Evangelisieren in einer säkularisierten Welt? Synode tritt in neue Phase ein

Pressekonferenz zur Jugendsynode am 10. Oktober 2018
Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch
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Die XV. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode zum Thema Jugend setzt ihre Arbeiten unter Anwesenheit von Papst Franziskus fort, der seit dem gestrigen Mittwoch, 10. Oktober, wieder an den Generalversammlungen der Synodenväter teilnimmt.

Besonders interessant war die Diskussion darüber, wie die Kirche den Auftrag des Evangeliums erfüllen kann, das Wort Gottes zu verkünden, in einer Welt, die immer säkularisierter wird.

In diesem Sinn musste Erzbischof Jean-Claude Hollerich von Luxemburg und Synodenvater, auf der Pressekonferenz im vatikanischen Presseamt anerkennen, dass dieser Prozess der Säkularisierung "gerade einmal begonnen hat."

Es ist ein Prozess, der "Auswirkungen auf menschlicher Ebene, auf anthropologischer Ebene", haben wird. Deshalb "müssen wir uns vor diese neue säkularisierte Welt hinstellen und sehen, auf welche Weise wir über das Evangelium sprechen können, wie wir das Evangelium verbreiten können."
Während der synodalen Arbeiten kam die Notwendigkeit zum Ausdruck, die Präsenz in den Medien zu steigern, jedoch mit dem erforderlichen "Urteilsvermögen", in einem sozialen Kontext der "Post-Wahrheit.",

"Wenn wir nur die Medien konsumieren, könnte das zu dem Denken führen, dass alles schwarz oder weiß ist. Mit einem Unterscheidungsvermögen aber, können wir alle Nuancen entdecken", so Hollerich.

Kardinal Carlos Aguiar Retes, Erzbischof von Mexiko und Synodenvater, war ebenfalls auf der Pressekonferenz zugegen und bot einen weiteren Schlüssel für die Debatten in der Synodenaula an, die sich mit der Frage beschäftigen, wie man in der heutigen, säkularisierten Welt evangelisieren könne.

Er erklärte: "Wir leben in einer Zeit des Epochenwandels, in der es keinen Konsens über die Werte und keine soziale Verhaltensweise mehr gibt, die von allen akzeptiert wird; sie werden gegenübergestellt."

"Diese Situation betrifft die jungen Menschen am meisten, denn sie wissen nicht, was ihnen hilft und was ihnen schadet.", Hier ist ein Urteilsvermögen unverzichtbar, erläuterte er.

Die Synodenväter haben in dem Weg der Kollegialität, der vom Zweiten Vatikanischen Konzil entworfen worden war, die Antwort auf diese Situation gesehen. "Wir müssen die Standpunkte der verschiedenen Orte, an denen sich die Kirche befindet, zusammenfassen. Das heißt, den synodalen Weg einschlagen, damit die Gesamtvision uns helfen kann, jenen zu helfen, die es am meisten brauchen."

Am Ende der Pressekonferenz erklärte Paolo Ruffini, Präfekt der Dikasteriums für die Kommunikation des Vatikans, die Synode sei in ihre zweite Phase eingetreten, in der man über das Thema "Interpretieren: Glaube und Erkennen der Berufung", spreche.

In dieser neuen Phase – in der ersten ging es um "Erkennen: Die Kirche im Hören auf die Realität", - ist das Bild, das die Interpretationen der Synodenväter inspirieren soll, der Emmaus-Weg. Es hieß, das Evangelium biete in dieser Episode ein Modell des geistlichen Leiters und seiner Rolle als Begleiter an. Die Synodenväter betonten, man müsse selbst begleitet sein, um begleiten zu können.

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