Tödlicher Aberglaube: "Gewalt gegen Menschen mit Albinismus nimmt zu"

Warnung vor tödlicher Gewalt aus Aberglaube
Foto: Moscow-Live.ru via flickr (Bild bearbeitet)

Die Gewalt gegen Menschen mit Albinismus in mehreren Ländern Afrikas nimmt zu. "Menschen mit Albinismus werden Opfer von Gewalt. Verschiedene Gräber, in denen die Überreste solcher Menschen begraben waren wurden von Grabräubern geplündert, die von der Polizei festgenommen wurden. Als katholische Justitia-et-Pax-Kommission schmerzt uns so etwas sehr", so der Koordinator der bischöflichen Kommission Martin Chiphwanya gegenüber der "Fides"-Nachrichtenagentur.

Chiphwanya forderte zu einem gemeinsamen Vorgehen von Behörden und Religionsgemeinschaften sowie der gesamten Zivilgesellschaft auf. Polizeibeamte sollen für solche Ermittlungen besonders geschult werden und solche Fälle vor Gericht bringen. Vertreter der Dorfgemeinschaften und Religionen sollen die Menschen auf das Problem der Gewalt gegen Menschen mit Albinismus aufmerksam machen und diese bekämpfen.

Albinismus als vermeintlich magische Eigenschaft

Seit langem standen Menschen mit Albinismus in einigen afrikanischen Gesellschaften im Ruf, Unglück zu bringen; vor einigen Jahren kam jedoch der Aberglaube auf, sie würden Glück bringen: Sogenannte Witch Doctors töten die Menschen und stellen aus ihren Körperteilen vermeintliche Zaubermittel her. In Simbabwe kam es zu dem Aberglauben, Geschlechtsverkehr mit Albinos würde eine HIV-Infektion heilen. Daraufhin wurden Frauen mit Albinismus Opfer von Vergewaltigungen.

In Tansania, das neben Burundi und Kamerun ebenfalls besonders betroffen ist, wurde bereits ein Programm zur Bekämpfung der Gewalt gegen Menschen mit Albinismus auf den Weg gebracht. Seit 2000 wurden in Tansania mindestens 74 Albinos ermordet, darunter zahlreiche Kinder. Eine Delegation aus Malawi soll sich nun auf Wunsch des Präsidenten mit den tansanischen Behörden über deren Vorgehen beraten. Die Zahl der Albinos in Malawi wird auf 10.000 geschätzt. Seit 2014 gabe es 65 gemeldete Fälle von Angriffen, Entführungen oder Ermordungen von Menschen mit Albinismus.

Der Sprecher von Justitia-et-Pax betonte gegenüber "Fides": Diese Zusammenarbeit mit Nachbarländern, die sich ebenfalls mit Gewalt gegen Menschen mit Albinismus konfrontiert sehen, sei wichtig. Vor kurzem konnten die Polizeibehörden von Malawi in Zusammenarbeit mit den Behörden in Mosambik zwei Personen festnehmen, die einen jungen Mann mit Albinismus ermordet hatten, um seine Knochen für "magische" Riten zu benutzen.

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