Was der Abzug aus Afghanistan für die Christen im Land bedeutet

Feier der heiligen Messe in Kandahar, Afghanistan am 23. Dezember 2021
Foto: U.S. Navy photo by chief photographer's mate Johnny Bivera (Public Domain).

sgsgd

Es gibt nur eine einzige katholische Kirche in islamischen Republik Afghanistan. Das Gotteshaus befindet sich in der italienischen Botschaft in Kabul, Solange die Botschaft während der Covid-19-Pandemie geschlossen war, musste auch die Kirche geschlossen bleiben.

Nun, mit Abzug der Soldaten westlicher Nationen wie Deutschland und den USA aus Afghanistan, wächst die Sorge, ob das Christentum überhaupt eine Zukunft hat, und wenn ja welche. 

Die Verfassung Afghanistans von 2004 definiert das Land als eine islamische Republik. Es ist verboten, in der Öffentlichkeit das Evangelium zu predigen oder zum Christentum zu konvertieren.

Aus diesem Grund äußern sich nicht nur Missionare und andere Katholiken in Afghanistan nur selten öffentlich: Christen üben sich in der notwendigen Vorsicht in einem schwierigen Umfeld. CNA sprach mit ihnen und stimmte ihrer Bitte um Anonymität zu.

Im Jahr 2002 gründete Papst Johannes Paul II. in Afghanistan eine Mission sui iuris, eine unabhängige Mission, die mit drei Priestern etwa 210 Katholiken betreut.

Aber es gibt noch andere Missionare in Afghanistan. Jesuiten kamen 2004 in das Land und machten Bildung zu einem ihrer Hauptziele. Die Missionare der Nächstenliebe kamen im selben Jahr, um humanitäre Hilfe in dem vom Krieg zerrütteten Land zu leisten.

Die Entscheidung der USA, Afghanistan zu verlassen, macht den Weg frei für die Rückkehr der Taliban und stellt die Christen des Landes vor existentielle Herausforderungen.

Örtlichen Quellen zufolge ist es nicht einfach, die derzeitige Situation in Afghanistan zu beschreiben. Die Quellen sagen jedoch, dass "neben dem Krieg, der geführt wird, offenbar auch ein Informationskrieg herrscht. Beide Konfliktparteien beanspruchen ihre Erfolge für sich, und in beiden Fällen ist es schwer, sie zu bewerten".

Die Quellen stellen fest, dass westliche Medien dazu neigen, zu behaupten, die Taliban gewännen Gebiete und Einfluss zurück. Gleichzeitig behaupten afghanische Regierungsvertreter, dass alle Bezirke, die in die Hände der Taliban fielen, "gerettet" worden seien.

Dennoch wird die katholische Gemeinde nicht gehen, "es sei denn, sie wird dazu gezwungen". Die örtlichen Katholiken betonen, dass ihre Mission in dem Gebiet lange vor der Ankunft der US-Truppen in Afghanistan begann.

Die Barnabitenpatres zum Beispiel kamen 1934 nach Afghanistan, und deshalb war es nur natürlich, ihnen die Mission sui iuris anzuvertrauen. Sie werden sicherlich so lange im Land bleiben, wie es ihnen erlaubt wird, und nach möglichen Schlupflöchern und Nischen Ausschau halten.

Eine dieser Möglichkeiten könnte die von den Taliban geäußerte Absicht sein, für den Wiederaufbau Afghanistans die Hilfe aller, auch der NROs, zu erbitten und anzunehmen. Dies würde katholische NROs nicht ausschließen, was ein potentielles Zeichen der Hoffnung wäre, wenn diese denn auch als christliche Organisation handeln und auftreten können, und dazu in der Lage sind.

Das problematischste Szenario ist jedoch, dass Afghanistan in einen Bürgerkrieg verwickelt wird. Dieses Szenario wird durch noch offiziell unbestätigten Gerüchte über den Einzug ausländischer Dschihadisten in das Land zusätzlich erschwert.

Die einheimischen Katholiken haben keine andere Hoffnung als die, dass die Nachbarländer - Russland, China, Pakistan, Indien und der Iran - Afghanistan bei seinem Übergang helfen werden, da "es in ihrem Interesse liegt, dass Afghanistan friedlich bleibt."

Angesichts der katastrophalen Situation für die Christen in den meisten dieser Länder - mit offener Billigung des Vatikans im Fall Chinas - ist dieser Ausblick ein für viele getrübter.

Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original.

sgsgd

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