Nordkoreaner erzählt: Trotz erschütternder Verfolgung breitet sich das Christentum aus

Fahne Nordkoreas
Foto: Shutterstock/Katherine Welles
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Auch wenn die Regierung Nordkoreas mit allen Mitteln versucht, das Christentum zu unterdrücken, verbreitet sich der Glaube weiter und die Zahl der Christen wächst - erzählt ein Überläufer und Missionar. Er bittet um Gebet und Einsatz für die Religionsfreiheit.

"Ich bete dass alle internationalen christlichen Gemeinschaften für die nodrkoreanischen Christen beten, um ihnen wirklich zu helfen und das Evangelium zu verbreiten, nicht nur durch die Arbeit des Netzwerk der Untergrundkirchen, sondern auch durch die Regierung und Bitten um Religionsfreiheit, für das sie ehrlich beten", sagte Kim Chung-seong mittels eines Dolmetschers.

Der Nordkoreaner sprach beim ersten jährlichen Weltgipfel zur Verteidigung Verfolgter Christen in Washington, D.C.

Der Gipfel fand vom 11. bis 12. Mai statt und wurde von Vertretern verschiedener christlicher Konfessionen besucht, sowohl protestantischer Gruppen als auch Orthodoxer Kirchen und der Römisch-Katholischen.

Mehrere verfolgte Christen legten persönlich Zeugnis ab.

Insgesamt kamen Christen aus rund 130 Ländern und Regionen zum Gipfel, ebenso wie Vertreter von Organisationen, die sich für verfolgte Glaubensgeschwister einsetzen, darunte Open Doors USA und "Voice of the Martyrs". Veranstaltet wurde das Treffen von der "Billy Graham Evangelistic Association".

Rede des US-Vizepräsidenten

Der Vize-Präsident der USA, Mike Pence, hielt die Eröffnungsrede. Darin versprach er, dass "der Schutz und die Förderung der Religionsfreiheit ein außenpolitische Priorität der Regierung Trumo ist".

Pence versprach auch, für verfolgte Christen persönlich zu beten und diese zu unterstützen, wie auch für Menschen anderen Glaubens, die wegen ihrer Religion verfolgt werden.

Christen sind die - mit großem Abstand - am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft der Welt. 

Evangelisierung Koreas  

Der Überläufer und Missionar Kim, der ebenfalls auf dem Gipfel eine Rede hielt, arbeitet nun täglich für einen christlichen Radio-Sender in Südkorea. Wie die Agentur Reuters meldet, verließ Kim Nordkorea im Jahr 2004. Das Radio-Programm, Teil der "Far East Broadcasting Company", ist auch in Teilen Nordkoreas zu hören. 

Außerdem hilft Kim bei der Verbreitung christlicher Musik und Inhalte mit USB-Sticks und SD-Speicherkarten. 

"Die wichtigste Arbeit ist, die Köpfe der Nordkoreanischen Menschen mit Jesus Christus zu erreichen, denn 'die Wahrheit wird Euch freimachen'", so Kim.

"Dafür bete ich von Herzen, dass die Warheit einen jeden meine nordkoreanischen Brüder und Schwester frei machen wird".

Die kommunistische Diktatur Nordkorea gilt als einer der schlimmsten Unterdrücker von Menschenrechten weltweit. "Religionsfreiheit existiert nicht", so die Einschätzung vieler Experten und Hilfsorganisationen.

"Die Regierung Nordkoreas verfolgt unbarmherzig und bestraft religöse Menschen durch Festnahme, Folter, Inhaftierung und manchmal Hinrichtung", so die US-Menschenrechtskommission für Internationale Religionsfreit USCIRF in ihrem Jahresbericht für 2017.

"Einmal inhaftierte religöse Häftlinge werden üblicherweise in Lagern für politische Gefangene gebracht, in denen sie mit außerordentlicher Grausamkeit behandelt werden".

Die Hilfsorganisation Open Doors UK hat in einem kürzlichen Bericht Nordkorea als "der schlimmste Ort auf Erden für Christen" eingestuft. Der totalitäre Staat toleriert nur die Anbetung seines Herrschers, derzeit Kim Jong-un.

Unter den etwa 24,5 Millionen Einwohnern sind schätzungsweise 300.000 Christen, hat Open Doors berechnet. Von diesen werden zwischen 50.000 und 75.000 in den "Arbeitslagern" festgehalten. 

Doch trotz der schlimmen Situation wächst die Zahl der Christen im Land, so Kim. Die Verfolgung stärke nur ihren Glauben.

"Wovor das Regime in Nordkorea am meisten Angst hat, ist die Verbreitung des Evangeliums. Denn die Bibel und das Evangelium sagen die Wahrheit. Wenn das Licht einmal in einem dunklen Zimmer aufstrahlt, dann ist das Zimmer beleuchtet."

Christen versammeln sich "auf Familien-Ebene" zu Gebet und Andacht, schildert der christliche Überläufer die Lage in seiner Heimat. Die Christen treffen sich am Ufer von Flüssen, im Gebirge, an abgelegenen Orten. "Wir können nicht in irgendein Gebäude gehen."

Die Regierung bediene sich einer "Fassade", des "Koreanischen Christlichen Verbandes", um Menschen vorzugaukeln, dass dies ein normaler christlicher Verband sei - und um der Internationalen Gemeinschaft vorzuspielen, im Land herrsche Freiheit und religiöse Vielfalt. 

Abschliessen bat er die Zuhörer um ihre Gebet für die Christen in Nordkorea - und die Wiedervereinung seiner Heimat.

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