VIDEO: Weltfußballverband FIFA retuschiert "Jesus"-Stirnband von Neymar

Das Originalbild (links) und die von FIFA zensierte Version (rechts).
Foto: YouTube
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Die FIFA, der weltweite Spitzenverband des Fußballs, hat die Aufschrift "100% Jesus" zensiert. Im Präsentationsvideo des Spielers Neymar zur Gala des "Ballon d´Or 2016", wurde sie digital entfernt.

Die Gala fand am 11. Januar in Zürich statt. Der "Goldene Ball" ist eine Auszeichnung des Verbands für den besten Fußballspieler des Jahres.

Um Neymar vorzustellen, einen der Finalisten für den Preis, zeigte die FIFA einen Ausschnitt des Videos vom Spiel des FC Barcelona im Champions League Finale vom 6. Juni letzten Jahres. Damals gewann Barcelona in Berlin 3 zu 1 gegen die Mannschaft von Juventus Turin aus Italien.

Im Video (ca. bei Sekunde 35) sieht man Neymar, der ein weißes Stirnband trägt. Dessen Aufschrift "100% Jesus" wurde von der FIFA – unter nicht unerheblichem Aufwand – zensiert.

Diese dreiste Aktion hat weltweit für Kritik und zu verschiedenen Protesten geführt, darunter eine Unterschriftenkampagne auf der Plattform Citizengo, auf der man vom Weltfußballverband eine offizielle Entschuldigung fordert.

"Die FIFA gab bezüglich der Entfernung des Textes auf dem Stirnband Neymars die Erklärung, sie hätte es "aus Respekt" getan? Aus Respekt für wen? Für Neymar? Für Millionen von christlichen Fans? Die "christophobe" Geste ist ein klarer Angriff auf die Religionsfreiheit" so die Petition. Und weiter:

"Neymar hat bei verschiedenen Gelegenheiten erklärt, er sei sehr religiös und würde das Stirnband aus Dankbarkeit gegen die evangelische Kirche tragen, weil sie das Fußballteam, in dem sein Sohn spielte, vor dem finanziellen Kollaps gerettet hat. Sollte man ein Symbol, das für einen Spieler bedeutsam und relevant ist, nicht achten? Warum respektieren sie den Spieler nicht? Warum respektieren sie Millionen christlicher Fans nicht? Warum Zensur im Sport?"

Die Kampagne hat bereits fast 7.500 Unterschriften gesammelt und kann hier unterzeichnet werden: http://citizengo.org/es/32293-disculpas-publicas-inmediatas-fifa-por-censura

Der Skandal ist kein Einzelfall: Immer wieder zensieren, retuschieren oder verstecken säkulare Verbände und Interessensgruppen christliche Symbole. In Deutschland geschah dies etwa 2012 in Broschüren für die Zugspitze: In der arabischen Ausgabe wurde das goldene Gipfelkreuz bewußt ausgespart; im gleichen Foto in Broschüren anderer Sprachen ist es dagegen deutlich zu sehen. 

Die  Zugspitzenbahn, zuständig für das Prospekt, hatte auf die Vorwürfe geantwortet: Mit der Broschüre sollten "weder das Gipfelkreuz noch christliche Werte verleugnet werden". Man wolle lediglich zahlungskräftige Gäste aus dem arabischen Raum anlocken.