Sci-Fi, Fantasy und Katholiken im Weltall: Wie christliche Geeks ihre Kultur reflektieren

Ist Jesus auch für Außerirdische gestorben? Das ist nur eine Fragen, die bei "DoxaCon" in Washington diskutiert werden.
Foto: CNA / Unsplash
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In einer griechisch-orthodoxen Kathedrale mitten in Washington, D.C., haben selbst-erklärte Geeks den Saal geschmückt, damit er aussieht wie das Laternen-Dickicht in den Chroniken von Narnia von C. S. Lewis.

Im Verlauf des Wochenendes wurden dann die schneebedeckten Tischplatten und mit Kunst-Eisblumen verkrusteten Fenster ausgetauscht mit Blumen und bunten Farben: Der Frühling kam nach Narnia.  

Unterdessen tummelten sich Videospiel-Charaktere, Mitglieder der Besatzung von Star Trek, Action-Helden von Marvel und Bösewichter aus Narnia, um Vorträge über christliche Themen und Motive in Horrorfilmen, die Kaputtheit der Welt, und die Rolle des Todes in der Serie "Doctor Who" zu hören.

Die schillernde Kulisse, die Figuren, die Vortragsthemen: All das macht die christliche Science Fiction und Fantasy-Convention "Doxacon" aus, die von ihren Besuchern gerne scherzhaft als "Christliches ComiCon" oder - etwas ernsthafter - als "Griechisch Orthodoxes Treffen" gefeiert wird.

So wie Aslans Opfer Narnia erwärmte, so hoffen die Sci-Fi und Fantasy Fans, dass eine christliche Reflektion der großartigen Geschichten und Welten heute ein Licht auf das Gute, Schöne und die bezaubernden Wahrheiten werfen kann, die so viele treue Anhänger haben.

"Großartige Geschichten liebt einfach jeder, und sie erzählen mehr über das menschliche Dasein als weite Teile der sonstigen Kultur", sagte Edmund Lazzari, ein Doxacon-Besucher, gegenüber CNA.

Viele der Autoren, Fernseh-Sendungen und Filme, die an diesem Wochenende diskutiert und gewürdigt werden, verweisen auf "etwas Tieferliegendes", so Lazzari. Er habe selbst erlebt, wie Fragen darüber, "ob Aliens auch erlöst werden können", oder Betrachtungen von Liturgie und Gottesdienst im Weltall oder in anderen Welten eine fruchtbare Reflektion des Evangeliums bringen.

"Ich liebe diese Art Gespräche und bin so froh an einem Ort zu sein, wo man diese führen kann".

Lazzari sagte, dass Christen in der Welt etwas enorm wichtiges einbringen - auch und gerade Geschichten, die so fantastisch oder skurril sind wie diese. "Du kannst alles im Licht der Theologie betrachten", sagte er.

"Es gibt nichts authentisch Menschliches, das dem Katholischen Glauben fremd wäre."

Lazzari ist einer von knapp 100 Fans und Teilnehmern der Vorträge und Diskussionsrunden bei der "Doxacon", die an der griechisch-orthodoxen St. Sophia-Kathedrale abgehalten wurde.

Örtliche Sci-Fi und Fantasyfans, die mit einer christlichen Weltsicht die Popkultur, Literatur, Filme und Video-Spiele reflektieren wollen, haben das Treffen nun zum vierten Mal veranstaltet. Einer von ihnen ist der orthoxe Priester David Subu. Er sagte CNA gegenüber, dass die Idee zur Doxacon im Gespräch mit Freunden aufkam.

"Wir jammerten darüber, dass es zwar tolle Konferenzen wie ComiCon gab, aber keine, die sich mit den Ideen und Themen aus christlicher Sicht befasste", so Pater Subu. Statt so zu tun, als habe das alles nichts mit dem Christentum zu tun, oder würde sich in vermeintlich cleveren Analysen in ästhetischen Kategorien erschöpfe lassen, beschloss er mit anderen, die DoxaCon aufzuziehen.

Die vermeintliche Spannung zwischen Glaube und Geek-Kultur aufzulösen ist auch das Anliegen von Daniel Silver, einem weiteren Gründer. Er wuchs in einer evangelikalen Familie auf. Ihm sei erklärt worden, dass solche Formen von Pop-Kultur nichts für ihn sind". Doch nach seiner Bekehrung zum orthodoxen Christentum entdeckte er "dass es noch mehr Leute gibt wie mich, die sich für sowas begeistern, die Geeks und Nerds sind - aber auch praktizierende, fromme Christen.

Die meisten Teilnehmer sind denn auch überzeugte Christen, die ganz ökumenisch miteinander umgehen: Orthodoxe, Katholiken, Protestanten, die ihre Identität als praktizierende Christen prägt, wie auch ihre Liebe zu Sci-Fi und Fantasy.

Der Rahmen des Treffens ist orthodox gehalten. Zum Auftakt der Konferenz singen die Teilnehmer ein Akathistos - einen Hymnus, der Gottes Güte und die seiner Schöpfung preist. Vor der Abendessen beten alle gemeinsam eine Form, die Katholiken wie Orthodoxe praktizieren: Das Stundengebet der Vesper.

Neben dem bunten Programm, dem Gebet als Rahmen und den oft intellektuell sehr anspruchsvollen Vorträgen gibt es einen weiteren Schwerpunkt bei "DoxaCon":  Angebote für Eltern und deren Kinder.

Mehr zum Thema und was Teilnehmer erleben lesen Sie im englischen Original.

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