"Hoffnung und Lebensfreude nicht verlieren": Franziskus zu Flüchtlingen und Migranten

Messe für christliche Zuwanderer im Petersdom am Welttag und Jubiläum der Flüchtlinge und Migranten – Ehe als "Weg des Evangeliums" – Gebet für Opfer des jüngsten islamistischen Terrors

Christen aus aller Welt waren im Petersdom versammelt, die in der Region rund um Rom eine neue Heimat gefunden haben
Foto: CNA/Alexey Gotovskiy
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Eine besondere Begrüßung gab es von Papst Franziskus am heutigen Sonntag für 6.000 auf dem Petersplatz versammelte christliche Migranten und Flüchtlinge. Sie sollten sich von negativen Erfahrungen nicht entmutigen lassen, sondern Hoffnung im Herrn finden, so Franziskus.

“Liebe Migranten und Flüchtlinge, jeder von Euch trägt in sich eine Geschichte, eine Kultur besonderen Werts; und oft leider Erfahrungen von Leid, Unterdrückung und Angst”, sagte der Papst zum Abschluss des mittäglichen Angelus-Gebets anlässlich des Welttags der Migranten und Flüchtlinge.

Im Mittelpunkt seiner Ansprach zum Angelus stand die Ehe, zumal die Hochzeit von Kana (Joh 2,1-11) auch das Evangelium des Tages war. Der Pontifex erinnerte unter anderem daran, dass die Ehe ein guter Weg sei, das Evangelium zu leben und sich zu heiligen.

Migranten und Flüchtlinge aus 17 Diözesen

Aus 17 verschiedenen Diözesen der Region waren die 6.000 Flüchtlinge und Migranten nach Rom gekommen. Bereits im Oktober hatte Franziskus eine besondere Botschaft für den heutigen Tag veröffentlichen lassen, die den Titel trägt: “Migranten und Flüchtlinge fordern uns heraus. Die Antwort des Evangeliums der Barmherzigkeit”.

Die Anwesenheit der Migranten auf dem Petersplatz beschrieb der Papst als “ein Zeichen der Hoffnung auf Gott”. Er mahnte die Menschen, sich nicht “die Hoffnung und Freude des Lebens rauben zu lassen”, die von der Erfahrung göttlicher Barmherzigkeit komme, aber auch von den Menschen welche sie begrüßt hätten und ihnen geholfen.

Allein in Rom leben nach Angaben der Italienischen Bischofskonferenz eine halbe Million Flüchtlinge und Migranten; die meisten davon sind Muslime.

Nach dem Angelus-Gebet durchschritten die christlichen Flüchtlinge und Migranten die Heilige Pforte der Barmherzigkeit im Petersdom, wo Kardinal Antonio Maria Vegliò die Messe feierte.

Vor dem Altar stand ein Kreuz aus den Planken eines Flüchtlingsbootes von Lampedusa zeigt: Ein Symbol für die gefährliche Überfahrt in den oft nicht seetauglichen Gefährten, mit denen Menschenschmuggler die Migranten und Flüchtlinge über das Mittelmeer bringen. Viele tausende Menschen bislang bei der Überquerung gestorben sind, ist unklar.

Gebet für die jüngsten Opfer islamistischer Gewalt

Zum Abschluss des Angelus betete Franziskus für die Opfer der jüngsten Anschläge durch radikale Muslime in Indonesien und Burkina Faso. In Jakarta töteten IS-Verbündete fünf Menschen, 23 wurden verletzt. Und in Ouagadougou ermordete die Gruppe  "Al Kaeda im Maghreb" 28 Menschen aus über 6 Nationen, darunter mindestens ein Kind, und verwundete 56 weitere. Der Papst betete mit den Gläubigen auf dem Petersplatz ein "Gegrüßet seist Du, Maria" für die Bitte an Gott, die Opfer der Islamisten bei sich aufzunehmen und um nachhaltige Bemühungen um Frieden durch die internationale Gemeinschaft.

Inzwischen wird bereits ein neues Massaker des Islamischen Staates aus dem Osten Syriens gemeldet: Die Kämpfer des IS ermordeten demzufolge dort 130 Menschen, die meisten davon Zivilisten, und entführten 400 weitere.

Gestern hatten zudem in Somalia und Kenia mit dem IS verbündete Kämpfer der Gruppe Al Shabaab eine noch unbekannte Zahl somalischer und kenianischer Soldaten getötet. Die Rede ist von "Dutzenden Toten", berichten Agenturdienste.