Papst Franziskus spricht zwei kolumbianische Märtyrer selig, plädiert für Versöhnung

Heilige Messe in Villavicencio am 8. September 2017.
Foto: CNA / Eduardo Berdejo
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Bei der Eucharistiefeier in Villavicencio am heutigen Feiertag Mariä Geburt hat Papst Franziskus zwei kolumbianische Märtyrer seliggesprochen. Und er nutzte den Anlass, um einen starken Appell der Versöhnung an die Gesellschaft Kolumbiens zu richten.

Bischof Jesús Jaramillo Monsalve wurde 1989 von marxistischen Guerrillas entführt und ermordet. Pater Pedro María Ramírez Ramos, der als Pfarrer von Armero bekannt ist, starb 1948 unter Macheten-Hieben von Rebellen, die ihn zu Unrecht beschuldigten, Waffen versteckt zu haben. Im Sterben verzieh er seinen Mördern. 

Beide Priester sind nun, als Selige, auf dem Weg zur Heiligsprechung einen wichtigen Schritt weiter. Wie aktuell ihr Vorbild als Zeugen des Glaubens ist - auch und gerade, weil sie ihren Mördern verzeihen konnten: Das würdigte Papst Franziskus auf dem Catama-Gelände in Villavicencio.

Er hob ihre Rolle als Zeichen der Präsenz Gottes in Kolumbien hervor und erinnerte daran, wie am Ende des Matthäusevangeliums zu lesen stehe: "Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt".

Rolle der Heiligen Familie für die Versöhnung

In seiner Predigt nahm der Papst dann Bezug auf die Rolle Marias in der Heilsgeschichte, um anhand der Gottesmutter, aber auch der Heiligen Familie zu zeigen, wie Versöhnung möglich ist – auch für das von Jahrzehnten des Bürgerkriegs zerstrittene Kolumbien. Franziskus wörtlich:

Dieses Volk Kolumbiens ist Gottes Volk (...) Wie können wir das Licht eintreten lassen? Welches sind die Wege zur Versöhnung?

Versöhnung sei kein abstraktes Wort, sondern zu lernen anhand der Bereitschaft Mariens, zum Engel des Herrn "Ja" zu sagen. Und am Vorbild der Heiligen Familie, besonders auch Josefs, so der Papst weiter.

Josef, der Gerechte, ließ nicht zu, dass Stolz, Leidenschaft oder Übereifer ihn von diesem Licht ausschlossen. (...) Er trifft Entscheidungen, durch die er seine menschliche Größe unter Beweis stellt, noch bevor der Engel ihm half, all das, was sich um ihn herum zutrug, begreifen zu können. Der Edelmut seines Herzens lässt ihn das, was er vom Gesetz gelernt hat, der Liebe unterordnen. 

Zu lieben bedeute freilich nicht, Ungerechtigkeit zu dulden, warnte Franziskus jedoch:

Der Rückgriff auf die Versöhnung darf nicht dazu dienen, sich Situationen der Ungerechtigkeit zu fügen. Vielmehr ist sie, wie der heilige Johannes Paul II. lehrte, "eine Übereinkunft zwischen Brüdern, die bereit sind, die Versuchungen des Egoismus zu überwinden und das Streben nach Pseudogerechtigkeit aufzugeben" (...)

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