Neue Anhörung im Fall Charlie Gard

Ein Fenster im Kinderkrankenhaus Great Ormond Hospital
Foto: Flickr / RPM (CC BY-NC-ND 2.0)
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Das Krankenhaus, in dem Charlie Gard liegt, bemüht sich um eine neue Anhörung am britischen "High Court". Neue Befunde weisen darauf hin, dass dem 11 Monate alten, todkranken Junge ein neues, experimentelles Verfahren eventuell helfen würden.

Das "Great Ormond Street Hospital" erhielt von einem siebenköpfigen, internationalen Experten-Team den Hinweis und medizinische Daten, dass eine noch in der Experimentierphase befindliche Medizin den Zustand des Gehirns des kranken Buben verbessern könnte. 

Einer der Unterzeichner des Schreibens ist ein Forscher und Neuologe des Kinderkrankenhauses "Bambino Gesu", welches diese Woche bereits angeboten hatte, Charlie Gard aufzunehmen. Aus rechtlichen Gründen hatte das Londoner Krankenhaus abgelehnt.

"Zwei internationale Krankenhäuser und deren Forscher haben uns in den vergangenen 24 Stunden mitgeteilt, dass sie neue Beweise haben, was das vorgeschlagene Behandlungsverfahren angeht", so ein Sprecher des Krankenhauses gegenüber der BBC. 

"Wir sind, gemeinsam mit Charlies Eltern, der Meinung, dass es richtig ist, diese Beweise zu prüfen", so das Krankenhaus.

"Great Ormond Street Hospital gibt dem High Court die Möglichkeit, diese Angaben objektiv zu prüfen...Es liegt dann am Gericht, ein Urteil in Anbetracht der Fakten zu sprechen".

Die Anhörung erfolgt am kommenden Montag um 14 Uhr Ortszeit.

Charlie leidet am Mitochondrialen Depletionssyndrom. MDS schadet massiv dem Gehirn. Obwohl der kranke Junge noch etwas Hirnfunktion nachweist, bedarf er künstlicher Beatmung, hat Krampfanfälle, und bedarf auch sonst ständiger Zuwendung.

Gards Eltern gelang es, über eine Million US Dollar für eine Behandlung in den Vereinigten Staaten zu sammeln. 

Doch obwohl sie das Geld für die Behandlung haben, urteilten das Londoner Krankenhaus sowie britische Gerichte dagegen – mit der Begründung, eine weitere Behandlung würde Gard schaden. Darüberhinaus hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte am vergangenen Donnerstag entschieden, dass das Krankenhaus, in dem der kranke Bub liegt, Charlie Gard nicht mehr künstlich am Leben erhalten muss. Eine Entscheidung, die der Europäische Menschenrechtsgerichthof nun bestätigt hat.

Als die Eltern jedoch darum baten, ihren Sohn daheim sterben zu lassen, wurde ihnen auch dieser Wunsch abgelehnt.

Gards lebenserhaltende Maßnahmen hätten am Freitag abgestellt werden sollen, doch die Gerichte erlaubten den Eltern noch ein wenig mehr Zeit mit ihrem Kind, bevor es stirbt.

Am 2. Juni teilte Vatikan-Sprecher Greg Burke mit, Papst Franziskus habe sein Gebet für das Kind erklärt und darum gebeten, dass die Wünsche der Eltern geachtet werden.

"Der Heilige Vater verfolgt mit Zuneigung und Gefühlen die Geschichte Charlie Gards und drückt seinen Eltern seine Nähe aus", teilte Burke in einer Stellungnahme mit.

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