Wieso Südkoreas Anti-Atomkraftbewegung katholisch geprägt ist

Seoul, Südkorea
Foto: Shutterstock/CJ Nattanai
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Viele Katholiken in Südkorea machen sich für ein Ende der Atomkraft im eigenen Land stark. Die Kirche - Laien wie Priester - spielt eine Schlüsselrolle in der Hinwendung zu erneuerbaren Energien.

Einer der prominentesten Vertreter der Anti-Atomkraft-Bewegung ist der katholische Priester Moon Paul Kyu-Hyn. Er sagte im Interview mit "Public Radio International":

"Der Ausstieg aus der Atomkraft ist der einzige Weg um zu überleben, uns zu retten, und die Welt zu retten."

Rund 20 Kernkraftwerke versorgen Südkorea mit einem Drittel des Strombedarfs.

Der Druck auf die Atom-Industrie ist seit der durch einen Tsunami ausgelösten Fukushima-Katastrophe im Jahr 2011 in Japan gestiegen. 

Der neue Präsident Südkoreas, Moon Jae-in, hat während seiens Wahlkampfes angekündigt, einen weiteren Ausbau der Atomkraft zu stoppen. Stattdessen solle das Land auf die Gewinnung erneuerbarer Energien setzen.

Im Interview mit Public Radio International sagte der Priester Cho Hyun-chul, Theologie-Professor der Sogang Universität in Seoul, wenn eine vergleichbare Katastrophe über Südkorea hereinbrechen würde, dann "hätten wir keinen Platz mehr zum Leben hier. Es gibt keine sicheren Räume".

Die Zerstörung, die nukleare Energie anrichten könne, verstoße klar "gegen Gottes Absicht", so der Theologie-Professor. Daher gehe es den katholischen Atomkraft-Gegnern nicht nur um den Ausstieg aus der nuklearen Industrie, sondern auch um den Erhalt der Schöpfung. 

Tatsächlich hat der christliche Umgang mit der Umwelt, der sich an deren Wertschätzung als Schöpfung Gottes orientiert, die Anti-Atomkraft-Bewegung mitgeprägt: Die von katholischen Priestern und Laien angeführte Bewegung hat kürzlich eine Million Unterschriften für ihr Anliegen gesammelt.

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