Die von Franziskus bald besuchte Al-Azhar-Universität wehrt sich gegen Islamismus-Vorwürfe

Die Moschee und Universität in Kairo
Foto: Tentoila via Wikimedia (Gemeinfrei)
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Die sunnitische Al-Azhar-Universität wehrt sich gegen Vorwürfe, sie unterstütze in ihren Lehrplänen den Islamismus, bis hin zu dschihadistischem Terror.

Wie die Agentur "Fides" berichtet, sollen ägyptische Intellektuelle und Politiker Anschuldigungen dieser Art erhoben haben. Auch Bischof Anba Damian, Oberhaupt der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland, warf der Azhar diese Woche öffentlich vor, der radikal-islamischen Muslimbruderschaft zu nahe zu stehen.

Die Leitung der Universität unter Großimam Ahmaad Mohammad al-Tayyeb, die Papst Franziskus in wenigen Tagen besuchen wird, teilte am 18. April mit, dass "die Schariah jede Art von Angriff auf Menschen verbietet, unabhängig von deren Religion oder Glauben” und dass der Islam die Muslime auch dazu verpflichte, andere Kultstätten zu schützen und wohlwollend zu betrachten.

"Verrat am Gewissen der Ägypter"

Was Vorwürfe gegen Lehrpläne der islamischen Universität und Moschee betrifft, seien die Lehrpläne der Azhar so gestaltet, dass sie "den Islam lehren, der Frieden und friedliches Zusammenleben zwischen Muslimen und Nichtmuslimen fördert". Dies zeige auch die Tatsache, dass viele der Studienabgänger "Anwälte für Frieden und Brüderlichkeit" seien.

Wenn man die Lehrweise der Al-Azhar-Universität als Aufruf zum Terrorismus bezeichne, heißt es in der Verlautbarung, dann handele es sich dabei um eine "Verzerrung der Geschichte Ägyptens und Verrat am Gewissen der Ägypter", so die Stellungnahme laut "Fides" weiter.

Kritik wurde unter anderem auch daran geübt, dass auch nichtmuslimische Studenten die Verse aus dem Koran und Hadithen (Sprichwörter) des Propheten Mohammed auswendig rezitieren können müssen.

Vor dem Hintergrund der Vorwürfe weisen Beobachter darauf hin, dass die Azhar-Universität in den vergangenen Tagen mehrmals die Gewalt gegen ägyptische Christen verurteilt hat. Doch selbst diese öffentlichen Stellungnahmen werden unterschiedlich interpretiert.

Am kommenden 28. April veranstaltet die Universität eine Internationale Friedenskonferenz, an der auch Papst Franziskus und der ökumenische Patriarch von Konstantinopel teilnehmen werden.

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