Vom Barkeeper zum Priester: "Gott ist sehr hartnäckig!"

Pater Juan de Cáceres (rechts) bei seiner Priesterweihe
Foto: Bistum Santander
Facebook Twitter Google+ Pinterest Addthis

Wie wird man vom Barkeeper, der seit 15 Jahren nicht mehr zur Messe gegangen ist, zum Priester?

Für Pater Juan de Cáceres war es die richtige Antwort auf den steten Ruf Gottes.

15 Jahre lang war der junge Mann fern von der Kirche und den Sakramenten. Doch machte der heutige Priester im spanischen Bistum Santander - wie so viele - eine Bekehrung durch. 

Nach Abschluss seines Studiums schrieb sich Juan in die juristische Fakultät ein. Allerdings war er kein guter Student, und 2006, im Alter von 28 Jahren, beschloss er, die juristische Fakultät zu verlassen, um eine trendige Bar in Santander zu eröffnen.

Doch mit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise in Spanien wurde aus der vielversprechenden Geschäftsidee ein Flop. Und Juan, der gerade 30 Jahre alt geworden war, fand sich plötzlich mit der existenziellen Krise konfrontiert, bei der es nicht nur um das Geld geht, sondern das ganze Leben, und was man damit eigentlich anstellt.  

"Ich war wirklich verloren, ertrank in Schulden und mit der Krise gab es fast keine Kunden. Außerdem haben meine Freunde aufgehört, so wie früher auszugehen. Sie begannen zu heiraten und hörten auf, sich zu verabreden. Ich war ganz allein", sagte er in einem Interview mit "El Diario Montañés".

Erste "Beichterfahrung" als Barkeeper

Der Wendepunkt, der sein Leben veränderte, kam nach einer Einladung von Freunden zu einem Vortrag mit Gesprächsrunde über das Gebet. 

Eigentlich ging er zu den Veranstaltungen mit, um Zeit mit seinem Kumpel zu verbringen. Aber etwas in ihm änderte sich nach und nach: Er begann wieder zur Messe zu gehen, kehrte zur Beichte zurück und schrieb sich wieder in die Schule ein.

Sein Leben begann wieder, Gestalt anzunehmen, und sein neues Verhältnis zu sich selbst und Gott führte ihn in eine ganz neue Richtung: Er verspürte den Ruf zum Priestertum.

Seine erste Reaktion? "Nein!", berichtet "El Diario Montañés".

"Ich hatte alle möglichen Einwände: meine Arbeit, meine Schulden, mein Leben. Ich dachte, ich müsste mich niederlassen, eine Frau treffen, die mich sehr glücklich macht und eine Familie hat. Aber Gott ist sehr hartnäckig! Und von da an ließ er mir diesen Gedanken nicht mehr aus dem Kopf".

Als ihm schließlich klar war, dass er eine echte Berufung hatte, fragte er den damaligen Bischof Vicente Jiménez von Santander, ob er in eine andere Stadt gehen könne, weil er "sich von seinem früheren Leben fernhalten" müsse. Er betrat ein Seminar in Pamplona, gute zwei Autostunden von Santander entfernt.

"Ich habe bis zum Tag vor meiner Abreise nach Pamplona an der Bar gearbeitet, wo ich drei fantastische Jahre verbracht habe", erinnert er sich. 

Er wurde im Januar vergangenen Jahres zum Priester geweiht und erhielt den Auftrag, vier Pfarreien in Santander zu dienen. Drei Tage pro Woche gibt er auch Religionsunterricht für Jugendliche.

Die Erfahrungen, die er als Barkeeper im Umgang mit Menschen gemacht hat, hilft ihm in seiner Rolle als Priester, erklärt der Pfarrer: "Ich war eine Art Beichtvater für alle". Nun kann er nicht nur zuhören und Rat geben: Er spendet das Sakrament der Versöhnung mit Gott. 

Mit Blick auf seinen Werdegang will er zudem helfen, anderen den rechten Weg zu gehen, engagiert sich in der Berufungsarbeit des Bistums: "Viele Menschen haben sich genauso gefühlt wie ich, aber sie haben nicht herausgefunden, wie sie weitermachen sollen.... ich bin hier, um zuzuhören und zu führen".

Das könnte Sie auch interessieren: