Warum die christliche Buße in der Covid-19-Pandemie so wichtig ist

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Foto: Ümit Bulut / Unsplash (CC0)
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Die im christlichen Leben geforderte und in der Fastenzeit herausgestellte Buße kann uns helfen, den Opfern, zu denen wir während der Coronavirus-Pandemie aufgerufen wurden, einen Sinn zu geben, so ein Kardinal des Vatikans.

In einem Brief für die Fastenzeit 2021, der am 18. Februar im L'Osservatore Romano veröffentlicht wurde, überdenkt Kardinal Mauro Piacenza die "Buße in der Zeit der Not".

Piacenza ist Hauptpönitentiar der Apostolischen Pönitentiarie, einem Tribunal des Apostolischen Stuhls, das für Ablässe und die Absolution der schwersten Sünden zuständig ist.

Er schreibt, dass die 40 Tage der Fastenzeit und der Sieg Christi über das Böse "eine unvergleichliche Bedeutung für das Leben des Menschen haben, denn sie betreffen nicht nur das zeitliche Gut der körperlichen Gesundheit, sondern das viel radikalere des ewigen Heils."

Im Gegensatz zu dem, was während der COVID-19-Pandemie betont wurde, gehe es in der Fastenzeit "nicht nur um Heilung oder Immunität vor Ansteckung, sondern um den Sieg über die Sünde, die den Menschen zum Sklaven macht, und über den Tod, der jedem nur menschlichen Streben ein Ende setzt."

In der Fastenzeit können wir über die Zeiten des Lockdown und der Pandemie hinaus auf "die Zeit als Ganzes" blicken, mit einer Perspektive, "die vom Licht der Auferstehung erleuchtet wird", sagte der Kardinal.

Er merkte an, dass der Gesundheits-Notstand gerade dann auftrat, "als Verzicht, Opfer und Buße aus dem Lexikon eines Westens verbannt schienen, der für alle Formen der Abtötung taub geworden ist".

Jetzt, so erklärte er, seien die Menschen auf der ganzen Welt aufgefordert worden, "zumindest teilweise auf die Ausübung persönlicher Freiheiten zu verzichten", um die Vorschriften zur Gesundheitssicherung zu befolgen und den Anweisungen der staatlichen Behörden Folge zu leisten.

Die Massenmedien, so der Kardinal, vermittelten während der Pandemie eine dreifache Botschaft: Sie prangerten eine drohende Gefahr an und betonten die Verantwortung für sich und andere; sie wiesen auf einen zukünftigen Zeitpunkt hin, an dem sich alles zum Besten wenden werde; und sie setzten eine Frist für das erforderliche Warten und Opfern.

"Das sind zum Teil auch schon immer die Koordinaten der christlichen Buße gewesen..." sagte Piacenza, "die in der heiligen Fastenzeit für alle vorgeschlagen und angeboten wird."

Er fügte hinzu, dass es in der Welt immer "eine drohende Gefahr" gebe, den Geist des Bösen, vor dem sich die Christen mit der Buße "wappnen" sollen.

Der positive Horizont ist "der Sieg, der durch das Kreuz Christi errungen wurde und den diejenigen teilen, die ihn in ihre eigene Existenz aufnehmen", erklärte er. Und es gibt ein Ende des Kampfes, "dargestellt durch die 'heilige Zahl' der 40 Tage, eine Zeit der wahren Umkehr und Erlösung".

Der Oberpönitentiar betonte, dass die christliche Buße kein "ermüdender und unsicherer Versuch ist, aus eigener Kraft eine göttliche Gunst zu erlangen."

"Im Gegenteil", sagte er, "sie besteht in dem unbändigen Bedürfnis, das in jedem echt christlichen Herzen aufsteigt, mit seinem ganzen Wesen auf jene Liebe zu antworten, die ganz göttlich und ganz menschlich ist, die in Christus das Böse der Welt auf sich genommen und mit seinem eigenen Kreuz und seiner Auferstehung das von der Sünde erschütterte Universum erneuert hat."

Die Kirche hat die Buße immer als eine "wahre und eigentliche Tugend betrachtet, die vom Heiligen Geist gegeben und belebt wird" und durch die "der Mensch sich dem großen Sieg Christi öffnet", schrieb Piacenza.

Durch die Buße lernt der Mensch, sein ganzes Leben Christus zu überlassen und akzeptiert, mit ihm zu leiden, die Folgen der eigenen Sünde auf sich zu nehmen und "gerechte Wiedergutmachung zu leisten."

"Vor allem aber", so der Kardinal, lernt der Christ durch die Buße, "die Geheimnisse des Herzens Christi kennen und jetzt und immer mehr am neuen Leben dessen teilzuhaben, der 'um der Freude willen, die ihm bereitet wurde, das Kreuz auf sich nahm und die Schmach verachtete und sich zur Rechten des Thrones Gottes setzte' (Hebräer 12,2)."

Piacenza schloss seinen Brief, indem er die Jungfrau Maria anflehte, den Katholiken zu helfen, "die wahre christliche Buße zu entwickeln, die allein fähig ist, die gegenwärtige pandemische Notlage zu umarmen und verklärt zu sehen, indem sie im Herzen des Menschen die Freude und die Freiheit derer wachsen lässt, die wissen, dass sie keiner Macht in dieser Welt angehören, sondern nur Christus und seiner rettenden Macht."

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