Die Freude der Liebe, ganz konkret: Warum die UN die "traditionelle" Familie schützen muss

Erzbischof Paglia im EWTN-Interview
Foto: (C) Pax Press Agency, SARL, Geneva
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Was heute alles mit 'Familie' bezeichnet wird, sorgt für Verwirrung. Klarheit und Orientierung, basierend sowohl auf Wissenschaftlichkeit wie den Glauben, schafft der katholische Glauben.

Daran haben die Gesandtschaft des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf und der Päpstliche Rat für die Familie bei den Vereinten Nationen in Genf durch eine eigene Veranstaltung am Rande der 32. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats erinnert.

Ziel der Veranstaltung war es, ein Gespräch anhand relevanter Passagen aus dem Schreiben Amoris Laetitia zu führen – und zwar auf eine Art, dass das christliche Menschenbild und Familienverständnis auch für internationale Institutionen, Regierungen und andere Stellen überzeugend beschrieben wird. Schließlich sind es diese Einrichtungen, die auf globaler, nationaler und lokaler Ebene an der Umsetzung familienstärkender Maßnahmen beteiligt sind. Darüber hinaus nahmen die Diskussionen bereits zugunsten der Familie geleistete Arbeit in den Blick, sowie bewährte Strategien internationaler und nationaler Einrichtungen zum Schutz der Familie.

"Worauf es am meisten ankommt ist, zu verstehen, dass die Familie, die große Verwandtschaftsbindung eines Mannes und einer Frau, damit betraut ist, die Schöpfung zu bewahren, zukünftige Generationen hervorzubringen und somit auch jede einzelne Ära der Menschheitsgeschichte." So brachte es der Hauptredner der Veranstaltung auf den Punkt, Erzbischof Vincenzo Paglia, Präsident des Päpstlichen Rates für die Familie.

Botschafter Amr Ramadan, Ständiger Vertreter der arabischen Republik Ägypten bei den Vereinten Nationen in Genf, zitierte in seiner Rede die gemeinsame Verlautbarung von Papst Franziskus und dem Russischen Patriarchen Kyrill vom Februar diesen Jahres in Kuba: "Die Familie basiert auf der Ehe, einem Akt frei geschenkter und treuer Liebe zwischen einem Mann und einer Frau. Die Liebe besiegelt ihre Verbindung und lehrt sie, einander als Geschenk anzunehmen".

Francesco Belletti, Direktor des Zentrums für Internationale Familienstudien, Mailand, Italien erinnerte an die weltliche Definition des Begriffs "Familie" bereits in vorchristlicher Kultur. "Familie ist seminarium rei publice, was so viel heißt wie Übungsplatz für die Dinge der Öffentlichkeit, die das Allgemeinwohl betreffen. So ist die Familie der erste Ort, an dem die bürgerlichen Rechte und Pflichten eingeübt werden", betonte Dr. Belletti.

Die Förderung familienfreundlicher Programme sei eines der Schlüsselelemente der sozialen Entwicklungspolitik der Russischen Föderation sei, sagte der Ständige Vertreter der russischen Föderation bei den Vereinten Nationen in Genf, Botschafter Alexey Borodavkin.

Erzbischof Ivan Jurkovic, Ständiger Vertreter  des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf fasste die Veranstaltung zusammen: "Was wir alle heute gesehen haben, ist ermutigend, wissen Sie, man erkennt etwas von der sozialen Seele, die man in allen Nationen finden kann...hier haben wir  mehr als 70 Nationen...Über Grundnormen ist man sich einig. Aber da gibt es auch diese neuen Weltanschauungen, die im Dialog ernst genommen werden müssen. Hier muss ich sagen, müssen wir uns zu unseren Werten bekennen, entsprechend unserer persönlichen Überzeugung. Die Kirche hat hier eine Führungsrolle, denn wir verurteilen nicht, aber orientieren uns an der Lehre."

Die "traditionelle”, sprich normale Familie ist nicht nur nach katholischem Verständnis die Grundlage der Gesellschaft: Die Teilnehmer stimmten Papst Franziskus zu, dass diese unverzichtbare Familie somit auch von den einzelnen Staaten, der internationalen Gemeinschaft und auch der Gesellschaft als Ganzes geschützt, verteidigt und gefördert werden muß.

Diesbezüglich spielen die Vereinten Nationen eine wichtige Rolle, zumal hier Kräfte wirken, die mit einer Art Misstrauen gegenüber des normalen Verständnisses von Familie auftreten und dieses aushöhlen, so Kritiker. Das Wort könne, dank dieser Bemühungen, heute widersprüchliche Bedeutungen haben. Was zur Folge habe, dass viele sehr bemüht sind, das Wort "Familie”  beim Erstellen von  Richtlinien ganz zu vermeiden.

Amoris Laetitia erinnert daran, nicht ein "allzu abstraktes theologisches Ideal der Ehe” zu haben, sondern die Schönheit der Ehe und Familie, wie sie Jesus lehrte, in die konkreten Situationen und den tatsächlichen Möglichkeiten der realen Familien zu tragen, damit diesen möglich ist, als Christen ihre Berufung in der Nachfolge des Herrn zu leben.

Familien sind in einer sich ständig  entwickelnden Gesellschaft vor konkrete Herausforderungen gestellt  – und auch auf diese verweist die Exhortation "Amoris Laetitia”: Von Migration und Arbeitslosigkeit über  Pornografie bis zum Missbrauch Minderjähriger, von der Pflege Behinderter und dem Respekt gegenüber älteren Menschen, dem rechtlichen Abbau der Familie bis hin zur Gewalt gegen Frauen.

 

Dieser Bericht wurde von unserem Genfer Korrespondenten Christian Peschken, Pax Press Agency, verfasst. Der Bericht wird auch bei EWTN – Katholisches Fernsehen zu sehen sein im Rahmen des Magazins ‘Vatikano‘. Weitere Informationen zu Pax Press Agency, Genf unter www.paxpressagency.com