Ein Besuch bei Unserer Lieben Frau von Tschenstochau

EXKLUSIV vorab: Das EWTN-Interview mit Prior Marian Adam Waligóra OSPPE

Vor dem Gnadenbild: Pater Marian Waligora im Gespräch mit Robert Rauhut.
Foto: EWTN
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Das Marienheiligtum von Jasna Góra, dem Hellen Berg, ist die spirituelle Hauptstadt Polens. Hier schlägt das marianische Herz dieses katholischen Landes: Jedes Jahr besuchen bis zu 4 Millionen Pilger den bedeutenden Marienwallfahrtsort.

Auch Papst Franziskus wird während seinem Polensbesuch Tschenstochau besuchen und das Bild der schwarzen Madonna verehren. Bereits seine Vorgänger, der heilige Johannes Paul II. und Papst Benedikt XVI., haben die Gnadenkapelle besucht. Im Jahr 1991 fand nach dem Fall des Kommunismus hier der Weltjugendtag mit über 1 Million Jugendlichen aus Westen und Ost statt.

Robert Rauhut sprach im EWTN-Interview mit dem Prior des Klosters von Jasna Góra, dem Pauliner-Mönch Marian Adam Waligóra, über die Bedeutung des Klosters von Jasna Góra für den Glauben in und die Geschichte von Polen, die Besuche der Päpste im Mariensanktuarium und die Spiritualität dieses ganz besonderen Ortes. Pater Marian ist nicht nur Prior sondern auch begnadeter Marathon-Läufer und Photograph. 

Das Interview wird rund um den Weltjugendtag auf EWTN ausgestrahlt. Weitere Informationen auf www.ewtn.de und krakau16.ewtn.de

Grüß Gott! Wir freuen uns sehr, dass wir hier, auf dem Jasna Góra, sein und mit Ihnen sprechen dürfen.

Ich freue mich ebenfalls, dass ich mich auf diesem Weg mit Ihnen und allen Ihren Zuschauerinnen und Zuschauer begegnen kann.

Wir befinden uns an einem besonderen Ort. Hier schlägt das Herz der Maria, Königin von Polen, der Mutter der Polen. Wir sind im Paulinerkloster auf dem Jasna Góra, am wichtigsten Marienwallfahrtsort Polens. Können Sie uns sagen, welche Bedeutung Jasna Góra für die Kirche in Polen und für die polnische Kultur hat?

In der Tat, wenn wir uns die Geschichte und die Präsenz dieses Wallfahrtsortes in der Geschichte Polens anschauen, so sehen wir das hier die zwei Komponenten aufeinandertreffen: einerseits die Kultur unserer Nation, die große Geschichte und andererseits kommt – auf der Grundlage der Verbundenheit dieses Ortes mit der Nation – seine religiöse Dimension zum Ausdruck. Er ist das Bindemittel für die Polen, die hierher pilgern. Dies ist ein Ort, durch dessen Mauern die Geschichte Polens durchdringt, weil die Pilger ihr Leben, ihre Angelegenheiten - die persönlichen und diejenigen, die mit ganz Polen verbunden sind – an diesen Ort mittragen. Auf eine geheimnisvolle Weise geschah es so, dass wichtige Ereignisse in der Geschichte Polens stets einen religiösen Bezug auf Jasna Góra hatten.

Wie könnten Sie die Spezifik von Jasna Góra beschreiben, auch im Vergleich zu den anderen Wallfahrtsorten?

Vor allem muss man Jasna Góra aus der historischen Perspektive betrachten – das heißt fragen, welche Rolle dieser Ort im Leben Polens und der Nation gespielt hat. Als die Gottesmutter in dieser wundertätigen Ikone, wie wir es sagen, in diesem Gnadenbild hier angekommen ist, begannen Menschen hierher zu pilgern. Und in der Tat erfuhren viele von denen, die vor dem Bildnis gebetet haben, in den Erfahrungen ihres schwierigen Alltags eine besondere Obhut der Gottesmutter. Was aber sehr wichtig ist, ist die Tatsache, dass die Gottesmutter ein wichtiges Element des staatlichen Lebens war. Wir müssen uns bewusst werden, dass hierher die polnischen Könige kamen, dass sie hier beteten. Für eine Zeitlang hat sich sogar ein ungeschriebener Brauch entwickelt, dass der polnische König nach der Krönung, nachdem er zum Grab des heiligen Stanislaus in der Kirche auf dem Skalka-Hügel in Krakau gepilgert war, auch Jasna Góra besuchen musste, um hier, vor Gottesmutter zu beten. So gesehen ist das ganze Volk seinen führenden Persönlichkeiten gefolgt und hierher mit eigenen Angelegenheiten gepilgert. Ein anderes Zeichen dafür, wovon ich spreche, ist die hier erfolgte Trauung eines der polnischen Könige – die Marienkapelle war das Trauzeuge der Trauung von Michał Korybut Wiśniowiecki und der Prinzessin Eleonore von Österreich.

Wir haben davon gesprochen, dass es hier ein Marienwallfahrtsort ist. Der wichtigste Marienwallfahrtsort Polens. Mit einem Bildnis der Gottesmutter, die weltweit als die Schwarze Madonna aus Tschenstochau verehrt wird. Dieses Bild hängt auch in vielen Häusern, Wohnungen, Kirchen auf der ganzen Welt, nicht nur in den polnischen. Was könnten Sie uns zu der Geschichte dieser Ikone erzählen?

Das ist wirklich eine wundersame Geschichte. Es sind unterschiedliche Legenden entstanden, die darüber erzählen, wie das Gnadenbild auf Jasna Góra gelangt ist. Was aber die historischen Befunde anbetrifft, so ist heute bekannt, dass die Ikone aus dem byzantinischen Raum, aus dem Balkangebiet stammt. Durch spätere Ummalungen trägt die Ikone Züge der westlichen Malerei. Es ist insbesondere zu sehen, dass ein italienischer Maler an der Ikone gearbeitet haben muss. Das ist an dem Gnadenbild erkennbar. Nun ist die Frage, wie ist das Gnadenbild auf Jasna Góra gebracht worden. Eine einheitliche, endgültig überprüfte Hypothese gibt es nicht. Sicherlich hängt aber damit zusammen, dass sich die Pauliner hier niedergelassen haben. Die Pauliner kamen nach Tschenstochau aus Ungarn im Jahre 1382. Sie kamen von unserem damaligen Kloster in Márianosztra. Eingeladen wurden sie von dem Prinzen Ladislaus von Oppeln. Sie kamen aber mit Genehmigung des ungarischen Königs Ludwig des Großen, auf den die Klostergründung der Pauliner in Márianosztra 30 Jahre früher, im Jahre 1352 zurückgeht. Durch Gottes Vorsehung geschah es, dass aus diesem großen Kloster, in dem damals – wie wir in unseren Chroniken lesen – bis zu 300 Patres gelebt haben, 30 Jahre später einige Pauliner auf Jasna Góra mit der Aufgabe kamen, das Gnadenbild der Gottesmutter, das der Prinz Ladislaus von Oppeln hierher gebracht hatte, zu schützen und vor ihm zu beten.

Bevor wir auf das Charisma des Paulinerordens eingehen, möchte ich noch kurz das Gnadenbild ansprechen, das auf unserer linken Seite zu sehen ist. Die Tradition schreibt seine Entstehung dem Evangelisten Lukas…

Ja, das ist eine sehr schöne Tradition, die auch in der Kirche verbreitet ist. Sie ist umso schöner, als Lukas der einzige Evangelist war, der so viel Aufmerksamkeit in seinem Evangelium der Gottesmutter geschenkt hat. Darauf aufbauend ist diese Tradition entstanden. Wir sagen oft, dass er uns ein wirklich wundervolles Bild der Gottesmutter gemalt hat, allerdings nicht so sehr mit dem Malpinsel, sondern viel mehr mit dem Schreibfeder, weil er die Gottesmutter wirklich sehr schön beschrieben hat. Damit bestreiten wir nicht, dass er Ikonen von Gottesmutter gemalt haben könnte. Diese schöne Tradition zeigt uns aber vor allem, wie wertvoll die Ikone für die Gläubiger ist. Dadurch, dass die Tradition die Autorenschaft der Ikone dem Evangelisten Lukas zuschreibt, wird die Heiligkeit und die Einzigartigkeit dieses Bildes unterstrichen, vor dem so viele Gläubiger Gottes Gnade, Gottes Schutz erfahren haben. Und, wie ich schon sagte, nicht nur die Polen als Nation hat diesen besonderen Schutz der Gottesmutter erfahren, sondern auch Einzelmenschen, die ihre privaten Angelegenheiten hierher bringen. Also dieses Bild, das der Evangelist Lukas von Maria gemalt hat, das ist eher ein Bild, das er im Evangelium gezeichnet hat und das wir bewundern können.

Wenn wir uns dieses Bild anschauen, sehen wir, dass die Gottesmutter zwei Schnitte auf dem Gesicht hat. Das fällt auf. Was verbirgt sich dahinter?

Ja, im Grunde genommen alle Pilger, vor allem derjenigen Pilgergruppen, die zu uns vom Ausland kommen und zum ersten Mal das Gnadenbild sehen, stellen oft als erste die Fragen, warum die Gottesmutter so dunkel ist und woher die Narben auf der Wange der Mutter Gottes stammen. Das geht auf das Jahr 1430, als das Kloster auf dem Jasna Góra überfallen wurde. Es ist nicht letztlich geklärt, wer den Raubzug begangen hat. Höchstwahrscheinlich waren es verarmte Kleinadlige, die die Gnadenbildkapelle mit der Absicht überfallen haben, sie zu berauben, weil sie gewusst haben, dass in der Kapelle sehr viele wertvolle Schmuckstücken aufbewahrt werden, die vom polnischen Adel, den polnischen Königen geschenkt wurden. Es handelte sich also höchstwahrscheinlich um Raubabsichten. Einer, der an diesem Überfall teilgenommen hat, hat eben mit einem Schwert oder einem anderen Werkzeug das Gesicht der Gottesmutter geschnitten. Bei den Renovierungsarbeiten am Bild hat der königliche Maler, der diese Arbeiten im Königsschloss Wawel in Krakau ausgeführt hat, diese Schwertschnitte mit seinen künstlerischen Pinselstrichen und mit der Farbe hervorgehoben, so dass es uns auch bewusst ist, dass es zu dieser Verwundung des Gesichts der Gottesmutter kam. Für uns hat die Verwundung des Gesichts der Gottesmutter auch eine symbolische Bedeutung. Sie erinnert daran, dass wir durch unser Leben – wenn ich es so sagen kann – keine neuen Wunden der Gottesmutter zufügen sollen. Man kann also diese Narben auch im geistigen Sinne verstehen.

Die dunkle Farbe hängt auch mit den Rekonstruktionen des Bildes zusammen…

Ja, natürlich. Außerdem dürfen wir nicht vergessen, dass das Bild, die Ikone, nicht immer unter richtigen Bedingungen aufbewahrt, geschützt und so wie es jetzt ist, in einer speziellen Kapelle, ausgestellt wurde. Die Feuchtigkeit, das Licht – all das hatte einen Einfluss auf das Bild. Außerdem auch die Materialien und Farben, die für das Bild verwendet wurden, wurden mit der Zeit dunkler. Den Konservatoren zufolge waren das Gesicht von der Jungfrau Maria und das von Jesus heller. Als in den 80er Jahren eine größere Gemälderestaurierung durchgeführt wurde, überlegte man die Idee, diese ursprüngliche Helligkeit des Gesichtes der Gottesmutter wiederherzustellen. Da sie aber als Gottesmutter mit schwarzem Antlitz erkannt wird, wurde diese Dunkelheit beibehalten und in diesem Sinne wird auch die Bezeichnung "Schwarze Madonna" verwendet. Manche unserer Patres mögen diese Bezeichnung nicht, sie ziehen vor, von Madonna mit schwarzem Antlitz zu sprechen. In der Tat ist es so, dass das Bild, wenn es nicht beleuchtet wird, sehr dunkel ist.

Sie haben die Symbolik angesprochen, die sich hinter den Narben verbirgt und auch auf unser Leben angewandt werden kann. Ikonen sind sozusagen Gottesfenster oder ein Fenster zu Gott, ja, sie verwirklichen Gott. Die Gottesmutter von Tschenstochau hat auch unterschiedliche Gewänder. Können sie kurz darauf eingehen, was diese Gewänder für eine Bedeutung haben?

Über die Gewänder könnte man sehr lange sprechen – es gibt mehrere Kleider, die – so müsste man es sagen – die Gottesmutter von den Gläubigern bekommen hat, als Geschenk, mit dem wir die Ikone schmücken möchten. Dieser Brauch, Heiligenfiguren zu bekleiden, kam aus Österreich. Er erreichte auch Jasna Góra. So begann auch die Schmückung der Gottesmutter mit unterschiedlichen Gewändern. Es sind immer weitere Gewänder am Entstehen. Interessant ist, dass die Bekleidung, mit der das Bild geschmückt wird, aus Votivgaben gemacht wird. Aus diesen Gaben, die die Pilger bringen, um sich bei der Gottesmutter für ihre Gnaden, für ihre Obhut zu bedanken oder um besondere Gnaden zu bitten. Es sind manchmal sehr prachtvolle Schmuckstücke von großem Juwelierwert aber auch sehr einfache Sachen, die von den Pilgern hierher gebracht werden. Diese Kostbarkeiten werden so zusammengestellt, dass sie zu einem wunderschönen Gewand der Gottesmutter werden. So haben wir ein Diamantgewand, ein Rubingewand – ein neueres wurde aus Bernstein gemacht. Letztens wurde auch ein Dankbarkeitsgewand gemacht. Zur Zeit ist das Bild durch das Millennium-Gewand geschmückt, das auf das Jahr 1966, auf das Millennium der Taufe Polens zurückgeht. All diese Gewänder wurden mit einem historischen Hintergedanken gemacht, sie sind keinesfalls durch Zufall entstanden. Das Wesentliche besteht aber nun darin, dass in diese Gewänder die Kostbarkeiten miteingeflochten sind, hinter denen sich die von der Gottesmutter erbetenen Granden verbergen. Gnaden, die der Pilgernde von der Gottesmutter bekommen hat.

Sie haben erwähnt, dass das Bild als Ikone ein Fenster zu Gott ist. Wie wir wissen, bilden Ikonen für die Ostkirche etwas mehr als nur eine Abbildung Heiliger. Für sie bilden Ikonen eine Vergegenwärtigung der Heiligen, sind sozusagen wie ein Sakrament, in dem der Dargestellte vergegenwärtigt wird. Ich muss auch sagen, dass wir hier, auf dem Jasna Góra, dies auch erfahren, dass für die Gläubiger, die vor das Gnadenbild der Gottesmutter pilgern, die sehr nah ans Bild kommen möchten, dieses Bild, diese Ikone ein Zeichen der Gegenwart, der Präsenz der Gottesmutter darstellt. Wir schauen in die Augen der Gottesmutter, wir beten vor ihr aber im Grunde genommen treffen wir sie unmittelbar. Darin besteht auch das Phänomen von Jasna Góra, dass der Gläubige, der sich vor diesem Bild vorfindet, vor dem Bild der prachtvoll, in schönen Gewändern geschmückten Gottesmutter steht, sich persönlich mit Maria trifft, die in seinem Herzen wirkt. Das ist diese geheimnisvolle Wirkung, diese Obhut der Gottesmutter, die einen jeden von zu Christus, zu Gott führt.

Gehütet wird die Madonna mit schwarzem Antlitz durch die Pauliner. Sie haben bereits erzählt, wie die Pauliner nach Tschenstochau, auf Jasna Góra gekommen sind. Könnten Sie uns ein paar Worte von dem Charisma des Paulinerordens und seinen Niederlassungen sagen?

Auch für diese Frage möchte ich mich bedanken, denn die Geschichte dieses Wallfahrtortes lässt sich von der Geschichte des Paulinerordnes nicht trennen. Der Paulinerorden ist im 12. Jahrhundert in Ungarn entstanden und setzte sich am Anfang aus Eremiten zusammen, die im ungarischen Gebirge, im Piris-Gebirge und Mecsekgebirge, zerstreut lebten. Zusammengeführt wurden sie vom seligen Eusebius, Kanonikus von Gran. Die zusammengeführten Eremiten bildeten die erste Gemeinschaft der Pauliner, in deren Kern immer das Kreuz Christi stand. Eine Zeitlang wurden die Pauliner sogar Brüder vom Heiligen Kreuz genannt. Allerdings – wie unsere Chroniken besagen – war in der Paulinerkirche das erste Nebenaltar immer der Gottesmutter gewidmet. Die Tatsache, dass Jasna Góra unter unserer Obhut steht, ergibt sich also aus dem Charisma der ersten Eremiten, die unsere Ordensgemeinschaft gegründet haben.

Ursprünglich war es eher ein kontemplativer Orden, geprägt durch das Gebet. Der Orden entwickelte sich gemäß den Bedürfnissen der Kirche und heute können wir sagen, dass unser Charisma ein zweifaches ist: einerseits die Kontemplation Gottes in der Einsamkeit, was durch das Leben im Kloster, das Leben in der Gemeinschaft, gemeinsames Gebet ermöglicht wird, andererseits die Wahrnehmung der Aufgaben als Seelsorger an unterschiedlichen Orten, wie zum Beispiel hier, auf dem Jasna Góra. Dies ist übrigens ein sehr sensibler Ort der Seelsorge, weil hierher Millionen von Menschen kommen. Nichtsdestotrotz sorgen wir auch für das Gebetsleben, wir leben in Klausur, halten an Bestandteilen des gemeinschaftlichen Lebens – dem gemeinsamen Gebet. Darauf wird nicht verzichtet. Der heilige Johannes Paul II. hat sich über unseren Orden im Jahre 1991, als er hier zum 6. Weltjugendtag, vor 25 Jahren auf Jasna Góra kam, sehr schön geäußert. Als er die Jugendlichen begrüßt hat, hat er an sie die Frage gerichtet, ob sie es wissen, welche Ordensgemeinschaft pastorale Dienste hier erfüllt. Und er sagt zu den Jugendlichen weiter: "das sind Pauliner, das sind Einsiedler", woraufhin er schmunzelte und sagte: "da haben wir denen hier eine schöne Einsiedelei hier gemacht". Der Papst wusste, dass zu Wesenszügen der Pauliner die Kontemplation, das Gebet gehören, wusste aber andererseits von unserer Öffnung für die Aufgaben der Seelsorge und das auch dies zur Spezifik unserer Tätigkeit gehört.

Und an welchen anderen Orten sind die Pauliner tätig, wo kann man sie treffen?

Wir sind in Polen an über 20 Orten vertreten. Aber treffen kann man uns auf fast allen Kontinenten, unsere Niederlassungen befinden sich auch in Australien, Amerika, an mehreren Orten in Europa. Auch in Deutschland haben wir mehrere Klöster. Zum Beispiel in Mainburg, Regensburg, Todtmoos in Schwarzwald, in Erding bei München. Außer von Deutschland sind wir auch in Tschechen, in der Slowakei zu finden. Dann die Wiege der Pauliner – Ungarn. Wir sind sogar in Rumänien, in Siebenbürgen, und auch jenseits der polnischen östlichen Grenze: in der Ukraine, in Weißrussland vertreten. Aber auch in Italien, in Großbritannien und auf anderen Kontinenten – in Amerika, in Australien. Es gibt auch Pauliner Missionen – in Kamerun oder in Südafrika.

Sie haben schon erwähnt, dass sehr viele Menschen mit ihren persönlichen Anliegen, Bitten, Danksagungen hierher kommen. Warum ist die Marienverehrung in der polnischen Spiritualität so wichtig?

Die Frage ist sehr weit angelegt und eine Antwort bedürfte eigentlich eines längeren Gesprächs. Wollen wir es kurz fassen, so muss uns vor allem klar werden, dass die Gegenwart der Gottesmutter in Polen zur Offensichtlichkeit wurde. Sogar die erste polnische Hymne "Bogurodzica" (Gottesgebärerin) stellt einen Bezug auf die Gottesmutter dar. Das heißt, dass wir von der Annahme des Christentums an mit der Gottesmutter verbunden waren. Darüber hinaus hatten die für die polnische Nation wesentlichen historischen Ereignisse auch einen Bezug auf Jasna Góra. Bemerkenswert ist, dass unsere Könige immer sehr gerne hierher, auf Jasna Góra, kamen. Es ist doch der Ladislaus von Oppeln, der das Kloster stiftet. Die Erneuerung des Klosters wird von dem König Jagiełło und seiner Frau der Heiligen Hedwig Königin von Polen, eigentlich "König von Polen", so der offizielle Titel, gestiftet. Und dann kommen die weiteren Könige auf Jasna Góra, um sich unter den Schutz der Gottesmutter zu stellen. Diese Marienverehrung ist also ein natürlicher Bestandteil der polnischen Geschichte, des Lebens des polnischen Staates. Ich meine hier, dass wir zu Gottesmutter pilgern und uns ihr anvertrauen.

Das bedeutet keinesfalls, dass die Kirche nur eine marianische Kirche ist. Die Kirche ist die von Jesus Christus. Wir gehen zu Jesus Christus zusammen mit Maria. Diejenige, die Christus am nächsten stand, ist für uns ein Vorbild, wie man ihm folgen sollte. Deshalb lieben wir die Gottesmutter so sehr. Also einerseits ist hier ihre Nähe zu Christus entscheidend, andererseits die Tatsache, dass wir als Nation ihren Schutz, ihre Fürsorge bei wichtigen geschichtlichen Ereignissen erfahren haben. Was Jasna Góra angeht, so ist sicherlich die Schwedische Sintflut bekannt, und das von uns Polen als Wunder interpretierte Zeichen: die Abwehr des Klosters vor protestantischen Schweden. Diese Abwehr stellte für die Polen einen unglaublichen Impuls dar und bedeutete, dass der Fuß des Feindes diesen heiligen Ort nicht betreten hat.

Das hat auch eine besondere Bedeutung, denn bald wird 500-jähriger Reformationstag gefeiert…

Ja, es ist uns bewusst, dass die Schwedische Sintflut eine reale und geistige Bedrohung für Polen war. Wir wissen ja, die schwedischen Truppen eroberten Schritt für Schritt das ganze Polen. Es sind nur wenige königliche Schlösse und Burgen gewesen, die eine Abwehr zu leisten vermochten. Es kam zu Plünderungen und Wüstungen weiter Landstriche. Und als die schwedischen Heere Tschenstochau erreichten, so waren alle überzeugt, dass es nur die Frage der Zeit ist, bis Jasna Góra von den Schweden besetzt wird. Nach 40 Tagen Belagerung kam es jedoch nicht dazu. Das war ein deutliches Zeichen für die Polen. Daraufhin stellte der König Kasimir Polen unter Schutz der allerseligsten Jungfrau Maria. Es durfte nicht in Polen stattfinden, deshalb fand es in Lemberg statt. Dieses Zeichen war auch ein Impuls für den polnischen König, Polen zu einem so schwierigen Zeitpunkt, das heißt als es schien, dass das Land nicht mehr gerettet werden kann, der Gottesmutter anzuvertrauen.

Grüß Gott. Lassen Sie uns unser Gespräch über Jasna Góra fortsetzen.

Grüß Gott. Vielen Dank für dieses Gespräch – ich hoffe, wir werden den Zuschauern, neue, interessante Informationen über diesen Wallfahrtsort liefern können, seine Geheimnisse entdecken helfen.

Wir sprechen also von den Geheimnissen dieses Ortes und von seiner historischen Bedeutung. Ich würde gerne in diesem Zusammenhang drei, vier historische Aspekte ansprechen. Erstens die Tatsache, dass Polen dem Protestantismus erfolgreich Abwehr geleistet hat. Als zweites würde die ich Zeit der Teilung Polens ansprechen. Drittens – die deutsche Besetzung Polens und viertens – kommunistische Zeiten in Polen. Fangen wir vielleicht damit an, was Sie bereits erwähnt haben, und zwar, dass die Schweden hier auf dem Jasna Góra aufgehalten wurden.

In der Tat war es ein außergewöhnliches Ereignis, sowohl im historischen als auch im militärischen Sinne. Denn im Grunde genommen war es unmöglich, dass diese kleine Heerentruppe, die auf dem Jasna Góra zur Verteidigung eingesetzt wurde, die Abwehr der übermächtigen schwedischen Armee leisten konnte, die Jasna Góra belagerte. Sie tat es auch, um ihre Macht zu zeigen, vielleicht auch um den Mönchen, die hier lebten, Angst einzujagen. Wir müssen an dieser Stelle die Heldentaten von Pater Kordecki erwähnen. Er war es, der zu den bereits zweifelnden Mitbrüdern gesagt – denn auch sie zweifelten am Sieg und erwogen die Möglichkeiten sich angesichts der fehlenden Erfolgsaussichten zu ergeben. So hat Pater Kordecki die bekannten Worte gesagt: die allerheilige Jungfrau ist stärker als die schwedischen Kanonen. Daraufhin – diese Ereignisse sind beschrieben worden – gingen die Tore des Klosters zu und die Schweden wurden nicht hereingelassen. Der Sieg ist also dem großen Glauben und dem großen Vertrauen auf den Schutz der Gottesmutter zu verdanken. Und der Sieg kam angesichts der realen Bedrohung. Denn – es muss leider gesagt werden – das protestantische Heer der Schweden war erbarmungslos für die Polen. Wir können nur vermuten, dass es das Ziel der Schweden war, gerade Jasna Góra, diesen für die Polen historisch und geistig so wichtigen Ort zu erobern, so dass hier die Protestanten ihren Fuß stellen. Es geht hier natürlich nicht darum, dass wir die Protestanten ablehnen, sondern es sind nur historische Fakten. Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass hier niemand den Einmarsch der Protestanten gewollt hat, das wäre als ein Schlag für die verteidigende Armee, für die verteidigenden Mönche wahrgenommen worden.

Das Bild mit der Szene der schwedischen Sintflut mit dem Pater Kordecki, die Sie gerade beschrieben haben, hängt auch in Castel Gandolfo, in der privaten Kapelle des Papstes, in einem der Nebenaltare.

Ja, und die zweite Szene dort ist das sog. Wunder an der Weichsel und im Zentrum des Altars ist die Gottesmutter abgebildet. Dieses Altar bedeutet eine Hochwertung unserer Geschichte – die Abbildungen hat der Papst Pius aufstellen lassen. Er hielt sie für ganz wesentlich. Auch der Papst Johannes XXIII kannte die Geschichte Polens sehr gut, er war mehrmals in Polen. Und wir wissen wie es weiter ging: der Papst Paul VI. schätzte sehr hoch den Karol Kardinal Wojtyła und dann kam die Wahl des Kardinal Wojtyła zum Papst. Es wird hier zwischen all diesen Ereignissen ein Bogen geschlagen, der gezeigt, dass Jasna Góra wirklich im Zentrum der Kirche präsent ist. Nehmen wir ein anderes Ereignis, das wir vielleicht nie bewusst mit Jasna Góra verbinden – die Wahl des Papstes Johannes Paul I. Wann hat sie stattgefunden? Am 26. August. An dem Tag wird auf dem Jasna Góra eins der größten Patronatsfeste gefeiert – das Patronatsfest zu Ehren der Gottesmutter von Tschenstochau. Manchmal, wenn ich mit Journalisten spreche, sagen sie zu mir, Pater, durch diese Wahl des Johannes Paul I. am Patronatsfest wurde die Wahl des heiligen Johannes Paul II. vorbereitet. Das war ein Zeichen, so sagen manche. Natürlich schmunzeln wir dabei ein bisschen, aber wir versuchen auch diese Zeichen der Vorsehung Gottes zu verstehen. Die Obhut der Gottesmutter von Jasna Góra ist auch darin sichtbar, dass die heilige katholische Kirche geschützt wird und wir bei unserer Arbeit im Dienste der Kirche, bei unseren Bestrebungen die Kirche bewahren, geführt werden.

Auf diese interessanten Verbindungen der Päpste, insbesondere des Papstes Johannes Paul II. zu diesem Wallfahrtsort kommen wir noch zu sprechen. Bleiben wir noch kurz bei der Geschichte. Das Kloster hat nicht nur den Schweden eine Abwehr geleistet. Auch während der Teilungen Polens wagten es die Teilungsmächte nicht, das Kloster zu schließen. Wir befinden uns jetzt in der Bibliothek des Klosters – die Tische, die hier stehen, spielten wiederum eine wichtige Rolle zu den Zeiten der deutschen Besatzung Polens während des 2. Weltkrieges…

Ja, das stimmt. Also einerseits war die Schwedische Sintflut ein Symbol dafür, dass es uns gelungen ist, den katholischen Glauben dank der Fürsprache und Obhut der Gottesmutter in Polen zu bewahren und auch das Polentum erfolgreich zu verteidigen. Andererseits haben wir diese schwierige Zeit der Teilung Polens, als Polen von der Karte Europas gelöscht war, geteilt zwischen drei Mächten. Und auch zu dieser Zeit – Tschenstochau lag auf dem russischen Teilungsgebiet – wagte die Teilungsmacht es nicht, das Kloster zu schließen, auch wenn alle Klöster zu Liquidation vorbestimmt wurden. Unsere anderen Klöster wurden liquidiert, aber nicht das auf dem Jasna Góra. Die Polen konnten hierher pilgern. Auch wenn sich die russischen Soldaten hier auf der Klostereinlage einfanden, haben sie das Kloster nicht geschlossen. Dann die deutsche Besatzung, auch eine sehr schwierige Situation in der Geschichte Polens. Auch zu dieser Zeit war Jasna Góra der Ort, an den die Menschen pilgern und hier beten konnten. Interessanterweise kamen auf Jasna Góra auch die deutschen Soldaten. Erhalten haben sich einschlägige Eintragungen in unseren Gedenkbüchern. Besucht Jasna Góra haben Hans Frank mit seiner Familie, Heinrich Himmler. Inkognito sollte auch – so die Eintragung des Paters, der die Besucherbegleitung übernommen hat – Adolf Hitler hier gewesen sein. Der Ort hatte also eine besondere Ausstrahlung, wurde als sehr wichtig betrachtet und den Menschen war die Wichtigkeit und die Einzigartigkeit dieses Ortes bewusst. Wir wissen natürlich nicht, ob sie hierher aus religiösen Gründen gekommen sind. Alleine aber die Tatsache, dass sie Jasna Góra besucht haben, zeugt davon, dass ihnen der Ort wichtig erschien. Oder ein anderes Beispiel: im 18. Jahrhundert hat die russische Teilungsmacht an Stelle der Figur der unbefleckten Gottesmutter, die heute an ihrem ursprünglichen Ort steht, die Statue des Zaren Alexander aufstellen lassen. Aber sie haben das Kloster nicht geschlossen.

Da wir uns hier in der Bibliothek befinden, ist eine Geschichte aus der Zeit der deutschen Besatzung erwähnenswert. Und zwar beherbergte einer der Tische, die sich hier befanden, das Gnadenbild von Jasna Góra, als die Gefahr bestand, dass dieses hochgeschätzte Heiligtum von den Besatzern beschlagnahmt werden könnte. Deshalb wurden hier Maßnahmen ergriffen, das Gnadenbild, dieses Heiligtum vor dem Zugriff der Besatzer zu retten.

Wir haben einen Teil der Geschichte des 20. Jahrhunderts besprochen – den Nationalsozialismus, den 2. Weltkrieg, die Nazi-Zeit, ein atheistisches Staatssystem, das das Christentum, den Katholizismus, bekämpft hat. Parallel entwickelt sich im 20. Jahrhundert ein anderes atheistisches System, durch das Polen auch betroffen war – der Kommunismus. Dieses Jahr feiert Polen das Jubiläum der 1050 Jahre seiner Taufe und diese Feier findet im freien Polen statt. Das Millennium wurde aber noch im Jahre 1966 gefeiert. An einem solchen Ort wie hier ist es wichtig, dass bestimmte Symbole ausgelegt werden. Der Stefan Kardinal Wyszyński, Primas des Millenniums, durfte auf Jasna Góra, aber dem Papst wurde die Einreise verweigert. Sein Thron stand leer. Andererseits war der leere Gnadenbildrahmen auf einer Pilgerreise durch Polen. Können Sie uns zu diesen zwei Zeichen etwas erzählen?

Ich freue mich, dass Sie diesen historischen Faden und seine Verbindung mit Jasna Góra weiterführen. In der Tat war die kommunistische Zeit ein nächster Teil der – wie ich es sage – Golgota unserer Nation. Denn diesen Golgota-Kreuzweg haben wir Jahrhunderte lang beschreiten müssen: zuerst die Teilung Polens, dann die junge polnische Staatlichkeit, die Nazi-Besatzung und anschließend der Kommunismus. Eine sehr schwierige Zeit für Polen. Und gerade zu dieser Zeit der Golgota der polnischen Nation pilgerten die Menschen auf Jasna Góra. Wir haben es in der Tat als Zeichen gelesen, als der Stefan Kardinal Wyszyński, der das ganze Polen auf Jasna Góra, zu Gottesmutter geführt hat, denken wir an ein großes geistiges Ereignis - die neunjährige Novene, die uns seit 1956 auf das Millennium der Taufe Polens im Jahre 1966 vorbereitet hat. Man muss sich vergegenwärtigen, dass an diesem Ereignis wirklich ganz Polen teilgenommen hat. Der Primas und der damalige Kardinal Karol Wojtyła waren auf der Pilgerreise durch ganz Polen und haben mit den Polen gebetet. Sie haben die Replik des Gnadenbildes mitgeführt, die durch die einzelnen Diözesen, Pfarreien wanderte.

Sie haben den leeren Bildrahmen erwähnt. In der Tat, als die kommunistische Regierung die Wanderung des Gnadenbildes verweigert hat, war die Gottesmutter alleine durch den Ikonenrahmen vergegenwärtigt. Die Menschen haben vor diesem Rahmen um die Obhut der Gottesmutter gemeinsam gebetet, hielten Gebetswache. Und daraufhin kommt das Jahr 1966, mit der Millennium-Feier. Wir haben auf den Papst Paul VI. gewartet. In dieser Erwartung auf ihn wurde hier der päpstliche Thron gestellt. Auf dem leeren Thron lagen symbolische Rosenblumen. Der Primas Stefan Kardinal Wyszyński war Hauptzelebrant bei dem feierlichen Gottestdienst, er hielt auch die Predigt. Und wieder, es war einerseits schmerzhaft, dass die Feier nicht so begangen werden konnte, wie wir uns das vorgestellt haben. Andererseits aber rief es Erregung im Volk hervor, es versammelten sich in Tschenstochau eine Million Menschen, so unsere Chroniken.

Lassen Sie uns zur Gegenwart, zu den von uns nicht so entfernten Zeiten übergehen. Das Hauptgebet hier an diesem Ort ist der sogenannte Appell von Jasna Góra. Welche Spezifik und welche Bedeutung hat das Gebet? Denn dieses Gebet wird bis heute gesprochen.

Das Gebet ist das Phänomen der Neuzeit, ein für diesen Wallfahrtsort charakteristischer Zug. Jeder Wallfahrtsort hat seine eigene Spezifik. Ich denke hier an Marienwallfahrtsorte in Europa. Für Jasna Góra ist erstmal charakteristisch, dass die vielen Gruppen, die hierher unter Leitung des Priesters kommen, die Heilige Messe auf dem Alter vor dem Gnadenbild Jasna Góra feiern möchten. Manchmal muss ich darüber lachen, wie unwillig die Priester die Nachricht entgegennehmen, dass sie die Heilige Messe an einem der Nebenaltare feiern müssen, weil wir gerade keine freie Zeitlücke am Altar vor dem Gnadenbild haben. Das zeigt aber nur, wie nah sie der Gottesmutter sein wollen. Vor ihrem Bildnis wollen sie sich mit Christus im Geheimnis der Eucharistie vereinigt sein. Maria führt uns zu Christus und zur Eucharistie.

Und als typisches Merkmal von Jasna Góra gilt in der Tat das Abendgebet – der Appell von Jasna Góra. Das Gebet findet jeden Tag um 21.00 Uhr statt – zur Zeit wird es auch durch den katholischen Radiosender "Radio Maria", durch andere katholische Radiosender und das katholische Fernsehen "Trwam" polenweit übertragen. Dieser Appell wurde jetzt sozusagen zum Abendgebet der Polen, aber nicht nur der Polen, denn auch ausländische Pilger kommen zu diesem Abendgebet und beten mit uns zusammen. Dieses für Jasna Góra charakteristische Gebet entstand während der Zeit, als Primas Wyszynski inhaftiert war. Als die kommunistische Macht dem Primas seine Tätigkeit verunmöglichte, entstand der Gedanke, jeden Tag um die gleiche Uhrzeit für den Primas zu beten und die Worte singend auszusprechen: Maria, ich bin bei Dir, ich denke an Dich, ich wache! Das ist jetzt nicht nur eine Visitenkarte unseres Wallfahrtortes, sondern auch ein fester Bestandteil der Wallfahrten, an dem alle teilnehmen wollen. Auch im tiefen Winter, bei schwierigen Witterungsbedingungen finden sich immer Pilger, die in der Kapelle der Gottesmutter dieses Abendgebet sprechen möchten. Die Wallfahrten werden so gestaltet, dass die Gruppen am Abend zu diesem Gebet ankommen und dann am frühen Morgen ihren Besuch fortsetzen. Ja, das Gebet wurde zum Abendgebet von ganz Polen, was nicht zuletzt auch den Medien zu verdanken ist – mittels dieser können die Menschen auf Jasna Góra geistlich pilgern.

Papst Johannes Paul II. hat auf seinem Papstwappen ein M angeführt, das sich auf die Gottesmutter und die Marienverehrung bezieht. Welche Bedeutung hatte dieses Totus Tuus – diese vollkommene Hingabe an Jesus durch Maria – und Tschenstochau für ihn?

Ich glaube, Tschenstochau war für Johannes Paul II., seine Spiritualität, einer der wichtigsten Orte. Er pflegte hierher zu kommen lange bevor er zum Papst gewählt, zum Kardinal, zu einem Würdenträger der polnischen Kirche ernannt wurde. Er pilgerte nach Jasna Góra schon als junger Mann. Dies bezeugen Eintragungen in unseren Gedenkbüchern. Da findet sich eine Eintragung von Karol Wojtyła, einem jungen Studenten, der mit der akademischen Wanderwallfahrt nach Jasna Góra kam. Jasna Góra ist in seinem persönlichen Leben stets präsent und dieser marianische Zug ist für ihn sehr charakteristisch. Wir wissen ja, dass er auch sehr oft nach Kalwaria Zebrzydowska, zu einem anderen Marienwallfahrtsort in Polen pilgerte, wir wissen, dass ihn, seine Spiritualität Das Goldene Buch der vollkommenen Hingabe an Maria von Louis-Marie Grignion de Montfort geprägt hat. Seine Verbindung zu Jasna Góra, der Wille hierher zu pilgern und sich selbst – auch als Papst – der Maria anzuvertrauen, baut auf diesem Fundament auf. Bei fast jedem seiner Papstbesuche in Polen, war er auch auf Jasna Góra – er hat hier gebetet, die Eucharistie gefeiert, hier hat er die Kirche in Polen und in der Welt unter Marias Obhut gestellt. Wir dürfen auch die Votivgaben nicht vergessen, die er gestiftet hat. Die von ihm gestiftete Rose, das Rosenkranz, das Herz und andere Geschenke. Und allen voran die Reliquie - der durchschossene Gürtel vom Attentat auf Papst Johannes Paul II. Das alles zeigt, wie viel wert ihm die Fürsorge der Gottesmutter war und was das für eine persönliche Verbindung war. Er war überzeugt von dem Beistand der Gottesmutter. Für uns alle ist es ein Zeichen – so müssen wir auf Jasna Góra pilgern. Wir sollen das mitbringen, was unser Leben ausmacht und das alles der Gottesmutter anvertrauen. All diese Votivgeschenke der Pilger sind lediglich ein Zeichen der geistigen Hingabe an die Gottesmutter – die Hingabe des heiligen Johannes Paul II. war ein einladendes Vorbild dafür.

Alle Fürbitten, die an ihn kamen, hat er an Christus und Maria gerichtet. Ihr Bildnis hing nicht nur in Castel Gandolfo, sondern auch in seiner privaten Kapelle

Ja, natürlich. Das ganze Pontifikat lang hing das Bildnis der Gottesmutter von Tschenstochau in seiner Kapelle.

Auf der anderen Seite haben wir den 13. Mai 1981, das Attentat auf Papst Johannes Paul II., und den durchschossenen, blutbefleckten Gürtel, den er als Votivgeschenk an das Kloster übergeben hat. Ein sehr eindeutiges Zeichen...

Er kam damals um mit uns das 600-jährige Jubiläum von Jasna Góra zu feiern, denn die Ursprünge dieses Wallfahrtsorts gehen auf das Jahr 1382 zurück. Er wollte schon 1982 kommen, aber nach dem Attentat war er noch nicht imstande zu reisen, deshalb kam er 1983. Wir feierten dieses Jubiläum mit ihm und da hat er den durchschossenen Gürtel uns übergeben.

Das Attentat geschah am Gedenktag der Gottesmutter von Fatima. Auf das nächste Jahr fällt der 100 Jahrestag der Marien-Erscheinung von Fatima. Der Wallfahrtsort in Tschenstochau unterscheidet sich von anderen Marienwallfahtsorten insofern, als es hier keine Marienerscheinungen gab. Nichtsdestotrotz ist die Spiritualität des Ortes genauso lebendig und reich an Gnadenschenkungen.

Gut, dass Sie diesen Aspekt angesprochen haben, denn er entgeht oft unserer Aufmerksamkeit. Es lohnt sich zu unterstreichen, dass Jasna Góra, neben Fatima und Lourdes, einer der größten Wallfahrtsorten in Europa ist. Jährlich kommen hierher einige Millionen Pilger, wir schätzen die Zahl auf vier Millionen, um hier um die Fürsprache der Muttergottes zu bitten.

Zu der Spezifik dieses gehört, und das ist interessant, auch noch etwas anders.

Wie Sie gesagt haben, sind Marienerscheinungen in Fatima bekannt und von der Kirche anerkannt. Ebenfalls sind sie für Lourdes charakteristisch – die Botschaft der Gottesmutter und ein starkes Zeichen für die Kirche dieser Zeit. Jasna Góra ist auch ein großer Marienwallfahrtsort, hierher pilgern Menschen aus aller Welt. Es fanden aber hier keine Marienerscheinungen statt. Es gab keine Botschaft, keine Hinweise, die die Gottesmutter über eine konkrete Person ausgerichtet hätte, wie es in Lourdes oder in Fatima der Fall war. Was die – wenn man es so sagen darf – Anziehungskraft für die Pilger in Jasna Góra darstellt, ist das Gnadenbild der Gottesmutter, das sich in der Kapelle des Gnadenbildes – so nennen wir den Ort – befindet. Und das Gebet vor diesem Bild, vor dieser Ikone ist es, was solche Pilgermassen anzieht. Jeder, der hierher kommt, richtet seine ersten Schritte nicht zu den hier vorzufindenden Museen, nicht auf die Mauer, sondern vor das Gnadenbild der Gottesmutter. Immer wieder staunen wir über diese wundervolle Anziehungskraft für Menschen. Und dann wird uns bewusst, dass dieser Wallfahrtsort ein Wallfahrtsort des Glaubens ist, der hier gestärkt wird, der hier erneuert wird. In vielen Menschen, die vor dem Gnadenbild auf den Knien beten, die um die Fürsprache der Gottesmutter bitten, geht eine große geistige Wandlung vor. Es ist kein Zufall, dass Johannes Paul II. in seiner letzten Ansprache Jasna Góra als Beichtstuhl und Altar bezeichnete. Indem er vom Beichtstuhl sprach, wusste er, dass viele Menschen, nachdem sie vor dem Gnadenbild kniend gebetet haben, das Bedürfnis haben, ihr Herz zu reinigen. Das ist also ein Wallfahrtsort des Glaubens, eines Glaubens, der in dem Menschen wieder lebendig wird. Es herrscht die Überzeugung, dass wenn man auf Jasna Góra pilgert, so muss man hier auch seine Sünden hinterlassen und den Ort mit reinem Herzen verlassen.

Es liegen Zeugnisse vieler Menschen vor, die durch das Gebet vor dem Gnadenbild geistig sehr tief erschüttert waren und sich bekehrt haben. Auch körperliche Heilungen fanden und finden hier statt. Aber auch sie vollziehen sich durch das Gebet, die Gottesdienstfeier vor dem Gnadenbild. Viele Menschen rufen an, bitten ums Gebet, bitten darum, dass für sie die heilige Messe vor dem Gnadenbild gefeiert wird. Bemerkenswert ist, dass dieselben Personen später nochmals anrufen und um das Danksagungsgebet, den Danksagungsgottesdienst bitten, weil diese Gnade, um die wir hier beteten, geschenkt wurde. Das sind oft sehr berührende Erlebnisse. Also es handelt sich um den Wallfahrtsort des Glaubens, der durch Gebet vor dem Gnadenbild belebt wird. Ich kann Ihnen auf Jasna Góra keinen Ort zeigen, von dem ich sagen könnte, ja, hier habe die Gottesmutter gestanden, hier sei die Gottesmutter erschienen, hier habe die Gottesmutter etwas gesagt. Ich kann Ihnen aber die Kapelle des Gnadenbildes, den abgetretenen Boden um das Gnadenbild herum zeigen. Daran kann man erkennen, wie die Gottesmutter diejenigen, die hier beten, zum lebendigen Glauben führt und sie stärkt. Das ist ein großer Schatz dieses Wallfahrtsortes – eines Marienwallfahrtsortes, an dem unser Glaube lebendig und stärker wird, und zwar durch das Hinschauen auf die Gottesmutter.

Das was Sie sagen ist auch im Kontext der Worte von dem emeritierten Papst Benedikt XVI. sehr interessant, der in seiner letzten Ansprache gesagt hat, dass der Christ in tiefer Dankbarkeit gegenüber Gott leben sollte. Benedikt XVI. hat auch Jasna Góra besucht. Können Sie uns davon erzählen?

Danke, dass Sie danach fragen. Für mich ist der Papst Benedikt XVI. sehr wichtig, weil ich mich sehr gut an die Zeiten erinnern kann, als er noch als Joseph Kardinal Ratzinger nach Tschenstochau mehrmals kam. Ich weiß noch, als er noch vor seiner Wahl zu Papst nach Polen gekommen ist, um Zygmunt Zimowski die Bischofsweihe zu spenden, kam er auch auf Jasna Góra. Die Bischofsweihe fand in Radom statt, aber er kam auch hierher, um vor der Gottesmutter beten zu können. Diese Erinnerung an seinen Besuch hier ist bei mir immer noch sehr lebendig. Was mich an ihm sehr beeindruckt hat, war das Vertrauen auf die Gottesmutter, das dem unbeschränkten Vertrauen eines Kindes ähnelte.

Und dann seine Freude, als er hierher als Papst gekommen ist. Ich behalte immer noch im Kopf diese Augenblicke, als er die Kapelle des Gnadenbildes betrat, betete und bei der Übergabe seiner päpstlichen Rose für die Gottesmutter so schön lächelte – wie sehr er sich damals gefreut hat, dass er diese Votivgabe hier, auf Jasna Góra hinterlassen kann! Ich erinnere mich noch an seine Ansprache während der Marienandacht, die wir auf dem vorderen Platz gehalten haben. Es haben sich über 300 Tsd. Pilger versammelt. Und er sagte es damals sehr schön: wir versammeln uns hier mit Maria wie die Jünger im Raum des letzten Abendmahls. Das fand ich sehr treffend. Wir pflegen Jasna Góra als das polnische Kanaa zu bezeichnen, als einen Ort der Wandlung, des Wunders, das sich in unseren Herzen vollzieht. Dieses Wasser in uns, das heißt, das was in uns schwach aber auch üblich ist, wird dank Marias Fürsprache zu Edeltrunk. Und der Papst hat uns darauf hingewiesen, dass dies ein Ort des letzten Abendmahls ist, an dem wir uns, wie die Jünger, zusammen mit der Gottesmutter, versammeln und dass Maria mit uns zusammen betet.

Diese Metapher darf nicht vergessen werden, sie zeigt eine weitere Bedeutung von Jasna Góra auf aber sie trifft auch den Kern der Bedeutung, der Rolle eines Marienwallfahrtortes – wir versammeln uns zusammen mit Maria bei Christus zum Gebet. Daran müssen wir stets denken.

Im Jahre 1991, nach der Wende, fand hier der Weltjugendtag statt. Jetzt kommt ein weiterer Weltjugendtag, der in Krakau stattfindet. Welche Bedeutung hatte der erste Weltjugendtag, an dem auch Johannes Paul II. teilgenommen hat?

Das war für uns ein einmaliges Ereignis. Umso mehr als dies eine – was der Papst selbst damals unterstrichen hat – epochale Begegnung der Jugendlichen aus dem Westen und Osten war. Der Papst konnte sich zum ersten mit Jugendlichen aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion treffen, die zum Weltjugendtag in Polen anreisen durften. Ihre Reise in die westlichen Länder war schlicht unmöglich und es ist doch gelungen, dass sie hierher gekommen sind und ein Treffen mit dem Papst und mit den Jugendlichen aus dem westlichen Europa stattfand. So gesehen, war das ein bahnbrechendes Ereignis.

Wenn wir den Weltjugendtag 1991 aus anderen Perspektiven betrachten, so muss uns auffallen, dass sich der Papst von dem genialen Gedanken leiten ließ, die Jugendlichen zu Gottesmutter zu führen. Als Begegnungsort hat er einen Marienwallfahrtsort gewählt, einen Ort, an dem die Gottesmutter durch eine Ikone vergegenwärtigt wird, wobei diese Ikone auch die Züge der westlichen Kirche trägt. Er wollte, dass Maria unter ihrem Kleid die gesamte Kirche vereinigt. Er hat nicht davor gescheut, Jugendliche über das Hinschauen zu Maria zu ihrem Glauben an Christus zu führen. Deshalb habe ich früher von Jasna Góra als einem Wallfahrtsort des Glaubens gesprochen – die Gottesmutter ist uns ein Vorbild darin, wie man auf Gott vertraut. Wir weigern nicht zu sagen, dass dies ein Wallfahrtsort ist, an dem sich unser Glaube an Gott stärkt, wenn wir auf Maria hinschauen. Auf diejenige, die – wie es die Bibel sagt – selig war, weil sie glaubte. Das ist ihre Lehre.

Vielleicht noch drei kurze Fragen in Bezug auf diese Worte: über Maria zu Christus. Jasna Góra ist für sehr viele Wanderpilgergruppen bekannt. Wie sehen diese Pilgerwanderungen aus? Sie selber sind auch Sportler, Marathonläufer – das ist nicht ohne Bedeutung, denn so eine Pilgerwanderung ist auch anstrengend.

Ich selber habe auch an Pilgerwanderungen teilgenommen. Man könnte kurz sagen, dass ist eine große geistige Gabe für denjenigen, der sie unternimmt. Das ist auch eine Möglichkeit, diese Anstrengung, den Wanderschweiß, die Unbequemlichkeiten Gott zu schenken. Unterwegs geht es nicht nur um die Distanz, die zurückgelegt werden muss, sondern auch um Bedingungen. Das ist nicht eine Pilgerwanderung, bei der man in einem Fünfsternehotel übernachtet, bei der Physiotherapie angeboten wird und medizinische Zentren den Pilgern ihre Dienste leisten, damit sie weitere paar Kilometer bequem gehen können.

Man muss auf einer solchen Pilgerwanderung mit den Schwierigkeiten selber zurechtkommen. Also neben dem Gebet ist es auch die körperliche Anstrengung, die wir Gott schenken können. Dies gehört auch zur Spezifik von Jasna Góra. Im August und den anderen Sommermonaten kommen hier über 100 Tsd. Pilger zu Fuß an. Sie sind in großen Gruppen organisiert, werden stets von Priestern begleitet, haben ein konkretes geistiges Programm. Das sind also auch Weg-Exerzitien. Die Menschen gehen den Weg zu Christus, indem sie auf die Gottesmutter hinschauen. Auch sie war auf Pilgerreisen, z.B. zu heiliger Elisabeth. Aber auch die Flucht aus Ägypten war eine besondere Art von Pilgern und bedeutete sicherlich auch eine große Anstrengung.

Unter den Pilgern dieses Jahr wird sich der Papst Franziskus befinden. Wir wissen ja, die Taufe Polens wird mit Gnesen, mit dem hl. Adalbert verknüpft. Wir haben auch drei Schutzpatronen Polens: hl. Adalbert, hl. Stanislaus und die Gottesmutter Königin von Polen. Das Jubiläum der Taufe Polens wird hier mit der heiligen Messe gefeiert, die Papst Franziskus zelebrieren wird. Welche Bedeutung hat die Tatsache, dass Papst Franziskus hierher kommt?

Vor allem ist es für uns, die diesem Wallfahrtort dienen, eine große Freude. Das ist auch eine große Freude für die polnische Kirche, denn die Bischofskonferenz hat sich für die Jubiläumsfeier von Anfang an sehr gewünscht, dass diese mit Papst Franziskus gefeiert wird.

Zwei große Feiern – in Gnesen und in Poznań – haben bereits stattgefunden. Am 3. Mai haben wir auch in auf Jasna Góra Polen dem Schutz der Gottesmutter feierlich anvertraut. Diese Ereignisse werden durch die Danksagung für die Taufe Polens umspannt, die wir zusammen mit Papst Franziskus feiern dürfen. Hier, auf Jasna Góra wird die feierliche Eucharistie zelebriert werden, an der auch die höchsten Vertreter der staatlichen Gewalt, die polnischen Bischöfe und die eingeladenen Gäste aus aller Welt teilnehmen werden. Diese Feier wird also auch eine allgemeinkirchliche Dimension haben. Andererseits aber bedankt sich das Oberhaupt der katholischen Kirche für die Eingliederung dieser Gebiete in Christus. Der Gedanke, dieses Jubiläum zusammen mit dem Papst zu feiern, geht auf das Jahr 1966 zurück, als der Papst Paul VI zu dem Jubiläum kommen wollte, die Reise aber aus politischen Gründen nicht möglich war. Das kommunistische Regime hat dem Papst damals die Einreise verweigert. Jetzt, im freien Polen, geht dieser Wunsch des seligen Paul VI. durch die Person des Papst Franziskus in Erfüllung. Wir freuen uns sehr darüber, dass Papst Franziskus den Weltjugendtag in Krakau mit der Feier des Jubiläums der Taufe Polens verbunden hat und das letztere hier, auf Jasna Góra, am Ort, der eine so große geistige Bedeutung für unsere Nation hat, stattfindet.

Sicherlich kommen viele Jugendliche, die nach Krakau fahren, auch nach Tschenstochau. Was können sie aus Jasna Góra im geistigen Sinne mitnehmen, aber was können sie hier auch hinterlassen?

Einerseits kann jeder, der hierher pilgert, alleine dadurch bereichert werden, dass er die Bedeutung, welche der Ort für die Polen hat, erschließt. Man lernt hier, dass all mein Leben, das Leben meines Landes auf das Altar gelegt werden können. Dass wir uns Gott durch Maria anvertrauen können. Ich glaube aber, dass auch wir von den Jugendlichen, die hierher aus aller Welt kommen, werden viel lernen können.

Es sind bereits 250.000 angemeldete Jugendliche, die im Rahmen ihres Aufenthalts in Polen, vor oder nach Krakau, auch Jasna Góra besuchen möchten. Die Anmeldung läuft immer noch, es sind kleinere und größere Gruppen. Zum Beispiel wird hier auf Jasna Góra am 25. Juli ein spanischer Tag von den spanischen Gruppen organisiert. Es kommen bis zu 10 Tsd. Spanier, die hier mit ihren Bischöfen beten werden. Deshalb glaube ich, dass auch die polnischen Pilger sowie wir, die hier dienen dürfen, viel von diesen jungen Menschen lernen werden, die keine Angst davor haben, ihr Leben dem Schutz der Gottesmutter anzuvertrauen. Vorbilder sind für sie sicherlich der heilige Johannes Paul II., Papst Benedikt und Papst Franziskus, der auch seine Marienverehrung durch verschiedene Gesten zeigt – wenn er zum Beispiel Santa Maria Maggiore vor seinen päpstlichen Reisen aufsucht, um vor der Gottesmutter zu beten. Bei seinen Gottesdiensten steht das Bild der Gottesmutter auch immer sehr nah am Altar und wird während der Eucharistiefeier mit Weihrauch feierlich beschwenkt. Diese Elemente hat Papst Franziskus eingeführt, also die Marienverehrung ist ein sehr lebendiger Bestandteil des Lebens der Kirche.

Sie haben uns in die Spezifik dieses heiligen Ortes sehr gut eingeführt. Eines Ortes, an dem jeder Pilger durch Maria zu Christus geführt wird. Die Marienverehrung schließt die Christusverehrung nicht aus.

Wir unterstreichen es stets hier, auf Jasna Góra, dass diese Marienverehrung der Pilger keine entarteten Züge trägt. Ich habe es mehrmals in unserem Gespr&a