War das der echte Nikolaus? Wissenschaftler rekonstruieren Gesicht des Heiligen

Nikolausmänner lachen vom Regal – ganz ohne gebrochene Nase, die ihm nun Wissenschaftler in England rekonstriert haben.
Foto: Hans Slegers via Shutterstock
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Er ist einer der beliebtesten Heiligen der Kirche – auch und gerade bei den Kindern – doch wie er wikrklich aussah, ist nicht bekannt.

Allerdings haben Wissenschaftler einer Universität in Liverpool vor einigen Monaten ein Portrait enthüllt, welches die realistischste Darstellung des heiligen Nikolaus von Myra sein soll – dessen die Kirche am 6. Dezember gedenkt.

Forscher des "Face Lab" – wörtlich Gesichtslabor – der John Moores University verwendeten 3D-Technik und Gesichtrekonstruktionsverfahren, um sein Konterfei zu kreieren: 

Die Rekonstruktion beruhe auf allen verfügbaren Skelett-Daten und geschichtlichen Unterlagen, so Professorin Caroline Wilkinson gegenüber der BBC. Eine Sprecherin der Universität teilte mit, das neue Bild verwende "die aktuellsten anatomischen Standards, medizinische Daten über türkische Hautdichte, und CGI-Technik".

Offenbar hat niemand den Wissenschaftlern gesagt, dass der Heilige gar kein Türke, sondern Grieche war.

Die Forscher gaben dem heiligen Nikolaus zudem eine gebrochene Nase. Wie Wilkinson erklärte, sei diese "asymmetrisch geheilt, was ihm eine charakteristische Nase und raue Erscheinung" verleihe, so die Professorin.

Nikolaus von Myra lebte von 270 bis 343 in Kleinasien. Damals War es Teil des römischen, später des byzantinischen Reichs. Heute gehört die Region zur Türkei. Sein griechischer Name Nikólaos ist nicht christlichen, sondern vorchristlichen Ursprungs und bedeutet "Volkssieg".

Während der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian wurde er inhaftiert, bis Konstantin an die Macht kam.

Nikolaus war bekannt dafür, den Glauben robust zu vertreten. Um seine Figur ranken sich viele Geschichten – etwa jene, dass er den Häretiker Arius, welcher der großen Arianische Häresie ihren Namen gab, beim Konzilvon Nicäa eine Ohrfeige verpasste. 

Angesichts der gebrochenen Nase stellt sich freilich die Frage, ob Arius nicht vielleicht zurückgeschlagen hat. 

Zuerst veröffentlicht am 12. Dezember 2016

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