Wie der "Mini-Papst" die Herzen der Pilger in Fatima eroberte

Päpstliche Kopfbedeckung
Foto: Philip Chidell
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Das Bild des als Papst verkleideten Kindes am Heiligtum in Fatima beim Besuch des Papstes zum Jahrhundert-Gedenken und der Heiligsprechung machte in den Sozialen Medien weltweit Furore. 

Aber nur wenige Menschen kennen die bewegende Geschichte hinter der zarten Aufnahme.

Diego Guerreiro kommt aus der portugiesischen Stadt Pinhal Novo, 40 Kilometer südöstlich von Lissabon. Er kam als "Frühchen" auf die Welt, in der 33. Schwangerschaftswoche: Diego wog gerade mal 1,67 Kilogramm und war 40 Zentimeter klein. 

Seine Mutter, Carla, konnte ihr Kind nach der Empfängis nicht einmal sehen: "Sie mussten ihn sofort wiederbeleben und dann auf die Intensivstation bringen", erzählte sie dem Fernsehsender "Tvi24".

Der Kleine "konnte kaum atmen. Keiner der Ärzte konnte mir sagen, warum es ihm so schwer fiel, Luft zu holen", sagte Carla, die auch einen sieben Jahre alten Sohn hat.

76 Tage verbrachte Diego im Krankenhaus Santa Maria - manchmal machte seine Gesundheit Fortschritte, dann gab es wieder Rückschläge. Die meiste Zeit musste er auf der Intensivstation für Neugeborene künstlich beatmet werden.

Am Abend es Tages, an dem Diego aus dem Krankenhaus entlassen werden sollte, erlitt er einen schweren Rückschlag und musste wieder auf die Intensivstation gebracht werden. Die verzweifelte Mutter, Carla, bat Papst Franziskus um sein Gebet für ihren Sohn und versprach: Wenn der Pontifex vom 12. bis 13. Mai nach Fatima kommt, wird sie ihren Sohn zum Heiligtum Unserer Lieben Frau bringen.

Am Donnerstag, 11. Mai kamen sie in Fatima an. Sie übernachteten im Auto, damit sie um 8 Uhr am darauffolgenden Tag am Heiligtum sein konnten. Sie ergatterten einen Platz nahe der Sicherheits-Absperrung entlang der Route, die das "Papa-Mobil" abfahren würde.

Für den Anlass hatten Mutter und Großmutter die Idee, den Kleinen wie den Papst zu kleiden. Sie trieben im Internet Schnittmuster für päpstliche Kleidung auf und die Großmutter nähte das Gewand.

Um das Ensemble abzurunden, legte Carla ihrem Sohn einen Rosenkranz um den Hals, den Papst emeritus Benedikt XVI. ihrem Mann geschenkt hatte, als dieser bei dessen Fatima-Besuch im Sicherheitsdienst gearbeitet hatte. 

Diego hat immer noch gesundheitliche Probleme. Seine Mutter sagt, "er kann tatsächlich von einem Moment auf den anderen ohnmächtig werden". Sie bleibt standhaft und achtet darauf, ihrem Sohn zu helfen, wenn er Hilfe braucht.

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