Die Hoffnung möge niemals erlöschen: Papst ermutigt Betroffene des Erdbebens von Carpi

Papst Franziskus in Carpi am 2. April 2017
Foto: CNA/Marco Mancini
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"Lasst euch angesichts der Schwierigkeiten nicht entmutigen!" Mit diesem Aufruf zur Beharrlichkeit wollte Papst Franziskus den Bewohnern des Ortes Carpi und der umliegenden Region, die unter den verheerenden Auswirkungen des Erdbebens vom Mai 2012 leiden, eine ermutigende Botschaft zukommen lassen.

Der Heilige Vater reiste am vergangenen Sonntag zu einem apostolischen Besuch in dieser Stadt im Norden Italiens. Er feierte die Heilige Messe und traf Betroffene des Erdbebens.

Vor dem Dom von Mirandola, der im Jahr 1440 errichtet worden war und an dessen Fassade noch die schweren Schäden sichtbar sind, die durch das Beben verursacht worden waren, sprach der Papst seinen Wunsch aus "euch alle und die Bewohner der anderen, vom Erdbeben im Mai 2012 betroffenen, Orte zu umarmen."

"Mein verehrter Vorgänger, Benedikt XVI. hatte wenige Wochen nach dem Ereignis diese Region besucht, um Solidarität und seinen persönlichen Zuspruch, sowie den der gesamten Gemeinschaft der Kirche, zu bringen. Heute bin ich es, der euch die Zuneigung der ganzen Kirche bekräftigt und jedem von euch meine Nähe und meine Ermutigung für den weiter verbeleibenden Weg zum Wiederaufbau bezeugt."

Der Bischof Roms hob die Wiederaufbauarbeiten hervor, die in den letzten Jahren durchgeführt worden waren und die Willenskraft der Bewohner von Carpi, die es ihnen ermöglicht hat, sich nach dieser Katastrophe wieder zu erheben. "Ich weiß sehr wohl, wie sehr das Erdbeben, das menschliche und kulturelle Erbe eurer Heimat in Mitleidenschaft gezogen hat."

"Ich denke an die Schmerzen, die ihr durchgemacht habt: Die Schäden an den Gebäuden, in der Produktion, an den Kirchen und anderen Monumenten mit geschichtlicher und künstlerischer Bedeutung, spiritueller Symbolik und Ausdruck der Zivilisation eines Volkes. Vor allem aber denke ich an die inneren Wunden: Das Leid jener, die ihre Lieben verloren haben, nach einem Leben voller Opfer."

"Die Wunden haben sich geschlossen, aber die Narben bleiben das ganze Leben lang. Ich wünsche euch, dass ihr, wenn ihr diese Narben betrachtet, den Mut findet, zu wachsen und wachsen zu lassen – in Würde, in Kraft, im Geist der Hoffnung."

Franziskus betonte das wichtige Zeugnis "der Würde und Solidarität", das in den Tagen nach dem Erdbeben gegeben wurde. "In den Tagen nach den Erschütterungen rief die Würde und Unabhängigkeit, die ihr gezeigt habt, in allen große Bewunderung hervor. Ihr habt euch bemüht, im Geist des Evangeliums, die prekäre Situation anzugehen, die durch das Erdbeben entstanden war, und habt in den schmerzhaften Ereignissen die geheimnissvolle Gegenwart eines Vaters erkannt und akzeptiert, der immer liebt, auch inmitten der härtesten Prüfungen."

Er ermutigte dazu, in diesem Geist der Beharrlichkeit angesichts der Widerwärtigkeiten, fortzufahren. "Ich wünsche mir, dass die seelische Stärke, die Hoffnung und die Fähigkeit zum Einsatz, die euch auszeichnen, nie erlischt. Dass in euch der Wille bestehen bleibt, euch trotz der bestehenden Schwierigkeiten nicht entmutigen zu lassen."

Papst Franziskus endete seine Botschaft mit einem "innigen Gebet für die Opfer des Erdbebens, ihre Angehörigen und jene, die in prekären Situationen leben."

Nach der Begegnung mit den Betroffenen fuhr der Papst zur Pfarrei des heiligen Jakobus in Roncole, wo er am Denkmal für die Opfer des Erdbebens einen Blumenkranz niederlegte.

Der Heilige Vater traf auch Priester, Ordensleute und Seminaristen der Diözese in der Kapelle des Seminars von Carpi und grüßte den Bischof der Diözese, Monsignore Francesco Cavina.

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