Vatikanstadt - Dienstag, 20. Januar 2026, 9:00 Uhr.
Die Festnahme von Nicolás Maduro, den langjährigen Präsidenten von Venezuela, durch US-Streitkräfte hat die diplomatischen Bemühungen des Vatikans abrupt beendet. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin bestätigte, dass der Heilige Stuhl bis zuletzt auf einen Verhandlungsausweg gesetzt habe, um Gewalt in Venezuela zu verhindern, wie das Portal Zenit berichtete.
In den Tagen vor der Festnahme Anfang Januar habe die vatikanische Diplomatie still und leise versucht, eine Eskalation zu vermeiden, erklärte Parolin am Rande einer öffentlichen Veranstaltung in Rom am Samstag.
Der Heilige Stuhl habe sich um einen Ausweg bemüht, der „jedes Blutvergießen vermeiden würde“, selbst wenn dies bedeutet hätte, „eine Einigung mit Maduro selbst zu erzielen“. Diese Bemühungen seien jedoch an ihre Grenzen gestoßen und letztlich durch die Ereignisse überholt worden.
Parolin benutzte in diesem Zusammenhang den Begriff „fait accompli“ (zu Deutsch: „vollendete Tatsache“). „Wir hatten versucht, was auch in einigen Zeitungen stand“, sagte er, und verwies damit indirekt wohl auf einen Bericht der Washington Post, der die Rolle des Vatikans in den Tagen vor der Festnahme beleuchtet hatte.
In dem am 9. Januar veröffentlichten Artikel hieß es, vatikanische Diplomaten hätten die Möglichkeit geprüft, Maduro ein Geleit zu sichern, das möglicherweise in politisches Asyl nach Russland geführt hätte.
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Der Heilige Stuhl habe diese Details zwar nicht offiziell bestätigt, Parolin habe sie jedoch auch nicht bestritten, sondern stattdessen das Grundprinzip vatikanischer Diplomatie hervorgehoben.
„Wir haben immer eine friedliche Lösung unterstützt“, sagte der Kardinal nun. Er fügte jedoch hinzu, die Entwicklungen vor Ort hätten die diplomatischen Initiativen letztlich überholt.
Am 3. Januar nahmen US-Streitkräfte Maduro und seine Frau Cilia Flores fest, nachdem ein US-amerikanisches Gericht die Regierung zu diesem Akt ermächtigt hatte, der von den meisten Experten als Bruch des Völkerrechts angesehen wird. Beide Personen sind nach New York überstellt worden, um sich dort wegen Drogenhandels und „Drogenterrorismus“, wie es die US-Behörden bezeichneten, vor einem Bundesgericht zu verantworten.
Mit Blick auf die Zukunft von Venezuela sagte Kardinal Parolin derweil unmissverständlich: „Eine Demokratisierung des Landes ist jetzt notwendig.“ Eindeutige Entwicklungen in diese Richtung sind seit der Gefangennahme von Maduro jedoch noch nicht festzustellen.





