Verhunztes Fresko wird in komischer Oper verewigt

Das berüchtigte Fresko.
Foto: Observatorio de Restauracion via Flickr (CC BY NC ND 2.0)
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Die Schlagzeilen – und vor allem das Bild – erregten weltweit Aufsehen, und wird so schnell keiner vergessen: In der kleinen, spanischen Stadt Borja kam es vor vier Jahren zu einem Fall von scheinbarem Vandalismus, der sich als der unglückliche Versuch einer Restaurierung kirchlicher Kunst entpuppte.

Cecilia Gimenez, eine ältere spanische Dame, unternahm einen gut gemeinten, aber letztlich sehr bedauerlichen Versuch, eine Darstellung des Ecce Homo ("Seht das ist der Mensch") zu restaurieren.  

Das ursprüngliche Gemälde, ein Fresko in der katholischen Kirche von Unserer Barmherzigen Frau, zeigte Jesus in einem Mantel und mit der Dornenkrone, wie er voller Schmerz zum Himmel blickt. Es war im Lauf der Zeit stark verfallen. Nachdem es Frau Gimenez "restauriert" hatte, sah es freilich was unmenschlich aus – eher wie ein schlecht gemalter Affe oder Werwolf.

Aber rein traglisch endete die Geschichte nicht: Das ursprüngliche Gemälde galt als nicht besonders wertvoll, auch wenn es der Gemeinde sehr am Herzen lag. Und die kleine Stadt Borja profitierte von der plötzlichen internationalen Aufmerksamkeit, nachdem zahllose Sketche und Memes die Geschichte verspotteten oder anderweitig kreativ interpretierten.

Nun verewigt eine komische Oper die Geschichte des verhunzten Gemäldes – und soll kommendes Jahr in Borja Premiere feiern – fünf Jahre nach der denkwürdigen Restaurierung.

Die Amerikaner Andrew Flack und Paul Fowler, ein Komponist, machten aus der Oper ein Projekt nach dem gigantischen Fresko-Flop im Jahr 2012, berichtete die "New York Times".

Die Geschichte der Restaurierung wird in der Oper genauso erzählt wie der positive Aspekt seiner Folgen für die Stadt. Vom Stil her bediene sich das Stück verschiedener Elemente: "ein gregorianischer Gesang, ein spanischer Fandango, eine Renaissance-Motette, eine Jota aus Saragossa, ein klassischer Chor, eine Arie der Zarzuela, ein andalusischer Tango, ein Stück Indie-Rock und eine Baseline schwedischer House-Musik", sagte Fowler der "New York Times".

Vor zwei Jahren gaben Fowler und Flack eine Bühnenlesung ihrer Oper in den USA und sammelten in diesem Jahr genug Spendengelder, um eine Übersetzung zu ermöglichen.

Die Oper ist Teil einer ganzen Reihe von Initiativen, mit denen das Fresko Neugierige und Touristen anlocken soll. So wurde Anfang des Jahres ein "Zentrum für interpretative Kunst" vor Ort eröffnet; dort können Besucher ihre eigene Version des "Ecce Homo" malen.