Was die Nichte der Seher von Fatima von ihrer berühmten Familie hält

Jacinta Pereira Marto, die Nichte der Seherkinder Jacinto und Francisco
Foto: EWTN.TV/Daniel Ibanez
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Wie fühlt es sich an, wenn der eigene Onkel und die eigene Tante heiliggesprochen werden sollen? Die Nichte des seligen Francisco und der seligen Jacinta freut sich über die baldige Kanonisierung.

Im Gespräch mit CNA erzählt Jacinta Pereiro Marto, wie es war, in einer Familie aufzuwachsen, zu der waschechte Heilige gehören.  

"Meine Familie, meine Großeltern, meine Eltern, wir haben das alle immer als Geschenk Gottes akzeptiert", sagte sie.

"Gott wählte meinen Onkel und meine Tante aus weil er dies so wollte, so sehr dass mein Großvater immer gesagt hat, dass die Jungfrau nach Fatima kommen wollte und seine Kinder wählte, aber dass wir nichts davon eigentlich verdienten", so Jacinto Marto gegenüber CNA.

Dem starken Glauben des frommen Großvaters – Vater der seligen Seher-Kinder Francisco und Jacinto – sei es zu verdanken, habe die Familie immer ganz schlicht gelebt: "Denn Gott wählt, und er wählt, wie er es will. Wir haben nichts verdient."

Die heute 74 Jahre alte Marto ist die Tochter von Joao Marto, dem Bruder der seligen Seher Francisco und Jacinta. Sie trägt den Namen ihrer bald heiligen Tante.

Ihr Vater Joao, gerade mal zwei Jahre älter als die Seher von Fatima, war vom Alter her den beiden Seligen am nächsten.

Seine Geschwister werden in wenigen Wochen die jüngsten Heiligen in der Geschichte der Kirche sein, die nicht als Märtyrer starben. Sie wurden Zeugen der Erscheinungen Unserer Lieben Frau von Fatima im Jahr 1917.

Die kirchlich anerkannten Erscheinungen jähren sich heuer zum 100. Mal.

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In ihrem Interview mit CNA sagte Marto, dass sie "die Freude" hatte, in der gleichen Familie wie Jacinta und Marto auf die Welt zu kommen, und dort auch aufzuwachsen, da ihr Vater Joao bei seinen ältlich gewordenen Eltern im Haus blieb.

"Sie haben mir stets eine große Liebe zu Gott und der Jungfrau anerzogen. Ein Leben in Einfachheit, im Glauben und der Religiosität", sagte sie über ihre Großeltern.

Das Haus befindet sich weiter im Besitz der Familie, aber ist nun für Besucher und Pilger geöffnet, die aus aller Welt kommen um zu sehen, wo die Hirtenkinder aufwuchsen, denen die Gottesmutter erschien.

Gegenüber betreibt Jacinta Marto ein Andenkengeschäft und eine Art kleines Museum, in dem Original-Fotos und Gegenstände der Familie zu sehen sind, darunter Tücher der Seherin Jacinta, der Rosenkranz, mit dem Francisco betete, bevor er starb, und sogar das Bett, in dem er verschied.

Jacinta Marto sagt, es sei ihrer Großmutter Olimpia zu verdanken, der Mutter der Seherkinder, dass sie auf den gleichen Namen getauft wurde wie die selige Jacinta.

Olimpia habe sich gewünscht, dass ein Enkelkind den Namen ihrer Tochter tragen werde. Und Jacintas Vater, Joao, habe ihr den Wunsch bei der Geburt der nächsten Tochter erfüllt.

"Ich bin sehr froh, dass ich Jacinta heiße", sagte diese nun gegenüber CNA. "Ich fühle eine starke Gegenwart und mich beschützt durch meine Tante und meinen Onkel."

"Ich bin niemand besonderes. Ich versündige mich, wie die ganze Welt es tut. Aber ich glaube, dass sie mich beschützen. Ich spüre, dass sie und die Gottesmutter mich beschützen", erklärte sie.

Ihr Vater Joao habe ihr erzählt, wie es war, als seinen Geschwistern die Jungfrau und Gottesmutter maria in Valinhos im August erschienen war. Tatsächlich begleitete er seine Geschwister; selber habe er jedoch nichts gesehen.

Zwei Monate später, am 13. Oktober 1917, ereignete sich das Sonnenwunder. Der damals 11 Jahre alte Joao blieb an diesem Tag jedoch zuhause. Gerüchten waren im Umlauf – wahrscheinlich von anderen Kindern gestreut – dass "wenn sich das Sonnenwunder nicht ereignen sollte, die ganze Familie sterben werde".

Um den Menschen dabei zu helfen, an die Echtheit der Erscheinungen zu glauben, hatte Lucia, das dritte Seherkind, die Muttergottes bei der Erscheinung am 13. Juli 1917 gebeten, ein Wunder zu bewirken. Diese antwortete, dass, sollten die Kinder sie jeden Monat bis Oktober besuchen, ein Wunder ereignen würde. So versammelten sich am 13. Oktober, dem Tag der letzten Marienerscheinung, zwischen 30.000 und 100.000 Menschen, um Zeugen des Wunders zu werden.

Nachrichten und Zeugen berichten, das Wunder ereignete sich, als die Wolken aufbrachen und die Sonne als eine undurchsichtige, sich drehende Scheibe am Himmel erschien. Sie warf – so zahllose Augenzeugen – bunte Lichte über die Landschaft.

Doch während viele Mitglieder der Familie beim Sonnenwunder zugegen waren, bliebe ihr Vater Joao daheim – aus Angst, er müsse sterben falls sich das Wunder nicht ereignen sollte.

Mit seinen gerade mal 11 Jahren habe er nicht ganz verstanden, was sich da ereignete, so seine Tochter Jacinta Pereiro Marto gegenüber CNA.

"Mein Vater erzählte mir, er habe viel geweint. Sehr viel. Weil er sah, dass alles so geschah, wie sie gesagt hatten".

Nun hoffe sie, bei der heiligen Messe mit Papst Franziskus einen guten Platz zu haben, und ihm nahe zu sein.

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