Zwischenbericht im Bistum Trier spricht von 513 Betroffenen von Missbrauch seit 1946

Trierer Dom
Foto: Berthold Werner / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Verantwortungsbereich des Bistums Trier hat in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Zwischenbericht angegeben, seit 1946 hätten 513 Betroffene identifiziert werden können. 195 Personen konnten als Täter entweder überführt werden oder wurden des Missbrauchs beschuldigt.

"Es steht zu erwarten, dass sich diese Zahlen im Laufe der Arbeit der Studie – insbesondere durch eingehendes Aktenstudium – erweitern werden", hieß es in einer Pressemitteilung der Unabhängigen Kommission.

Die absolute Mehrheit der Betroffenen von Missbrauch im Bistum Trier ist männlichen Geschlechts.

Der Trierer Bischof Ackermann ist seit 2010 der Missbrauchsbeauftragte der deutschen Bischofskonferenz – ein Amt, das er im September 2022 niederlegen will.

"Der Bericht gibt einige Anregungen zu einer stärkeren Betroffenenorientierung ich verstehe sie auch als Aufforderung zu einer weiteren Professionalisierung in der gesamten Thematik", erklärte Ackermann in einer ersten Reaktion auf den Bericht. "Ich nehme diese Empfehlungen und Hinweise gerne an und werde mit dem diözesanen Beraterstab sowie mit dem Betroffenenbeirat beraten, wie diese konkret umzusetzen sind."

"Trotz diverser Studien und Aufarbeitungsberichte gibt es für die Problematik des sexuellen Missbrauchs im Bereich der Kirche nach wie vor Forschungsbedarf", so der Bischof. "Deshalb begrüße ich auch die von der Kommission auf den Weg gebrachte Studie mit einer historischen und einer psychologischen Teilstudie."

Ackermann war selbst für seinen Umgang mit einer Betroffenen von Missbrauch in die Kritik geraten. Er hatte vor Mitarbeitern seines Bistums den Klarnamen einer Frau genannt, die von einem Priester sexuell missbraucht und zu einer Abtreibung gezwungen worden war. Die Frau war bis dahin nur unter Pseudonym "Karin Weißenfels" bekannt.

Unterdessen war im Vorfeld des Zwischenberichts bekannt geworden, dass im Bistum Trier mehrere wegen Sexualstraftaten verurteilte Priester danach in der Krankenhausseelsorge eingesetzt wurden – auch noch unter Bischof Ackermann.

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