Werden Killer-Roboter bald verboten?

Werden "Killer Roboter" verboten?
Foto: (C) Pax Press Agency, SARL, Geneva
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Praktisch unzerstörbare "Killer-Roboter" sind längst keine Hollywood-Fantasien mehr. Sie existieren bereits. Als "vollautonome Waffen" stellen sie eine besondere Herausforderung dar, auch für die UN, die sich für ein Verbot einsetzt.

Die im vergangenen Dezember bei den Vereinten Nationen in Genf veranstaltete "Fünfte Konferenz zur Überprüfung des Übereinkommens über das Verbot (oder die Beschränkung) des Einsatzes bestimmter konventioneller Waffen" (CCW) war für die Unterstützer eines Verbotes von "Killer-Robotern" ein voller Erfolg.

"Wie können Menschen es in Ordnung finden, Waffensysteme zu bauen, die, wenn sie erst einmal programmiert und abgefeuert sind, selbständig losfliegen können, um Menschen anzuvisieren und zu töten? " diese kategorische Frage stellte Jody Williams, Friedensnobelpreisträgerin (1997), Vorsitzende von "Nobel Women's Initiative" während der Pressekonferenz der Kampagne "Stoppt Killer-Roboter". Sie sagte auch dass dieses Thema eine sehr große ethisch – moralische Komponente beinhaltet.

In seinem Beitrag zur Konferenz zitierte der Heilige Stuhl, es sei eine historische, sachliche, Tatsache, dass die meisten, die ausgefeiltesten und schnellsten technischen Entwicklungen durch militärische Logistik oder ihre Anwendungen vorangebracht worden seien.

"Anstatt dem Gemeinwohl zu dienen, wurden daraus oft neue, tödliche Waffen entwickelt, um damit enge nationale Interessen durchzusetzen", sagte Erzbischof Ivan Jurkovič, ständiger Beobachter der Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf. Er betonte:

"Es ist unsere Überzeugung, dass jeder menschliche Konflikt durch friedliche Maßnahmen zu einem Ende kommen sollte. Die Friedensbotschaft des Papstes greift das ja auch auf. Was technische Fragen betrifft, lehnen wir selbstverständlich den Gebrauch automatischer Waffen strikt ab – absolut und definitiv. Das heißt: bedingungslose Ablehnung von allem, was gegen einen anderen Menschen gerichtet ist und nicht mehr durch einen Menschen kontrolliert wird".

123 teilnehmende Nationen sprachen sich dafür aus, offizielle Gespräche über die Gefahren tödlicher autonomer Waffensysteme in die Wege zu leiten.

"Pakistan ist eines dieser Länder," erklärte Botschafterin Tehmina Janjua, ständige Vertreterin Pakistans bei den Vereinten Nationen in Genf und Präsidentin der 5. Konferenz. "Wir haben sogar vom Beginn der ganzen Diskussion über ein Verbot tödlicher autonomer Waffen an eine Führungsrolle übernommen. Deshalb unterstützen wir mit aller Kraft die Kampagne für ein Verbot von Killer-Robotern."

Kritik übte Miriam Struyk von "Pax" (früher IKV Pax Christi) in den Niederlanden. Die Umsetzungen dessen, was bei der Konferenz beschlossen wurde, finde nicht zügig genug statt.

"Es ist eine gute Sache, dass sich bisher 19 Staaten für ein Verbot ausgesprochen haben. Es ist eine gute Sache, dass 70 Staaten Bedenken geäußert haben. Aber es geht zu langsam voran. Denn wenn man Bedenken hat, sollte man sie auch in konkrete Handlungen umsetzen. Insofern sind wir mit dem langsamen Tempo des Verfahrens nicht zufrieden."

Mary Wareham von Human Rights Watch stellte heraus, dass sich das Verbot nicht generell auf Roboter beziehe.

"Wir beobachten, dass vollautonome und künstliche Intelligenz heute für viele gute Zwecke angewendet wird. Im zivilen Bereich, aber auch für militärische Zwecke kann man Autonomes einsetzen. Wir ziehen allerdings eine Grenze, wenn Waffensysteme ins Spiel kommen, die es einer Maschine ermöglichen zu entscheiden, menschliches Leben auf einem Schlachtfeld auszulöschen."

(Bericht wird unten fortgesetzt)

Die Friedensnobelpreisträgerin Jody Williams, Gründungsmitglied der Kampagne "Stoppt Killer-Roboter" hält ein internationales, vollständiges Verbot der Herstellung wie des Einsatzes der Waffen für möglich.

"Wenn ich das nicht realistisch fände, würde ich das, was ich tue, nicht tun. Ich bin seit Jahrzehnten eine Aktivistin. Die Welt ist kein schöner Ort. Aber, wissen Sie, wenn Leute sich zusammentun, wenn sie Regierungen finden, die das gleiche Ziel verfolgen und wie in diesem Fall das Internationale Rote Kreuz (das ICRC) es vor die Vereinten Nationen bringt, kann man etwas verändern, zum Wohl aller Menschen, sogar für Leute, die man nicht mag."

Beobachter sind sich einig: Angesichts des zunehmenden internationalen Drucks war diese Prüfungskonferenz ein wichtiger Schritt in Richtung eines vorbeugenden Verbots tödlicher autonomer Waffen. Die Vereinten Nationen haben eine Gruppe von Regierungsexperten eingesetzt, die noch dieses Jahr zusammen trifft.

Dieser Bericht wurde von unserem Genfer UN Korrespondenten Christian Peschken von Pax Press Agency, Genf, verfasst. Der Bericht ist auch im Rahmen der EWTN Sendung 'Vatikano' zu sehen. Mehr zu Pax Press Agency unter www.paxpressagency.com

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