Wegen Missbrauchsvorwurf: Ernannter US-Bischof tritt Amt nicht an

Pfarrer Michel Mulloy
Foto: Diözese Duluth

Wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch ist der ernannte Bischof von Duluth (US-Bundesstaat Minnesota) noch vor seiner Weihe von seinem Amt zurückgetreten: Pater Michel J. Mulloy (66) wird beschuldigt, in den 1980er Jahren einen Minderjährigen missbraucht zu haben.

Die Vorwürfe wurden im August bekannt, berichtet die "Catholic News Agency", die englischsprachige Schwesteragentur von CNA Deutsch. Papst Franziskus nahm den Rücktritt Mulloys an. 

Laut einer Erklärung der Diözese Rapid City, in der Mulloy seit August 2019 Administrator, erhielt die Diözese am 7. August "eine Mitteilung über einen Vorwurf gegen Pater Mulloy wegen sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen in den frühen 1980er Jahren".

Die Diözese sagte, dass sie "keine weiteren Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs gegen Pater Mulloy hat".

Pressemitteilungen aus dem Vatikan und von der katholischen Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten gaben keinen Grund für den Rücktritt des gewählten Bischofs an.

Die Diözese Rapid City erklärte, dass sie gemäß eigenen Vorschriften die Strafverfolgungsbehörden über den Vorwurf informiert habe. Mulloy wurde auch angewiesen, nicht in der Öffentlichkeit aufzutreten.

Die Diözese gab eine unabhängige Untersuchung des Vorwurfs in Auftrag und informierte den Heiligen Stuhl über die Entwicklung. Mulloy erhielt eine Zusammenfassung der gegen ihn erhobenen Anschuldigung und reichte daraufhin seinen Rücktritt als designierter Bischof von Duluth ein. Der Priester war seit 2017 Generalvika in der Diözese Rapid City gewesen.

Seine Ernennung zum Bischof von Duluth vor fast drei Monaten folgte dem unerwarteten Tod von Bischof Paul Sirba am 1. Dezember 2019 im Alter von 59 Jahren.

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