruch auf Unterstützung der Gesellschaft, Respekt, Begleitung und Zuwendung", erklärte der SKF. "Dies ist eine Grundforderung christlicher Nächstenliebe."

Frauen, die sich zu einer Abtreibung entschlossen hätten, seien "Leidtragende, keine Verbrecherinnen. Sie befinden sich in einer ausweglosen Lage, brauchen Hilfe sowie Zugang zu medizinisch sicheren Schwangerschaftsabbrüchen." Dies könne "auch eine Abtreibung sein", was "traurig, aber nicht verdammenswert" sei.

Papst Franziskus hatte in einem am Montag veröffentlichten Interview gefragt: "Ist es legitim, ist es richtig, ein menschliches Leben zu beseitigen, um ein Problem zu lösen?"

Im Katechismus der Katholischen Kirche heißt es, jedes Menschenleben sei "vom Augenblick der Empfängnis an absolut zu achten und zu schützen", da ihm von Anfang an "die Rechte der Person zuzuerkennen" seien, darunter das Lebensrecht: "Seit dem ersten Jahrhundert hat die Kirche es für moralisch verwerflich erklärt, eine Abtreibung herbeizuführen. Diese Lehre hat sich nicht geändert und ist unveränderlich."

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