Dieser sterbende Mönch inspirierte Kardinal Sarah, sein Buch über die Stille zu schreiben

Bruder Vincent-Marie von der Auferstehung
Foto: Lagrasse.org
Facebook Twitter Google+ Pinterest Addthis

Einen sterbenden Mönch kennenzulernen und sich mit ihm anzufreunden war es, was den Präfekten der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Kardinal Robert Sarah, inspiriert hatte, sein neuestes Buch über die Kraft der Stille im christlichen Leben zu schreiben.

Das Buch "Die Kraft der Stille: Gegen eine Diktatur des Lärms" wurde unlängst auch in deutscher Sprache veröffentlicht und beschreibt die Natur des Katholizismus über den Weg seiner persönlichen Erfahrung.

Der emeritierte Papst Benedikt XVI., der an Ostern 2017 das Vorwort zum Buch verfasst hatte, erklärte, dass "die Liturgie mit Kardinal Sarah in guten Händen sei" und betonte, dass "Sarah uns das Schweigen lehrt – das Mit-Schweigen mit Jesus, die wahre innere Stille, und gerade so hilft er uns, auch das Wort des Herrn neu zu begreifen."

In der Einleitung zum Buch, dass Kardinal Sarah mit dem französischen Journalist Nicolas Diat geschrieben hat, beschreibt er jenen Moment, der erklärt, warum sich der Kardinal entschieden hatte, der Stille ein Buch zu widmen.

Dieser Moment geht auf den 25. Oktober 2014 zurück, auf einen jungen Mönch, Bruder Vincent-Marie von der Auferstehung von der Abtei Lagrasse (Frankreich), der langsam an Multipler Sklerose starb und nicht mehr sprechen konnte.

Der Kardinal erkannte in ihm "eine brennende Seele, einen verborgenen Heiligen, einen großen Freund Gottes, der nur den Blick auf den Kardinal richten konnte und ihn fest, zärtlich und mit Liebe ansehen konnte."

Als der kirchliche Würdenträger nach Rom zurückkehrte, rief er Bruder Vincent oft an, der schweigend zuhörte, während der redete.

Bruder Vincent betete die letzten Monate seines Lebens ständig für Kardinal Sarah, bevor er am 10. April 2016 verstarb.

Diat fügte im Buch die geheimnisvollen Worte an: "Die Mönche, die den Bruder betreuten, sind sich sicher, dass er noch einige Monate länger am Leben blieb, um Kardinal Sarah besser zu beschützen. Bruder Vincent wusste, dass die Wölfe lauerten, dass sein Freund ihn brauchte, dass er auf ihn zählte."

"Die Begegnung mit Bruder Vincent war ein Stück Ewigkeit. Wir zweifeln nie an der Bedeutsamkeit jeder Minute, die wir mit ihm verbracht haben. Die Stille machte es möglich, jedes Gefühl zum Vollkommensten zu erheben. Als wir die Abtei verlassen mussten, wussten wir, dass uns das Schweigen von Vincent stärker machen würde, um dem Lärm der Welt zu begegnen" so weiter der Journalist.

Zuletzt erklärte Diat, dass "diese Freundschaft im Schweigen geboren wurde und im Schweigen wuchs" und dass das Buch "ohne Bruder Vincent nie existieren könnte, der uns zeigte, dass ihm die  Stille in den Zeiten, in denen ihn die Krankheit fesselte, erlaubte, immer tiefer in die Wahrheit der Dinge einzudringen."

Seine letzten Tage

Die Brüder der Gemeinschaft in der Abtei Lagrasse erinnern sich, dass "Bruder Vincent-Marie zu einem Beispiel ständigen Gebetes und froher Hingabe an Gottes wurde."

"Er empfing jeden mit seinem schönen Lächeln und hörte bis zum Ende nicht auf zu beten und seine Leiden für die zahlreichen Intentionen aufzuopfern, die ihm alle – manchmal auch von weit weg -  anvertrauten. Er hat sich nie beklagt."

Sie erinnern daran, dass er "immer wiederholte: Ich kann nichts anderes tun, als zu beten und zu lächeln."

Ebenso berichten sie, dass er in den letzten Monaten "auch nicht mehr sprechen konnte und immer den Rosenkranz in den Händen hielt."

"Er empfing die Sterbesakrament vom Abt, seine Mutter und seine Schwester waren durch göttliche Fügung anwesend und wenige Minuten, nachdem die Brüder der Gemeinschaft sich versammelt hatten, gab er seine Seele an Gott zurück. Es war der 10. April 2016.

Die Kraft der Stille ist erschienen beim Fe-Medienverlag.

Das könnte Sie auch interessieren: